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Camponotus substitutus Update 18.09.2008
Was wollt Ihr denn schon wieder hier?
Habt ihr nichts Besseres zu tun als ständig zu gucken ob es bei uns, was Neues gibt?
Nah gut, da ihr schon da mal da seit, erzähle ich ein wenig aus unserm Ameisenleben. Mich kennt ihr ja schon, mein Halter nennt mich “Majorarbeiterin”.
Und hier wohne ich jetzt.
Ich will ja nicht meckern, die Einrichtung ist unseren Halter richtig daneben gegangen, wir sind doch keine Baumbewohner. Wenn er meint, dass wir in den Ytong ziehen, hat er falsch gedacht, Äste, ne das ist nicht unser Ding. Seht ihr, da ganz hinten haben wir uns eingerichtet, der kleine Hügel da ganz am Ende.
Kommt mal näher ran, sage es lieber nicht zu laut, er lässt uns arbeiten. Ihr glaubt es nicht, schaut Euch meine kleine Schwester an, selbst Kinder müssen bei uns ran.
Es kommt noch schlimmer, unser Halter will uns wohl verhungern lassen, er könnte ruhig mehr Futter geben, da braucht er keine Angst haben, das kriegen wir schon klein.
Schaut mal hier!
So ein leckeres grünes Tier, das ist es doch, aber nein gibt immer nur diese braunen Dinger.
 
Schaut mich mal an, da kann ich richtig sauer werden.
Wir Großen ziehen uns jetzt mal zurück
Ist Zeit das wir uns beraten, wie wir unseren Halter umerziehen, falls uns nichts einfällt, findet sich bestimmt eine Möglichkeit, wo wir ausbrechen können.
Ihr seht mit der Ameisenhaltung kann man richtig Spass haben und auch mal locker berichten.
Nach Locker jetzt ein paar Beobachtungen und keine Angst, „Majorarbeiterin“ hat gut übertrieben, hungern brauchen sie bei mir nicht. Heimchen gehören mit zu Ihren Lieblingsfuttertieren,
  
genauso wie Fliegen und kleine Heuschrecken. Zerteilte Mehlwürmer und deren Puppen, roh oder überbrüht nehmen sie normal kaum. Dazu muss ich sie schon nötigen, was in der Praxis bedeutet, gibt es nichts anderes wird es auch gefuttert.
  Was die Beckeneinrichtung betrifft, ist nicht anders, wie ihr es von mir kennt, einfach zweckgebunden. Diese Ameisen können sehr gut auf Holz laufen und an Glasscheiben hoch, richtig schnell und flink sind sie dabei. Was allerdings auch zu beobachten ist, sie machen selten Gebrauch davon, leben bodenständig und furagieren überwiegend nur am Boden.
Was sollen da die Äste? Ist eine praktische Abwesenheitsüberbrückung Die Ameisen jagen am Boden, Beutetiere auf den Ästen beachten sie kaum. Das gibt mir die Möglichkeit, Heimchen einzusetzen, die von den Ameisen nur auf dem Boden gefangen werden.
Was mich schon seit längerer Zeit verwundert, sie leben bei mir in einer knochentrockenen Anlage. Das alte Nestbecken wird nicht befeuchtet um die restlichen Ameisen dort herauszubekommen und das neue Becken ist auch ohne Befeuchtung. Trinkwasser nehmen sie nicht, das könnte daran liegen, das sie ihren Wasserbedarf durch verdünnte Honig- oder Zuckerwasserlösung decken, allerdings ist das auch nicht mehr als eine Vermutung meinerseits.
Habe gestern mit einer Spritze ein paar Wassertropfen gegeben. Gab eine richtige Panik, was „Majorarbeiterin“ davon gehalten hat, habt ihr gesehen, steil nach oben mit dem Gaster.
Nah gut, hier habe ich diese Ameise nich ganz passend erwischt. Ist nicht einfach mit meiner Technik für Euch gute Bilder hinzubekommen.
Die Gaster steil nach oben gebogen, ist ein Verhaltensmuster, das sie zeigen, wenn sie gestresst werden und bei Erregung z. B. wenn ihnen ein Futtertier über den Weg läuft. Das sie, wie ich irgendwo in einer Artenbeschreibung gelesen habe, dabei Chemie verspritzen, konnte ich nicht beobachten. Komme ich innen mit den Fingern zu nahe, flüchten sie lieber, das ist auch so beim Hantieren an ihrem Nest.
Ihr Nest ist eine weitere von mir nicht erwartete Eigenart, sie bauen einen Haufen. Um den Eingang zum Ytongnest ein wenig zu verstecken, gab es Rindenstücke. Alles, was sie im Becken finden konnten, für sie transportierbar war, sie haben es verwendet um den Rindenstapel zu verkleiden. Hier ein Netseingang.
 Aktivitäten, die mich lange mit Beobachten gefesselt haben, habe natürlich gleich weiters Baumaterial gegeben. Ihr Lebensraum wird beschrieben mit morsches Holz, Erde, ist das die Erklärung dafür? Für mich nein, schließe es nicht aus, das Ameisen in der Gefangenschaft doch so einiges an Fehlverhalten entwickeln.
Als Nest hatte Ich einen Ytong eingeplant, der die ganze rechte Seite des Beckens ausfüllt, viel Platz für reichlich Ameisen. Ist der Block den ihr hier sehen könnt.
Die gelbe Farbe ist Natur, ein Lehmanstrich. Die Lampe direkt im Becken über dem Nest spendet auch gut Wärme, die von diesen Tieren gerne angenommen wird. Das Ytongnest wird über eine Vorratskammer befeuchtet die über die ganze untere Seite verläuft. Rechts an der Seite ist das Befüllrohr zu sehen. Wie es zurzeit aussieht, hätte ich mir da Ytongnest wohl sparen können, halten sich nur wenige Ameisen darin auf. So ein Haufen ist auch interessant, wie sie da ständig herumwuseln, umbauen, aufbauen, Eingänge öffnen oder verschließen. Leider kann ich jetzt nicht mehr über den Entwicklungsstand des Nachwuchses berichten, sie haben ihn vor mir versteckt.
Infos: Es ist nicht ratsam Futtertiere lebend zu verfüttern, Abbrühen wirkt einem Milbenrisiko entgegen.
Nur mal so für zwischendurch, gibt vieles zu lesen über Ameisen, schaut doch mal in die Ameisenforen und informiert euch über ein besonderes Leben von Insekten für die Viele in der hektischen Zeit unserer Gesellschaft kein Auge mehr haben, es lohnt sich.
12.10.2008 Hallo da bin ich wieder!
Ihr kennt mich sicherlich noch, mein Halter nennt mich Majorarbeiterin, weil ich so groß bin. Bei uns gibt es so richtig nichts Neues, also heute nur ein Lebenszeichen.
Wo sich nichts geändert hat, die Jungköniginnen sind weiterhin am Leben. Abend für Abend, kaum ist das Licht aus, werden sie aktiv.
Königinnen ohne Flügel oder Tote, nichts davon zu sehen. Denkbar das diese Ameisen gestorbene Königinnen so zerlegen, dass nichts davon wiederzuerkennen ist. Puppenhüllen entsorgen sie ja auch nicht, nie eine auf dem Müll gesehen, werden weiter verwertet. Bei der großen Anzahl an Jungköniginnen (grob mehr als 100) die ich nachts beobachten kann, indem ich sie mit einer Taschenlampe überrasche, sieht es eher so aus, das Keine gestorben ist.
Jetzt komme ich noch mal.
Und meine immer durstigen Schwestern.
20.10.2008 Meine substitutus haben Untermieter. Im Gewirr der Äste und Wurzelstücke ist es mir noch nicht gelungen ihr Nest zu finden. Habe die Befürchtung, das wird auch nichts. Sie laufen lange Wege bis zum Futter und verschwinden immer wieder im Unterholz (Wurzelstücke). Die Camponotus beachten die Kleinen nicht im Geringsten und die wiederum sind so dreist und trinken mit zwischen den Großen.
Habt ihr sie gefunden?
Mit den Wurzeln und Ästen ist eine kleine Kolonie Temnothorax mit ins Becken gekommen. Beobachte sie schon länger immer bemüht ihr Nest zu finden. Sie müssten in die Winterruhe nur so gut wie sie sich verstecken, wird es nichts.
Diese Kleine drängelt sich vor, damit ihr nicht auf falsche Gedanken kommt, das Futter für unsere Kolonie besorge ich, richtig nah ran muss ich da, würde sagen, von Auge zu Auge.

Falls ihr euch jetzt fragt, wo es so ein leckeres Futter gibt, ganz einfach, hier.

Kleines Video
10.11.2008 Und da sind sie wieder die Kleinen unter den Riesen.
Geht es ums Futter, nehmen sie keine Rücksicht, gemeinsam trinken sie Honigwasser, nach Proteinen suchen sie im Abfallhaufen.
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