Ameisenhaltung gibt es nicht für Lau

Ameisenhaltung bedeutet auch, eine besondere Verantwortung zu übernehmen,
es ist da nicht anders wie bei anderen Haustieren auch.

Ameisen können sehr lange leben und wollen, nein müssen entsprechend über viele Jahre betreut werden.
Erfreulich aber auch eine Bindung über eine nicht vorab kalkulierbarer Zeitspanne.
Ein Aspekt, der langfristig mit einzukalkulieren ist, den ich in den Ameisenforen vermisse, selten angesprochen.

Tiere die in der Natur, aus der sie entnommen wurden, ihre Funktionen haben, die nicht dazu da sind,
in Gefangenschaft gequält zu werden oder zu sterben.

Kein Experimentierfeld, eine Ware Tier die sich nicht beschwert oder beklagt,
wenn sie dafür herhalten muss, um in Gefangenschaft zu sterben,
weil es darum geht, einfach mal so die Haltung von Ameisen zu versuchen.

Tiere die Bedürfnisse haben und das mitunter über Jahrzehnte.
Jugendliche sind und werden schnell für die Ameisenhaltung begeistert, kann ich verstehen, wenn ich die guten,
lebhaft geschriebenen Berichte in den Foren lese,
auch für Neueinsteiger trifft es zu.
Es ist immer so eine Art Gradwanderung, sachlich zu informieren und auf der anderen Seite, Andere dazu zu verleiten,
zu Anemieren auch bestimmte Ameisen zu halten.
Und machen wir uns nichts vor, je ausgefallener, farbenprächtiger, größer, viele Soldaten, oder die hat noch Keiner ......!! 
um so attraktiver werden diese Ameisen für die Haltung.

Wenn ich die Foren betrachte und da besonders wo die meisten Hits verbucht werden, kann ich gut verstehen,
dass ein Neueinsteiger nicht unbedingt für Lasius niger zu begeistern ist.

Wie sieht es aus im Urlaub, bei Krankheit, bei Stress in der Schule, bei beruflichen Anforderungen oder im Augenblick keine Lust?
Wie ist dann die Betreuung der Ameisen geregelt, gibt es geeignete Personen die Helfen.
Kann mir gut vorstellen, dass Eltern da schnell überfordert sind.
Gehe davon aus, das sie meistens gar nicht wissen was ihre Kinder sich ins Haus geholt haben.
Bei Exoten kommt noch dazu, was wird, wenn die Ameisenhaltung doch nicht das Richtige war.

Wohin mit den Ameisen?
Größere Kolonien weiterzugeben beinhaltet schon ein logistisches Problem.
Ameisenkolonien können sehr groß werden und das manchmal schneller als erwartet,
das trifft auch auf die Anfängerameisenart „Lasius niger“ zu.

Sind die Möglichkeiten vorhanden, große Kolonien unterzubringen, entsprechendes Futter zu besorgen und zu finanzieren?
Denke eher das solche Überlegungen aus mangelnder Erfahrung erst gar nicht angestellt werden.
Ist nur Schade, dass dabei Tiere ungewollt Schaden nehmen, oder Jemand der sich wirklich der Herausforderung stellen will,
ein ganz spezielles Hobby zu meistern, schnell überfordert wird.

Ist überhaupt die Zeit und die Bereitschaft vorhanden, fast jeden Tag nach den Ameisen zu schauen und sie zu pflegen?
Aus meiner Sicht, sehr fraglich, einfach weil Neueinsteiger nicht die Informationen und den Überblick haben,
was da wird aus einer Königin oder kleinen Kolonie.
Nach dem Motto, ich versuche es einfach, es wird schon werden.

Früher gab es nur die einheimischen Arten,
die Folgen waren nicht so kritisch, wenn Jemand zu der Erkenntnis kam, das mit der Ameisenhaltung ist es nicht für mich.
Heute stehen exotische Ameisenarten für Jeden zur Verfügung, der bereit ist die entsprechenden Preise dafür zu bezahlen.
So ist es möglich geworden, das Ameisen auch in Hände von Möchtegernhaltern kommen, die sich überschätzen und mit
wenig oder gar keinen Erfahrungen für Negativschlagzeilen sorgen.
Das klingt hart, kann allerdings aus meiner Sicht nicht hoch genug hervorgehoben werden.

Schaut einfach in die Foren und lest, was da geschrieben wird, zusammengetragen von Ameisenhaltern die viel Zeit investiert haben um
für uns die Gefahren der Ameisenhaltung transparent zu machen, mit Informationen, die es uns ermöglichen, auch weiterhin Ameisen zu halten.
Auch die Herausforderungen an etwas nicht Alltägliches hinzubekommen und die Einzigartigkeit eines besonderen Hobbys darzustellen.
Ich selber bin vorbelastet, auf dem Lande mitten in der Natur aufgewachsen, mit einem Vater, der das Krabbeln noch im Schlaf gehört hat.
Das prägt und verleitet dazu, selber sensibel die Natur zu erleben.
Was hat euch dazu verleitet, die Ameisenhaltung zu versuchen?

Sensible Erfordernisse und Überlegungen, die nicht unbedingt an erster Stelle stehen,
wenn es darum geht, die erste Ameisenkolonie anzuschaffen.

Trotzdem eine gewichtige Begebenheit, die mit dazu beitragen könnte, ob es uns in Zukunft noch erlaubt ist, Ameisen zu halten.
Denke da an gesetzliche Einschränkungen, die es geben könnte.
 
Ameisenhaltung, schon ein Thema für sich,
mit Neuem und Herausforderungen, in die es gilt, hereinzuwachsen, klarzukommen mit interessanten Insekten.

Denkt dabei an eure Futtertiere, auch Lebewesen, die lebenswürdig untergebracht werden wollen.
Das sie als Futter für unsere Ameisen gedacht sind und sowieso bald sterben müssen,
entbindet uns nicht der Verantwortung auch diese Tiere vernünftig unterzubringen.
Sind Tiere dabei die gehalten in einer Arena interessante Beobachtungen anbieten.
Ein Heimchen- oder Grillenmännchen ist im ausgewachsenen Stadium deutlich zu vernehmen.
Futtertiere eingepfercht in viel zu enge Boxen, so sind sie zu erwerben, Versorgungszustand?
Gerne nehmen sie als Erste Hilfe ein paar Tropfen Wasser.
Habt Ihr keine Möglichkeit auch diese Tiere aus ihrem Gefängniss zu befreien und in größeren Behältnissen unterzubringen,
ist es besser sie gleich zu töten.
Und passt besonders auf eure Futtertiere auf, sind sie nicht bei uns beheimatet, gilt dasselbe wie für exotische Ameisen,
lasst sie nicht in unsere Natur entwischen.

Eine Anregung
Freude an einer Ameisenhaltung, Beobachtungsmöglichkeiten, Erkenntnisse sammeln,
Haltungsbedingungen erarbeiten und umsetzen in Nestmöglichkeiten, Klimabereitstellung,
geht mit einfachen Mitteln.

Es macht keinen Unterschied, ob ihr einheimische Arten haltet oder Exoten.
Ameisenarten haben alle ihre speziellen Bedürfnisse, die herausfordern und gelöst werden müssen,
sonst wird es nicht mit einer fortschreitenden Entwicklung und längeren Haltung.

Um sich Grundlagen und Weitergehendes zu diesen Tieren zu erarbeiten, braucht es keine exotischen Arten,
es sei denn, Ihr wollt viel Euros riskieren und Euch an dem Schaulaufen in den Foren beteiligen.
Für mich dabei mehr als traurig, dass Halter exotischer Arten in den Foren besonders Punkten und sich profilieren können.
Wirklich gut gemachte Berichte über einheimische Arten untergehen, genau wie Ihre Schreiber.

Sammelt nicht alles ein, was Euch über den Weg läuft.
Schnell kommt Übereifer auf und es wird kräftig zugegriffen beim Einsammeln von geschwärmten Königinnen.
Erst später  Fragen wie wohin mit den Vielen, wie und wo unterbringen, wie versorgen, ........?
Es hat seinen Sinn, dass manche Arten Tausende an Geschlechtstieren hervorbringen,
jedes Tier hat in der Natur seinen Platz und seine Aufgaben und die liegen bestimmt nicht in einem Glasbecken.
Informiert Euch vorab über das, was Ihr einsammeln wollt, einige Tiere und Pflanzen sind geschützt,
streng geschützt, das gilt auch für manche Ameisenarten.

Eine Übersicht dazu findet Ihr hier.

Nicht überall darf gesammelt werden, Naturschutzgebiete sind Tabu, gucken, beobachten, mehr ist nicht.

Ameisenvölker in der Natur ausgraben, sage es ganz klar, ist nur was für Leute die was davon verstehen.
Bedenkt das für die verbleibenden Ameisen und Nestteile großer Schaden entsteht der nicht selten den Untergang mach sich zieht.
Selbst Völker die als polygen (mehrere begattete Königinnen möglich) gelistet werden, müssen nicht zwangsläufig mehrere Königinnen haben.
Abgesehen davon das bei einigen Arten nur mit viel Glück und nicht unerheblichen Nestzerstörungen eine Königin überhaupt zu finden ist,
sind verbliebene Restvölker ohne Königin verloren.