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Messor barbarus häufig muss mit einer Königin begonnen werden.
Mit etwas Geduld ist das auch kein Problem. Messor barbarus Königinnen erworben im Herbst, legen meistens keine Eier mehr, sie müssen erst überwintert werden. Die Überwinterungstemperatur ist nicht kritisch, sie kann im Bereich von 5 – 17°C liegen. Auch kurzzeitig bis an 0°C überleben sie. Meine überwintere ich bei ca. 10°C. Auch bei 17 – 18°C habe ich sie schon gut durchbekommen.
Sie warm durchzuhalten funktioniert nicht immer, die Königinnen legen einfach keine Eier. Die Probleme gibt es dann im Frühjahr. Durch die fehlende, kühlere Ruhezeit und fehlendem Übergang von kalt auf warm, fehlt den Königinnen die Stimulation, um mit der Eiablage zu beginnen. Manche Kolonien ziehen auch ohne Anreize (Temperaturabsenkungen, Insektenreduzierung) den Winter über Nachwuchs auf. Probleme kann es dann später geben, manchmal auch erst im 2. oder 3. Jahr. Sie nehmen sich eine Auszeit, keine Eier, Larven Puppen, träge Ameisen. Kann auch mitten im Sommer auftreten, wird dann schwierig für geeignete Temperaturen zu sorgen. Ohne Temperaturverringerung sterben in dieser Zeit viele Arbeiterinnen.
Wie auswintern? Es gibt dazu kein Rezept, langsam die Temperatur steigern, oder gleich auf Zimmertemperatur (bei mir 24°C), in den Entwicklungen traten keine Unterschiede auf.
Zur Gründung braucht es nicht viel.

Meistens halte ich sie in einem Reagenzglas, ohne Wassertank, zu einem Drittel gefüllt mit Erde. Humose Erde eignet sich besonders, sie hält länger die Feuchtigkeit. Das Ganze verschlossen mit einem lockeren Wattestopfen. Noch eine Spritze mit Kanüle, um bei Bedarf etwas Wasser zur Befeuchtung einzuspritzen, das ist es schon.
Zur Abdunkelung verwende ich Alufolie oder rote Folie, schwarzes Papier geht auch. In so einem mit Erde gefülltem Reagenzglas kann die Königin eine Gründungskammer nach ihren Vorstellungen graben.
Auch für die spätere Gründerkolonie die Möglichkeit, nach Bedarf zu erweitern.
Sie können so recht lange im Reagenzglas bleiben. Eine kleine Plastikdose als Auslauf reicht dann aus. So eine kleine Anlage ist gut unter Kontrolle zu halten.

Die Ersten von der Königin selbst aufgezogenen Ameisen sind recht empfindlich, was das Klima betrifft. Diese durchzubringen ist für mich die eigentliche Herausforderung. Später folgende Arbeiterinnen sind robuster und leicht zu halten.

Auch ein Reagenzglas mit Wassertank und Wattestopfen ist gut brauchbar. Auch hier muss der Ausgang mit einem lockeren Wattestopfen verschlossen werden. Es baut sich sonst kein Mikroklima auf, die Luftfeuchtigkeit wird schnell zu gering. Etwas schwierig ist es, den Wattestopfen für den Wassertankabschluss zu konstruieren. Da ist es gut, wenn schon Erfahrungen vorhanden sind. Ist der Stopfen zu dünn oder locker, läuft das Wasser durch, ist er zu dick oder festgepresst, ergibt sich eine zu geringe Luftfeuchtigkeit im Reagenzglas. Kondenswasserbildung, ein Anzeichen für zu feucht, auch gefährdet es die Gründung. Ist es zu trocken, kommt die Aufzucht des Nachwuchses ins Stocken, falls die Puppen und Larven nicht schon vorher sterben, sind es am Ende deutlich weniger Ameisen, die schlüpfen. Für die Befüllung des Wassertankes ist abgekochtes Wasser gut geeignet, es hält sich länger.
Wichtig ist es, das Umfeld so zu gestalten, das die Königin mit den ihr mitgegeben Nährstoffvorräten, soviel wie möglich Arbeiterinnen aufzieht. Eine Voraussetzung dafür, dass es schnell vorangeht und bei Verlusten noch Ameisen übrig bleiben. Eine Messorkönigin gründet nur einmal, verliert sie ihre Arbeiterinnen, kann sie noch lange leben. Mit einer Ameisenkolonie aus eigener Kraft wird es nichts mehr.
Königinnen dieser Art brauchen in der Gründungszeit kein Futter (claustrale Gründung). Versuche sie in irgendeiner Art zu füttern, haben nichts gebracht, im Gegenteil, es gab nur unnütz Probleme. Geduld und gelegentliche Kontrollen helfen mehr.

Darüber wie lange die Geduld dauern muss, bin ich mir auch heute noch nicht im Klarem, zu unterschiedliche Entwicklungszeiten konnte ich beobachten, grob liegen sie bei etwa 6 – 10 Wochen. Abhängig von den Gründungsbedingungen und der Qualität der Königin, zieht sie zwischen 2 – 15 winzig kleine Arbeiterinnen (Pygmäen) auf.

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