Für unsere Ameisen nur das Beste?

Neben Proteinen (Insekten)

      
sind Kohlenhydrate für viele Ameisenarten eine weitere wichtige Säule in der Ernährung.

            

Kohlenhydrate dienen als Energieversorgung der Arbeiterinnen und werden mit in der Larvenaufzucht verfüttert.
In der Natur sind mögliche Quellen der Kohlenhydratversorgung, Pflanzensäfte, Früchte, Nektar,
Ausscheidungen (auch als Honigtau bezeichnet) von Läusen und Zikaden.

                               
Für unsere einheimischen Arten steht Honigtau ganz oben auf der Speisekarte.
Verschiedene Zucker, Vitamine, Säuren, Minerale, um nur ein paar der Inhaltsstoffe aufzuzählen,
zeigen deutlich die breite Palette die Ameisen angeboten bekommen.

Woher den Honigtau nehmen, nicht jeder will neben der Ameisenhaltung auch noch eine Blattlauszucht betreiben
 und ob diese überhaupt in dem Umfang möglich ist, um ein größeres Volk über längere Zeit zu versorgen,
steht auf einem anderen Blatt?

Ist auch nicht nötig, Honig und verschiedene Zuckersorten sind gut als Alternative einsetzbar.
In Konkurrenz zu Ameisen ernten auch Bienen die Ausscheidungen von Läusen und Zikaden,
der daraus entstehende Blattlaus- oder Waldhonig kommt neben den anderen Honigsorten dem Honigtau wohl am nächsten.
Die reichhaltigen Inhaltsstoffe des Honigs lassen ihn als besonders geeignet erscheinen
als Kohlenhydratnahrung für unsere Ameisen in der Haltung.
Wissenschaftliche Begründungen dafür habe ich nicht gefunden.

Zu bedenken ist, Bienen verändern die gesammelten Blütensäfte und Blattlausausscheidungen,
geben ihrerseits weitere Substanzen dazu.
Bei den Honiginhaltsstoffen ist nachzulesen, darunter sind auch solche mit antibakterieller Wirkung.
Ob und wie sich diese im Darm einer Ameise oder Larve, den Organismus von Ameisen auswirken?

Für mich denkbar das Ameisen nur Kohlenhydrate benötigen
und die anderen Inhaltsstoffe mit futtern müssen, wenn sie an Energie kommen wollen.
Nektar, Honigtau, Bienen dicken das Gesammelte durch Wasserentzug ein,
mit eine Maßnahme um den Honig haltbar zu machen und die Lagerkapazitäten besser auszunutzen.
Gibt Honigsorten mit verschiedenen Viskositäten,
einige davon so zäh das Ameisen ihn nicht in der benötigten Menge aufnehmen können.

                         
Bei feuchter gehaltenen Kolonien kann es trotzdem gehen, Honig zieht Wasser und verdünnt sich so selbstständig.
In trockneren Anlagen bietet sich eine Mischung aus Honig und Wasser an,
in welchem Verhältnis, da hilft nur ausprobieren,
verschiedene Honigsorten und die Ameisenart selber entscheiden da.
Selbst Bienen tragen Wasser ein und verdünnen ihren Honig wieder, wenn sie ihn in größerer Menge benötigen.

        
 
Honig beinhaltet von Natur aus Pilze und Hefen oder deren Sporen,
die sich durch eine Verdünnung wieder entfalten können, die Folge, er wird schnell schlecht.

Zuckerwasser in verschiedenen Konzentrationen für mich genau so gut geeignet wie Honig oder Honigwasser.

                        
Neben dem Haushaltszucker bei mir auch angenommen, Fruchtzucker, Traubenzucker und Mischungen daraus.
Auch hier sind unterschiedliche Verdünnungsansätze, Zucker/Wasser abzuklären.
Ameisen haben ihre Vorlieben,
Verdünnungsverhältnisse die ihr bei einer Art abgeklärt habt müssen nicht für alle Arten passen.
Auch hier ist es so, Zuckerwasser wird schlecht, allerdings in sauberen Behältnissen angeboten,
länger haltbar als Honiglösung.

In den Jahren meiner Ameisenhaltung habe ich weder bei Honigwasser oder Zuckerwasserfütterung Unterschiede
in der Entwicklung beobachten können.
Einige Arten bevorzugen Honiglösungen, andere Zuckerlösungen, den Meisten war die Lösung egal.

Die Aussage das Ameisen sich für Zuckerwasser entscheiden
wenn sie zwischen Honig und Zuckerwasser wählen können, weil dieses für sie süßer ist, ist Blödsinn.

Zuckerwasser 1:1 angesetzt hat nicht die Süße von Honig, und das könnt Ihr selber leicht überprüfen.

Hier sind Acromyrmex zu beobachten beim Trinken von Akazienhonig, links Honig verdünnt, rechts pur.
    
Auf den ersten Blick, unentschieden.
Macht einfach mal den Versuch, bietet euren Ameisen zur gleichen Zeit puren und verdünnten Honig an
und ihr braucht nicht mehr in den Foren nachzufragen, was denn besser angenommen wird.
Der verdünnte Honig war nach 2 Stunden verputzt, der pure Honig, dafür brauchten sie einen Tag.
Ist das brauchbar für eine optimale Haltung oder ist es angebrachter unseren Ameisen das anzubieten,
was sie gut und bevorzugt annehmen?
Es liegt an euch hier für eine gute Entwicklung zu sorgen, in dem ihr euren Ameisen das anzubieten,
was sie gebrauchen können.

Selbst Bienen leben den Winter über von Zuckerwasser,
das sie im Spätsommer als Ersatz für den entnommenen Honig als Winterfutter bekommen.

                          
In der Natur kommen Ameisen normal nicht an Honig und Zucker,
ob sich da jemals klären, lässt was für die Haltung brauchbarer ist?

Nur was machen, kann da nur meinen Weg anbieten?
Verschiedene Honiglösungen und Zuckerwasserlösungen anbieten, auch mit Frucht- oder Traubenzucker.
Beobachten was die Ameisen nehmen und das Bevorzugte anbieten.
Keine dauerhafte Einheitskost,
immer wieder mal andere Mischungen, ob mit Honig oder Zucker anbieten,
das Verhalten von Ameisen verändert sich mit dem Volkswachstum.

Das was ich hier versucht habe, zusammenzutragen ist nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss.
Gibt "Pro" und "Kontra", da muss Jeder selber durch.

Meine Ameisen bekommen Zuckerwasser und wie sie damit klarkommen, leben, könnt Ihr auf meiner Homepage nachgelesen.
Macht das, was Ihr für richtig haltet und glaubt nicht alles, was es zu diesem Thema in den Foren nachzulesen gibt.
Nicht nur Geschriebenes einfach akzeptiren,
sucht nach wissenschaftlichen Publikationen zum Thema und stellt diese in den Vordergrund Euere Haltung.

Schaut nicht nur auf ständig Abgeschriebenes.

Zum Nachdenken
Manche Ameisenarten decken flüssiges Futter ab und daraus ergibt sich die Frage, warum machen sie das?
Ein Ansatz, sie versuchen ihre Futterquelle zu verbergen.
Als weitere Futterinteressierte sehe ich andere Ameisen, Bienen, Wespen, Fliegen.
Futterquellen optisch zu verbergen reicht das, viele dieser Tiere können gut riechen?
Ameisen legen eine Pheromonspur zu ihren Futterquellen, andere Ameisen könnten diesen folgen?
Zugedeckte Flüssigkeiten trocknen ein, wie da bei Bedarf wieder rankommen?

Gleiches Verhalten konnte ich auch bei Wassertränken und Wassertropfen beobachten.
Daraus der Ansatz, Ameisen versuchen eine Gefahrenquelle zu beseitigen.
Kleinere Arten ertrinken schnell, mitunter sogar in Tropfen.
Auch denkbar das sie nicht unterscheiden, einfach nur eine Verhaltensweise, die bei Flüssigkeiten abläuft?

Meine Theorie, es ist ihre Absicht, Futterquellen eintrocknen zu lassen!
Wo es kein verwertbares Futter gibt, werden auch keine anderen Tiere angelockt,
Feinde die den Aktionsbereich des Ameisenvolkes beeinträchtigen könnten.
Diese Theorie leite ich ab aus der Beobachtung, das Ameisen nach auffinden einer Futterflüssigkeit
erst Ihren Bedarf decken und danach diese abdecken.