|
Lasius flavus ab 30.05.2010 eine Haltung die interessant weiter geht
In den letzten Tagen schlüpfen viele Arbeiterinnen.
Ein paar richtig große Arbeiterinnen gibt es auch.
Für Jungköniginnen hat es dieses Jahr noch nicht gereicht.
Ein paar Männchen haben sie aufgezogen.
Hier ein paar Bilder mit meinem so wie ich meine, gelungenem Tischtuch.
Was sie da machen, wird schnell klar, sie sind bei ihrer Lieblingsbeschäftigung.
Der alte Nestblock ist übervölkert und ein Neuer angeschlossen, doch davon später mehr.
11.06.2010 Eine produktive Ameisenart, die es versteht, ihre Arbeiterinnenanzahl deutlich weiter zu erhöhen. Seit der Winterruhe hat sich optisch betrachtet, diese mehr als verdoppelt. Und sie geben keine Ruhe, weiterhin unzählige Eier, Larven, Puppen. Meine Bemühungen, sie in ihrer Vermehrung ein wenig auszubremsen, scheinen sie einfach zu ignorieren. Auch mit weniger Futter geht es gut voran.
Die wenigen Männchen, die sie aufgezogen hatten, mussten dran glauben, nichts mehr von zu sehen. Ob sie diese, da sie nicht abfliegen konnten, aufgefuttert haben, oder unkenntlich zerlegt, kann ich nicht beantworten.
Nach wie vor bevorzugen sie die lehmgestrichenen Bereiche im neuen Nestblock.
Allerdings lässt ihre Arbeiterinnenzunahme ihnen jetzt keine Wahl, auch die nur Gipsbereiche (Kammern) werden umfangreicher genutzt. Hab es nicht mitbekommen, in einer nächtlichen Aktion sind die noch verbliebenen 3 Königinnen umgezogen.
Und sie waren fleißig.
Den alten Nestblock wollte ich eigentlich entfernen, wie es aussieht, machen Lasius flavus da nicht mit. Sie benutzen jetzt alles was ihr Halter ihnen als Lebensraum zur Verfügung stellt.
Zeit für ein Experiment. Nachdem die Königinnen ausgezogen sind, gibt es auf dem alten Nestblock keine verdunkelnde Abdeckung mehr. Scheint sie nicht so richtig zu beeindrucken. Da kann ich nur hoffen, dass sie keine weitere Stelle finden, wo sie sich durchknabbern können. Selbst die Abdeckscheibe musste ich schon rundherum mit Silicon abdichten, einfach drunter durch geknabbert.
Wenn sie so weiter machen, geht mir bald der Siliconkleber aus.
In der Natur leben sie unterirdisch versteckt, dass sie sich deshalb in der Haltung nicht sehen lassen, trifft nicht zu. In der Natur nutzen sie Wurzelläuse für ihre Futterversorgung, in der Haltung geht es ganz ohne. Honigwasser, Zuckerwasser als Kohlenhydratversorgung werden gerne und reichlich genommen. Sie futtern alles an Insekten was sie bekommen können, selektieren dabei nicht auf Bestimmte. Einzige Ausnahme, größere Futtertiere dürfen nicht mehr leben und müssen zerteilt werden. Das auch nur, weil diese sonst eher austrocknen würden, bevor sie von den Ameisen zerlegt werden könnten. Trockenes Futter braucht Ihr nicht anbieten, nehmen sie nicht, wird bestenfalls ein wenig herumgezerrt und dann irgendwo liegen gelassen. Totes Futter ist angebrachter, jagen können sie nicht gut. Macht keinen Unterschied ob nur getötet oder überbrüht gereicht, sie gehen ran. Und das geht richtig fix, kaum Futter entdeckt, kommen unzählige Ameisen durch den Schlauch gelaufen um sich über ihre Beute herzumachen.
Thema Schlauch. Dieser braucht keinen großen Innendurchmesser zu haben, sie zerlegen ihr Futter vor Ort soweit, dass sie es auch durch engere Schläuche bekommen. Verwende Schlauch mit 6 mm Innendurchmesser. Bei größerer Kolonie dürfen es ruhig ein bis 2 m Schlauch sein. Allerdings müsst Ihr Euch bei solchen Schlauchlängen was einfallen lassen, es ist erforderlich das Lüftungslöcher vorhanden sind. Besonders bei Mal zu feuchter Haltung gibt es sonst mächtig Probleme. In einigen Schlauchbereichen bildet sich Kondenswasser, worin sie einfach ertrinken. Das kann so weit gehen, dass sie nicht mehr durchkommen. Die Folgen sind klar, Arbeiterinnen aus der Arena kommen nicht mehr ins Nest und sterben bald. Im Nest gibt es auch Probleme, hier fehlt der Futternachschub. Ist alles bedacht habt ihr viel Freude sie dabei zu beobachten wie sie ausgiebig und flink durch Schläuche hasten. Nicht selten sind heimkommende Arbeiterinnen dabei zu beobachten, wie sie Flüssigkeiten unterwegs an ausschwärmende Arbeiterinnen weiter geben. Gut das kennt Ihr ja schon, ist nicht selten zu beobachten bei Arten mit sozialem Magen.
Wie wird es weiter gehen? Eine Frage, die heute nicht zu beantworten ist, Ameisenhaltung nimmt immer ihre eigenen Wege. Bleibt für mich die Hoffnung, dass sie noch lange bei mir leben. Mein ganz besonderes Interesse gilt dabei den Königinnen, werden sie weiterhin geduldet? 26.06.2010 Gebrauchte, gut erhaltene Wohnung zu vermieten.

Wie ihr seht, das Ding ist leer. Freiwillig sind sie nicht ausgezogen, obwohl es anfangs so aussah, es könnte was werden. Das Nest ohne Verdunkelung hat sie nicht lange gestört. Abgesehen davon das sich immer noch ein erheblicher Anteil an Arbeiterinnen darin aufgehalten hat, wussten sie schnell die Trockenheit im alten Nest zu nutzen. Muss sagen, hat mir nicht gefallen, sie haben Puppe um Puppe in die Helligkeit des alten Nestes getragen. Habt sicherlich in den Foren gelesen, ein nicht abgedunkeltes Nest ist keine artgerechte Haltung, Einige sprechen sogar von Tierquälerei? Für mich passt in der Haltung das, was diese Ameisen sich aussuchen.
Da sie nicht freiwillig aus dem Nest wollten, war von ihrem Halter Handlungsbedarf gefordert. Kurzerhand das Nest umgedreht, den Boden nach oben. Dazu bei, jeder Gelegenheit, das Nest ausdauernd angeklopft. Das haben sie verstanden, bis auf ein paar wenige Arbeiterinnen wurde das alte Nest verlassen. Ans nicht abgedunkelte Nest konnten sie sich gewöhnen, an Erschütterungen nicht.
Das neue Nest ist jetzt komplett akzeptiert.
Ameisen, Eier, Larven, Puppen werden entsprechend der Kammerfeuchtigkeit verteilt. Das einige Kammern nicht mit Lehm ausgestrichen sind, ist den Ameisen jetzt egal. Trotzdem war das keine gute Idee von mir. Der Gedanke, dass sich gelbe Ameisen auf weißem Grund besser beobachten lassen passt prima, leider sind jetzt Eier und besonders kleinere Larven schlecht zu erkennen.
Nach abgeschlossenem Nestumzug ist es jetzt an der Zeit eine größere Arena einzusetzen. Wobei das nur auf meine Betrachtungsweise beruht, ist nicht ersichtlich ob diese Ameisen selber eine Auslauferweiterung wollen/brauchen? Kurze Wege zum Futter, nicht groß suchen, scheint gut zu passen. Wichtig ist nur das Futter selber, der Platz darum interessiert sie nicht.
Von ihrer Hartnäckigkeit im Nestbereich für mehr Auslauf zu sorgen ist in der Arena kaum was zu sehen, selten Ameisen, die bis zur Ausbruchssperre hochkrabbeln. Dazu ist zu sagen, die Futterversorgung ist nicht üppig. Daraus jetzt abzuleiten, diese Art versucht aus einer Arena nicht zu entkommen wäre nicht richtig. So bin ich jetzt auf der Suche nach einem größeren Behälter mit abgerundeten Ecken ohne Nahtstellen.
Und wie alles zur Unterbringung dieser Kolonie, kostengünstig. Hoffe ein wenig darauf aufmerksam machen zu können, dass Ameisenhaltung nicht teuer sein muss. Alles zusammengerecht grob 20€. Auch bei der Futterversorgung entstehen nur geringe Kosten. Sie sind nicht wählerisch und können gut mit Mehlwürmern versorgt werden. Besonders gerne nehmen sie zerteilte Mehlkäferpuppen. Heizungen und Lampen werden nicht benötigt.
11.07.2010 Wie letztes Jahr auch schon zu beobachten, gibt es eine Entwicklung die wie die Vorbereitung auf eine Winterruhe aussieht. Die Königinnen, weiterhin 3, legen zurzeit keine Eier.

Puppen sind fast alle geschlüpft und Larven bleiben klein, wachsen nicht mehr. Kleine Larven sind überaus reichlich vorhanden.

Ob diese Entwicklung bedingt ist durch die derzeitig sehr hohen Temperaturen, kann ich nicht sagen. Im letzten Jahr haben sie diesen Ruhestand ein paar Wochen durchgezogen und dann noch einmal losgelegt. Bin der Hoffnung, dass es auch dieses Jahr nochmals losgeht, sie nicht doch schon in der Vorbereitungsphase zur Winterruhe sind. Auszuschließen ist das nicht, habe ich sie doch durchgehend warm gehalten und ausreichend mit Futter versorgt.
18.08.2010 Die Entwicklung tritt auf der Stelle, sie wollen nicht mehr. Bei mir in der Gegend hat diese Art dieses Jahr noch nicht mal geschwärmt und in der Haltung stehen die Zeichen auf Winterruhe. Zwei Dinge leite ich daraus ab, gute Haltungsbedingungen, wesentlich für mich dabei, immer warme Temperaturen, dazu noch eine frühere Auswinterung und sie sind durch mit ihrem Sommerzyklus, weit, bevor es in der Natur so ist. Gut das ist nicht neu und nachzulesen. Wesentlichere Beobachtung, wie auch schon letztes Jahr, sie bereiten sich ohne äußere Anreizte auf den Winter vor. Insekten haben ihre Bedeutung fast ganz verloren, sie gehen kaum noch ran. Zuckerwasser, Honigwasser wird weiter eifrig genommen. Gibt keine neuen Eier, fast alle Puppen sind geschlüpft. Nur ganz vereinzelt gibt es noch Verpuppungen, und die Wenigen sind jetzt sogar zählbar. Eine nicht übersehbare Zahl von kleinen Larven.
Sieht ganz stark danach aus, dass es für mich an der Zeit ist, einen kühleren Stellplatz für sie zu suchen. Bis Ende August belasse ich es noch so, wie es ist, dann kommen sie in den Keller. Dort ist zwar auch noch kein Winter, jedoch deutlich kühler.
Damit geht für sie ein weiteres Ameisenjahr zu Ende und die Hoffnung, dass weiterhin 3 Königinnen in der Kolonie leben.
Auch meine ich, eine übermäßige Zunahme der Arbeiterinnenanzahl unterdrückt zu haben. Viele Königinnen, viel Arbeiterinnennachwuchs, solche Folgerungen sind für mich als Verallgemeinerung nur für Blödsinn. Das Futter macht es, ohne ausreichend Eiweißversorgung (Insekten) gibt es für Ameisen nicht die Voraussetzungen um viel Nachwuchs aufzuziehen. Genauso reagieren sie auf eine gute Eiweißversorgung, die Königinnen werden besser versorgt und legen mehr Eier. Das ist alles nicht neu und in der Tierwelt immer wieder zu beobachten.
Hier noch ein Nestbild zum Abschluss, was es sonst dieses Jahr noch zu berichten gibt, gucken wir mal?
08.09.2010 Wieder ist ein Ameisenjahr fast vorbei, für ihren Halter gab es nur Erfreuliches! Weitere Einblicke in eine sonst verborgene Lebensweise dieser Art, erste Männchen im Frühsommer, viele neue Sechsbeiner und eine erneute Bestätigung, ein einfaches Gipsnest hält auf Dauer nicht Stand. Weiterhin 3 Königinnen, die sich vertragen und geduldet werden.
Naja, Futter beschaffen, neues Nest anfertigen, fleißig berichten, so ganz bin ich nicht ohne Einsatz davon gekommen.
Ihr Verhalten hat sich nicht geändert, weiterhin keine Eier und Puppen. Wie gehabt, Insekten sind zur Nebensache geworden, Zucker- oder Honigwasser wird weiterhin gerne genommen.
Ist an der Zeit ihnen die Haltungsbedingungen zu geben, die sie einfordern. Seit ein paar Tagen ist es vorbei mit molligen 24°C, bei jetzt 17°C im Keller, können sie sich weiter auf den Winter vorbereiten. Später, wenn es draußen kälter ist, bekommen sie mehr Winter in der Garage. 17°C, weniger gibt mein Keller zurzeit nicht her, ist deutlich zu warm für eine Winterruhe. Weiterhin Kohlenhydrate, soviel sie wegtragen. Erst wenn es in kältere Temperaturen geht, müssen sie vorher auch darauf verzichten.
20.11.2010 Lasius flavus im Winterquertier. Momentan ruhen sie bei den bei mir herrschenden Außentemperaturen im Gartenhaus.
Normal sind alle Nester abgedeckt, für Euch gab es eine Ausnahme. Habe ihnen die kleine Arena gelassen, um zu beobachten, ob sie noch furagieren wollen. Ist nichts mehr los, Aktivitäten außerhalb des Nestes gleich 0.
Im Nest sind nur träge Ameisen zu beobachten, einmal kurz anklopfen reicht da nicht um sie zu Bewegungen zu veranlassen.

Allerdings gibt es keine Wintertraube, sie verteilen sich weiterhin über alle Nestkammern. Lediglich ihre Larven haben sie überwiegend zusammengetragen.
Das Teil hinten an der Wand ist ein Funkthermometer. Damit ist es mir möglich, jederzeit die vorhandene Temperatur zu sehen. Weiter werden die Temperaturen gespeichert um Nachvollziehen zu können, wo nächtliche Tiefstwerte lagen.
29.12.2010 Einige Tage Winterruhe haben sie jetzt schon hinter sich, ein paar davon mit Minusgraden. Sind ein wenig dichter zusammengerückt, eine Wintertraube gibt es nicht.
Lediglich ihre Larven liegen dicht auf mehreren Haufen. Kondenswasser an der Scheibe, im Winter kaum zu vermeiden. Alle Königinnen sind weiterhin vorhanden. Eine wollte aufs Bild.
|