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Camponotus substitutus Update 08.01.2009

Es gibt wieder königlichen Nachwuchs, der diesmal recht klein ausgefallen ist.

                                             
Nur mit Mühe konnte ich halbwegs eine der Temnothorax spec. Jungköniginnen ablichten.
Ist schon verwunderlich wie sich diese Ameisen in der Camponotus substitutus Anlage behaupten,
sollte es daran liegen das diese Camponotusart doch nicht so aggressiv ist wie nachzulesen?
Die Temnothorax scheint es nicht zu stören, dass sie es schön warm haben,
während in der Natur Kälte herrscht und Winterruhe angesagt ist, mal sehen, wie lange es gut geht?
Dazu kommt noch das es in der Anlage richtig trocken ist, gibt nur selten künstlichen Regen.
Weitere Anmerkung, Geschlechtstieraufzucht ohne vorherige Winterruhe.

Majorarbeiterin scheinen die Untermieter nicht mal aufgefallen zu sein, jedenfalls nimmt sie keine Notiz davon.

           

   
Überhaupt scheinen substitutus die kleinen Temnothorax nicht wahrzunehmen oder weder als Gefahr noch Beute einzuordnen.

Eine Beobachtung ist es Wert, diese Tiere als Hügelbauer zu betrachten, Nachteil, das Nachwuchsleben bleibt weitgehend verborgen.
                
Das Ytongnest, welches sich über eine der Anlagenseiten erstreckt, wird zwar gut von Ameisen belagert,
an Nachwuchs gibt es da bestenfalls kleine Larven zu sehen.

Kein Wunder ihr Hügel ist doch komfortabel durch eine Lampe temperiert.
So bleibt mir nur eine grobe Einschätzung über das, was sich im Nest entwickelt.
Zurzeit sind sie sehr darauf bedacht reichlich Futter einzutragen, Proteine sind besonders gefragt.
Hier seht ihr sie wie sie dabei sind Drohnenpuppen zu zerlegen.
                           
Drohnenpuppen im Sommer bei meinen Bienen geklaut und ohne überbrühen gleich eingefroren,
ein eiweißreiches Futter nicht nur für den Winter,
das von vielen meiner Ameisen gerne genommen wird.
Selbst die kleineren Arten gehen ran, wenn die Puppen zerkleinert gereicht werden.
Zerkleinern geht nur, solange die Puppen noch tiefgefroren sind.
Solltet Ihr auch mal probieren, falls ihr einen Imker in der Nähe habt.
Drohnenbrut wird zur Varroamilbenreduzierung aus den Bienenvölkern entfernt, zudem gibt es die auch noch für „Lau“.

Eine Packung Grillen oder Heimchen ist auch kein Problem.
                  
Wie ihr seht, gehöre ich nicht zu den Haltern, die jedes Futtertier desinfizieren (abbrühen).
Deshalb hier der Hinweis, nicht abgebrühte Futtertiere können Milben mitbringen.

Für Grillen und Heimchen gibt es extra Futter von mir ins Becken, mit den doch zahlreichen Versteckmöglichkeiten
und der Beobachtung das meine Camponotus substitutus nur selten auf Ästen und Zweigen nach Futter suchen,
haben auch diese Tiere die Möglichkeit in der Anlage eine Zeit lang zu leben.
                  
Allerdings um Kohlenhydrate machen diese Ameisen auch keinen Bogen, nah gut das ist ja nicht neu,
brauche keine Angst haben das mir das Zeug im Kühlschrank schlecht wird.
                                  
Aus dem hohen Futterbedarf abgeleitet, haben sie viele gefräßige Larven zu versorgen.
In den letzten Tagen sind vermehrt geflügelte Jungköniginnen zu beobachten.
Könnten noch welche vom letzten Mal sein, ob es ein neuer Schub ist, muss sich noch zeigen?
Früher konnte ich in den Abendstunden an die Hundert Jungköniginnen zählen, besonders Viele und aktiv,
wenn es noch gut warm war und ich für künstlichen Regen gesorgt hatte.
In den vergangenen Wochen waren kaum noch Jungköniginnen zu sehen, auch konnte ich den Verbleib dieser Tiere nicht klären.
Keine Toten, Totenreste, nicht mal Flügel sind zu finden.
Was sie mit Ihren toten Arbeiterinnen machen, ist ein weiteres Rätsel?
Gibt ein paar Abfallhaufen, die sie unterhalten, tote Ameisen darauf, Fehlanzeige.
Selten zu beobachten das Arbeiterinnen mal eine Tote durch die Anlage tragen.
Entweder es sterben kaum Ameisen oder was ich vermute, sie zerlegen die Gestorbenen soweit das davon für mich nichts mehr zu erkennen ist.
Denke ich da an meine Formica cunicularia, die immer schön die leeren Kokons draußen entsorgen damit ich gut überblicken kann,
was es an Nachwuchs gegeben hat,
bei substitutus nicht ein leerer Kokon zu sehen.

Ist auch nur noch schwer halbwegs die Arbeiterinnenanzahl abzuschätzen, genaugenommen habe ich es aufgegeben.
Seitdem sie im großen Becken leben, verteilen und verkriechen sich diese Ameisen geschickt.
Auch wenn die große Anzahl der Arbeiterinnen den Eindruck vermittelt das es sich um eine aktive Ameisenart handelt,
bleiben es doch zurückhaltende, heimlich lebende Ameisen.

Ameisen beobachten und das Gesehne auch noch zu interpretieren, für mich nur eine Momentaufnahme.
Geringfügig veränderte Haltungsparameter, unterschiedliches Futter oder Anlagengestaltung, schnell kommt Verwirrung auf!
Daraus resultieren unterschiedlichste Beobachtungen, wo es schwer bis unmöglich ist, brauchbare Informationen herauszufiltern?
Auch Bilder sind nur eine Momentaufnahme.
Wünschte das ich eine bessere Technik zur Verfügung hätte um das Leben von besonderen Tieren, unseren Ameisen einzufangen.
Die Qualität lässt zu wünschen.
Hier könnt ihr sie sehen und selber beurteilen, was diese Art an Aktivitäten entwickelt.

Video7304       

Aggressivität
Schon in der Verkaufsbeschreibung steht, dass diese Ameisenart besonders agressiv ist und schnell ihre chemische Waffe einsetzt.
Ist das nur ein Argument diese Art interessant zu machen oder habe ich eine Mutation aufgezogen?
Keine Spur von Angriffen oder verspritzen von Ameisensäure, nicht mal andeutungsweise.
                       
Sie flüchten lieber als anzugreifen.
Selbst unmittelbar am Nesthaufen und ruckeln an dort eingebauter Borke keine Angriffe.
Anstupsen mit den Fingern, sie flüchten einfach.
Wenn ich das bei Lasius niger mache, gleich wütende Ameisen an den Fingern, die beißen und Säure verspritzen.

Aggressivität, bei meinen Camponotus substitutus, nichts davon trifft zu.
Hier ein kleines Video dazu.
CIMG9686 Video                           

Ist nicht immer einfach zu beurteilen, wie agresiv eine Art ist, dazu braucht es Beobachtungen bei verschiedenen Arten,
um dafür einen Maßstab zu erarbeiten.

Vorsichtige und ruhige Bewegungen beim Füttern, damit sie sich nicht erschrecken und weglaufen
                            

und sie werden zutraulich.
                   

Hier noch Majorarbeiterinnen.
                            

Mit dem Alter der Kolonie verändert sich die Zusammensetzung der Arbeiterinnen.
               
Die Anzahl der kleinen bis großen Majorarbeiterinnen hat deutlich zugenommen.
Das die Ameisen dadurch verhungern müssen ist nicht zu befürchten,
     
die Majorarbeiterinnen sammeln Futter genau wie die kleineren Mediaarbeiterinnen.

                                                        


Ein Blick in die Vorratskammer.
 
Prallgefüllte Gaster.

Hier mit einer erbeuteten kleinen Fliege.
 
Diese zu fangen bringt richtig Leben in die Kolonie, kaum registriert suchen sie rastlos die Anlage ab.
Müssen nur Fliegen sein, die nicht fliegen können, sonst gibt es gut Arbeit für den Halter, Fliegenkacke entfernen.
Lebende Fliegen länger in der Anlage hinterlassen ihre Spuren.

Update 21.02.2009
Die verfressene Bande ist aktiv ohne Veränderung, noch nichts zu sehen davon, dass sie wieder eine Ruhephase einlegen wollen.
Ein Teil des Volkes lebt im seitlichen Ytongnest, leider waren sie nicht gewillt die Scheibe ihres Nestes für einen Fototermin zu säubern.
Ein kleiner Einblick ist dennoch möglich.
                          
Auch wenn sie mir den Einblick ein wenig zugeschmiert haben, ist es mir jetzt wieder möglich,
einen Überblick in ihre Nachwuchsentwicklung zu bekommen.
Larven in allen Stadien und Puppen zeigen mir das sie noch voll in der aktiven Phase sind.
Das Ytongnest hat eine Größe von 48 x 46cm, mit einer Kammertiefe von 3cm.

Frisch gehäutete Mehlwürmer verschmähen sie auch nicht.
             
Falls ihnen dabei ein Wurm entwischt, in einem größeren Becken gibt es keine Probleme.
Gut versteckt kommen die Würmer auch über die Larvenzeit bis zum Käfer.
Die Käfer halten sich fern vom Ameisennest und sind dabei zu beobachten, wie sie in den Abfällen der Ameisen wühlen.
Die Ameisen kommen den Käfern durch die doch gute Panzerung nicht bei und verlieren schnell das Interesse.

Update 11.03.2009
Wie es sich schon angekündigt hatte, sie haben wieder unzählige Jungköniginnen aufgezogen.
        
Ca. 1 Stunde bevor das Licht aus geht zeigen sich die Ersten an den Nestausgängen.
Ist das Licht aus, kommen sie heraus und bevölkern das Becken.
Morgens sind die Ausflüge vorbei, keine Jungkönigin mehr zu sehen, abends geht es dann erneut los.
Voraussetzung, in der Nacht muss es warm bleiben.