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Messor barbarus wie geht es weiter?
Messor barbarus eine weitere Winterruhe ist vorbei, Jahr 3 angebrochen und das wird bestimmt nicht langweilig!
Eigentlich war schon alles da was es zu Messor barbarus gibt, war es das schon?
Königinnensterben, Arbeiterinnen alle gestorben oder es will nicht so richtig vorangehen..........! Unerwartete Entwicklungen, überreichlich Ameisen, das Gebaute schon wieder zu klein!
Unterschiedlichsten Haltungserfahrungen!
Was kann da noch kommen, oder wie ist so etwas möglich, so unterschiedliche Beobachtungen?
Eine Frage, die einfach so nicht zu beantworten ist. Es wird Halter geben, die davon berichten, das Messor barbarus sich nur langsam entwickeln, das sie nur schwer zu halten sind. Es wird Halter geben die berichten, eine unkomplizierte Ameise, die sich ohne Probleme überreichlich vermehrt. Dabei zu beobachten, sie können richtig viele Larven aufziehen.
All diese Erfahrungen sind Realität, nur wie ist so etwas möglich? Nicht alles, was gut gemeint ist, ist auch so wie gedacht umzusetzen. Das Gelesene richtig zu interpretieren, funktioniert auch nicht immer. Manchmal kommt der Faktor Glück/Pech mit ins Spiel. Letztendlich sind es die gesammelten Erfahrungen im Umgang mit Ameisen, die wirklich helfen. Was kommt noch, was ist noch zu erwarten bei der Haltung dieser Art?
Oder anders gefragt, was erwartet Ihr jetzt noch von der Haltung dieser interessanten, speziellen Ameisenart. Habt Ihr das Interesse an diesen Ameisen schon verloren, oder sucht Ihr weiter nach Antworten? Hat es sich so entwickelt, wie Ihr es Euch vorgestellt habt, oder gibt es Enttäuschungen? Im Normalfall besteht die Kolonie jetzt aus mehreren Tausend Arbeiterinnen.
Das gibt Anlass zu Überlegungen, wie die Kolonie weiter gehalten werden kann. Dabei steht ganz oben die Frage, wie groß darf die Kolonie noch werden? Jetzt wo die Kolonie gerade ausgewintert wurde, haben sie nur wenig Brut, das ergibt zumindest theoretisch die Möglichkeit, sie mit nur wenig Insekten zu füttern. Über die Eiweißversorgung so eine Art Geburtenkontrolle zu erreichen. Ob das bei dieser Art so funktioniert, kann ich auch nicht sagen, habe es selber nie hinbekommen so eine Maßnahme konsequent durchzuziehen bei den großen Kolonien, die ich gehalten habe. Futterkörner enthalten auch Eiweiß, ist denkbar das ihnen das schon reicht, Insekten nur eine zusätzliche Eiweißquelle sind, die sie auch nutzen können.
Kurze Abschweifung zu einem Versuch: Ausgehend von einer Königin, halte ich seit Februar 2007 eine Gründerkolonie ohne Insektenfutter. Es ist denkbar das Ihnen das in den Körnern enthaltene Eiweiß schon reicht. Mir sind keine brauchbaren Beobachtungen bekannt, wie die Futterzusammensetzung in Ihrem natürlichen Lebensraum aussieht. In wieweit Insektengaben in der Haltung erforderlich sind, eventuell sogar zu einer Überentwicklung führen, die in der Natur so nicht gegeben ist? Diese Kolonie entwickelt sich auch, sie zieht nur weniger Nachwuchs auf als eine parallel gehaltene Vergleichskolonie. Diese Beobachtung ist so noch nichts Wert, es kann sich hier auch um eine normale Populationsschwankung handeln. Auch ist es offen wie diese Kolonie den Winter überlebt und sich ab Frühjahr 2008 weiter entwickelt. Nehmt meinen Versuch bitte nicht zum Anlass, eure Kolonien auch ohne Insektenfutter zu halten. Fakt ist, dass sie sich mit dem zusätzlichen Eiweiß der Insekten gut entwickeln.
Die Frage, wie groß darf die Kolonie noch werden, habe ich für mich durch eine andere ersetzt. Mir ging es darum herauszufinden, wie groß eine Messor barbarus Kolonie in der Haltung wird und wie das hinzubekommen ist. Welcher Aufwand an Futter und Nest/Arenaerweiterungen nötig wird, gibt es Begleiterscheinungen?
Auch interessierten mich Verhaltensveränderungen der größer werdenden Kolonien. Wie Aggressivität, Ausbruchsverhalten, Aktivitäten, Nachwuchsaufzucht, Zusammensetzung der Arbeiterinnenkasten...........
Gut da wird jeder von Euch seine eigenen Vorstellungen und auch Möglichkeiten haben, wohin es mit der Kolonienentwicklung gehen soll.
Jetzt nach der 3. Winterruhe geht es so weiter wie in den vergangenen Jahren, nach einer kurzen Umstellungszeit legen sie wieder los. Bei guter Versorgung ist mit einem sprunghaften Anstieg der Arbeiterinnenanzahl zu rechnen. Was jetzt komm, kennt Ihr ja schon, die Ameisen brauchen schnell wieder mehr Platz. Eine Besonderheit dieser Ameisen ist es, das sie Körner einsammeln, bunkern und das mit unermüdlichem akribischen Eifer. Das funktioniert natürlich nur, wenn sie im Nestbereich ausreichend Platz dafür haben.
Meine großen Kolonien hatten keine Probleme damit 2-4 kg Körner zu bevorraten. Sie schafften es auch locker an einem Tag, mehr als 0,5 kg davon einzutragen. Körnersammeln ist eine wesentliche Beschäftigung für diese Ameisen. Haben sie zu wenig Möglichkeiten, lungern sie überwiegend träge herum, keine spannende Angelegenheit. Dabei kann für den Beobachter schon mal reichlich Langeweile aufkommen. Die Nestkapazität ist nicht unendlich erweiterbar und ab einer bestimmten Vorratsmenge sind sie mit weiteren Körnern auch nicht mehr so richtig zu locken.
Um hier trotzdem die Aktivitäten zu erhalten, habe ich Ihnen gemeinerweise einen Teil der gebunkerten Körner einfach entwendet. Ist bestimmt gut vorstellbar das die Ameisen davon nicht begeistert sind und es nicht ohne Gegenwehr ab geht. Normal ist das bei einer großen Kolonie auch nicht machbar. Wenn das Nest geöffnet wird, strömen explosionsartig sehr viele Ameisen heraus, das ist ohne Einquetschen von Ameisen nicht wieder dicht zubekommen. Die ausgerückten Ameisen einzusammeln, na ja was soll ich sagen, eine besondere Freude! Wenn Ihr diese Ameisen schon länger haltet, dann habt Ihr auch beobachtet wie und wo diese Ameisen Ihre Körner bevorzugt lagern. Sie suchen dafür trockene Bereiche, bei hochkant stehenden Nestern kommt noch dazu das Sie die Körner gerne in den oberen Kammern lagern. Weiter ist noch zu beobachten, dass die Ameisen sich überwiegend an der Oberfläche des Körnerlagers aufhalten. Das brachte mich auf eine Idee, wie ich sie beklauen könnte.
Die Nestblöcke sind gegen Ausbruch auch auf der Hinterseite mit einer Plexiglasscheibe verkleidet. Eine der oberen, größeren Kammern im Nestblock geht von vorne bis hinten durch. Weiter hat die Kammer einen nach hinten abfallenden Boden. Quer über den unteren Bereich dieser Kammer (ca. ein Drittel) ist eine Klappe in der rückseitigen Plexiglasscheibe eingebaut, die nach unten hin öffnet. Haben sie die Kammer vollgestapelt, halte ich eine Schale drunter und öffne die Klappe solange, bis die Körner herausgefallen sind. Körner und Ameisen in der Schale kippe ich gleich ins Futterbecken zurück. Ein Kreislauf, der sich ohne Massenausbruch gut handhaben lässt.
Diese Ameisen merken es nicht mal das ich sie beklaue, sind gleich eifrig wieder dabei die Körner aus dem Futterbecken zurück in die Futterkammern zu tragen.
Leider hat das System einen gravierenden Nachteil, die Ameisen sind einfach zu schnell. Dauert nicht lange und alles liegt wieder in der Kammer. Na ja, ich kann es verschmerzen!
14.10.2010 Meine Ausführungen zu Messor barbarus hier in diesem Bericht sind schon fast schon so alt, wie diese Homepage besteht. Habe sie überarbeitet und mit neueren Informationen und Bildern ergänzt. Ein Vorgang, der nicht abgeschlossen ist und weiter geht. Bin bemüht diesen Bericht mit neuen Bildern und Infos ständig weiter zu gestalten. Schaut einfach mal wieder rein, sind Ameisen, deren Haltung sich lohnt, unkompliziert und die richtig, was bieten. Einen Bericht über ein aktuell gehaltenes Volk könnt Ihr hier nachlesen.
[Antstore/Messor barbarus/Erne]
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