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Start im Reagenzglas.
         
                                   
Habt Ihr sicherlich schon zur Genüge gelesen, Gründerköniginnen und Gründerkolonien lassen sich gut im Reagenzglas halten.

Die Vorteile scheinen auf der Hand zu liegen.
Geringe Anschaffungskosten
Leicht herzurichten
Überwiegend unvorbelastet durch Keime
Leicht unterzubringen und zu transportieren
Gute Einblickmöglichkeit
Für viele Arten geeignet

Um nur ein paar zu nennen.

Hört sich doch gut an und dennoch ist mit einer unsachgemäßen Herrichtung eines Reagenzglases eine Gründung schon daneben gegangen.
Jetzt fragt Ihr Euch wie geht das, kann doch nicht sein, wird doch von Vielen so praktiziert?

Dazu ist eine andere Herangehensweise notwendig, Überlegungen was mit einem Reagenzglas erreicht werden soll
und das richtet sich ganz nach den Bedürfnissen unserer Ameisen.

Lasst mich hier ein paar Gedanken, Ideen und Erfahrungen weiter geben.

Die Zutaten sind einfach.

           

Das alles eingefüllt und reingestopft und los kann es gehen?
(Gut, das ganze Wasser muss nicht sein.)

Weshalb die Mühe mit der Watte und dem Wassertank?
Vielfach nachzulesen, Ameisen trinken an der Watte, machen sie das wirklich?
Meine Beobachtungen, Watte die Wasser soweit durchlaufen lässt das Ameisen da trinken können
ist bald undicht und eine Gründung endet überflutet.

Für mich hat ein Wassertank die Aufgabe, in der Reagenzglaskammer für ausreichend Luftfeuchtigkeit zu sorgen,
damit Eier und Larven nicht vertrocknen.
Ist das Reagenzglas bei claustral gründenden Königinnen noch mit einem lockeren Wattestopfen verschlossen,
stellt sich ein geeignetes Mikroklima ein.

                               Falsch                                                                 Richtig
                              

Auch ein Verschluss mit Erde erfüllt diesen Zweck und nicht claustral gründende Königinnen wie z. B. Myrmica rubra,
können sich einen Ausgang anlegen und so gehalten werden.

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Schnell wird klar, der Wattestopfen zwischen Wasser und Reagenzglaskammer ist der Knackpunkt.
Ist er zu dünn oder locker, läuft das Wasser aus, ist er zu dicht und fest,
difundiert zu wenig Wasser durch und die Luftfeuchtigkeit in der Nestkammer bleibt zu gering.

Nur was machen und wie?
Watte als lockere Formation in Reagenzglas gestopft, wird meisten nicht lange dicht bleiben.

  [Wie immer, kleinere Bilder werden durch Doppelklick größer.]

Knüllt die Watte vorher ordentlich zusammen, damit sich ein gut verdichteter Bauch ergibt.

      
 
Wie die Watte ins Reagenzglas bekommen?
Gute Möglichkeit, ein Rundholz das in etwas den Innendurchmesser des Reagenzglases hat.

                          

Und seit vorsichtig, ein Reagenzglas ist nicht unkaputtbar.

Wichtig, damit sich später nicht Eier, Larven, Puppen in der Watte verfangen,
den Stopfen zur Nestkammer hin, möglichst faserfrei hinzubekommen.
So was wie hier geht nicht.

                                    

Ein zu durchlässiger Wattestopfen lässt sich testen.
Fertigt einfach mehrere Reagenzgläser an und stellt sie für 24 Stunden auf den Kopf.



Mache ich jedes Mal so um schon im Voraus ungeeignete Reagenzglaskonstruktionen auszusortieren.

Und übt ruhig mit mehren Reagenzglaser,
ist besser vorher ein wenig Zeit zu investieren als später eine ertrunkene Gründung zu bewundern.

Weiter lässt sich später ein Reagenzglas vorne hochlegen um einen Auslaufschaden möglicherweise zu begrenzen.
Wie zu sehen, bei einem größeren Wassertank funktioniert das auch nicht mehr richtig.

       

Folgerung, ein kleinerer Wassertank.
                                                                                                                                                            
Schwieriger ist es schon festzustellen, ob der Wattestopfen nicht zu dick und fest ist,
nicht mehr genug Wasser durch difundiert?
Dazu kommt auch noch, wie das andere Ende des Reagenzglases gestaltet ist,
von offen bis geschlossen ist denkbar und macht schnell jeden Wattestopfen zum Wassertank unbrauchbar. (Mikroklima)
Für die richtige Dicke und Verdichtung eines Wattestopfens zum Wassertank kann ich kein Rezept anbieten.
Bleibt für mich auch nur Experimentieren und auf gemachte Erfahrungen zurückzugreifen.

Ist es geglückt den Stopfen richtig hinzubekommen, ist sie noch nicht durch die Gründung.

Was könnte noch passieren?
Das Wasser verfärbt sich.

                  

Ignorieren, Verunreinigungen bei der Einfüllung zeigen ihre Spuren.
Ein wenig kann dagegengewirkt werden, indem abgekochtes Wasser möglichst warm in das Reagenzglas eingefüllt wird,
klappt nicht immer, einen Versuch ist es wert.

Die Watte wird grün.

              

Auch unbedenklich sind harmlose Algen.

Die Watte wird schwarzoder braun, da müsst Ihr genauer hingucken.
     
          

Meistens verursacht durch Ausscheidungen der Ameisen und Ablagerungen von entsorgtem Müll.
Entsorgt ist da nicht ganz richtig, sie tragen ihren Müll in Richtung Reagenzglasverschlussstopfen,
oder falls diese offen ist, aus dem Reagenzglas.
Leider hat Watte den Nachteil, das sich schnell mal, was darin verhackt und von Ameisen nicht entfernt wird oder werden kann.
Das gammelt und gibt dunkle Verfärbungen.
Auch noch kein Grund zur Panik und gleich an einen Notumzug zu denken.
Möglichkeiten für einen Umzug anbieten und gut ist es.
Alles, was dunkel an der Watte ist, nicht gleich ein Grund Ameisen in ein neues Reagenzglas zu bringen.
Solche Verfärbungen sind der Normalzustand, wenn Ameisen in einem Reagenzglas leben.

Wie in der Natur auch, Ameisen mögen es dunkel.

       

Eine rote Folie gibt geringe Duchtblickmöglichkeit.
Alufolie geht auch, selbst eine Pappröhre oder Papierumwickelung ist möglich.

Folien um das Reagenzglas gewickelt ist nichts für Ungeduldige.
Kleinste Erschütterungen beim Entfernen der Folie löst Unruhe aus.
Kurzzeitig geringes Licht geht oftmals eher.
Hier eine Möglichkeit, um nachzusehen.
Mit ein wenig Vorsicht geht das ohne Erschütterungen.

                            

Reagenzglas/Gläser bis fast an die Oberkante eingegraben.
Feiner Kies, Sand, Erde selbst trockene, feine Sägespäne ist dazu geeignet.
Das Ganze in eine Schachtel und oben übers Reagenzglas was zum Abdunkeln, wie hier die Alufolie.

Soweit eine kleine Anleitung die hoffentlich hilft, falls Ihr Euch für eine Gründung mit Reagenzglas entscheidet.
Ein Reagenzglas ist nur eine Möglichkeit dafür, unnatürlich wie andere Behältnisse auch.
Ytong, Gips oder sonst welche Schachteln machen da keinen Unterschied.
Ameisen gründen nur natürlich in Ihrem Lebensraum, für viele ist das in der Erde.
Was wir ihnen auch anbieten, ist immer nur für uns.
Wir wollen sie beobachten.
Das Ameisen damit klarkommen, ist nicht immer so.