|
Camponotus substitutus 21.07.2008
Das große Abenteuer, es geht los, Umzug ist angesagt. Gedacht hatte ich, das kleine Becken in das Große zu stellen und nach dem Auszug der Ameisen es zu entfernen. Leider waren die Oberkanten des Glasbeckens zu unterschiedlich in der Höhe und eine andere Deckelkonstruktion musste her.
Jetzt steht das alte Becken auf dem Neuen, als Verbindung ein 27 mm Schlauch. Das gab eine Freude und ein Gelaufe, kein Wunder bei den langen Beinen bei diesen Ameisen. Schon beim Anschluss des Schlauches konnten Einige es nicht mehr abwarten und ab ging es in Richtung neues Becken. Was die laufen können, mit so einer Geschwindigkeit hatte Ich nicht gerechnet. Gab es doch glatt ein paar Ameisen die an der anderen Seite des Schlauches heraus waren, bevor Ich diesen ins große Becken verlegt hatte. Schnell hatten Einige doch gleich bemerkt, im Deckel gibt es noch Löcher, zum Glück gibt es Kronenkorken. Ameise um Ameise durch den Schlauch und ausgeschwirrt in Ihrer zukünftigen Heimat Gab keine Stelle die diese Flinken Tiere nicht in Augenschein genommen haben. Hier ist der Eingang zum Ytongnest.
 Wie zu sehen, es scheint Interesse zu bestehen. Im Gips ist ein 27 mm, ca. 20 cm langer Schlauch zum Ytong verlegt. So ein Ameisenhalter kann auch richtig gemein sein, um etwas Nachdruck für den Umzug auszuüben, gibt es Futter nur noch im großen Becken. Das Zuckerwasser, kein Problem, kaum hatte Ich es hingestellt schon waren die Ersten zur Stelle, das kann ja noch lustig werden.
Am Nächsten Morgen gleich zu den Ameisen, ein Blick unter die rote Folie des alten Nestes,
der Hausstand ist noch da. Irgendwie scheinen sie sich vertan zu haben, scheinen das Schlauchende im Großbecken jetzt als Nestausgang zu betrachten, jedenfalls hatten Sie in der Nacht angefangen diesen mit Holzgranulat zuzubauen.
 Ameisen auf der Wanderschaft.
 Die nicht selber laufen wollen, werden getragen.
 Die noch nicht können, natürlich auch.
  Klar ist auch wer die ganze Arbeit macht, die Majoren schauen lieber zu. Die Jungköniginnen sind noch unentschlossen.

Was das wohl noch werden wird? Wenn Ich sie so beobachte, so wie sie Zucker/Honigwasser lieben, Ich könnte fast glauben, sie leben nur davon!
 Sie trinken überaus reichlich, Gastersegmente deutlich überdehnt, manchmal denke ich, ob das so gut geht?
Schnell wird sichtbar, sie brauchen mehr. Aus meiner Bienenhaltung fällt auch immer was für meine Ameisen ab.
31.07.2008 Sind jetzt an die 30 Jungköniginnen, die Mutigsten sind jetzt auch im großen Becken zu beobachten
 01.08.2008 Mittagessen, würde ich sie so lassen wie sie wollen, es wäre mit dem Füttern kaum nachzukommen.
   Sie sind noch nicht komplett umgezogen, ein Teil der Puppen sind noch im alten Nest. An Larven haben sie alles rübergetragen, auch das Futter wandert ins neue Nest.
Allerdings ist das neue Nest zweigeteilt, sie müssen mal eine Formica sanguinea in der Verwandtschaft gehabt haben, im Borkenstapel vorm Nesteingang wohnen sie auch.
Die Ritzen zugestopft mit allem, was sie im Becken finden und transportieren konnten.
So eine kleine Ameise muss manchmal ganz schön arbeiten.
Was machen sie nicht alles für ihren Nachwuchs. Mit den Puppen sind sie ständig auf Wanderschaft, immer an die wärmsten Orte der Anlage. Und da gibt es jetzt ein paar Tücken, am Tage gibt es Stellen, die von der Beleuchtung erwärmt werden, also Puppen hintragen, Nachts wieder zurück. Auch eine Möglichkeit Ameisen zu beschäftigen.
Zum Schluss, eine Jungkönigin.
  
21.08.2008 Kaum ist es Nacht, werden andere Geister aktiv.
   In den Abendstunden geht es los, mit einsetzender Dämmerung werden die Jungköniginnen munter. Gut zu sehen, die großen Majorarbeiterinnen haben die Größe der Königinnen.
Die Nacht über sind sie in der ganzen Anlage zu beobachten, auf der Suche nach Erhöhungen.
  In den Morgenstunden ist der Spuk wieder vorbei, keine Jungkönigin mehr zu sehen.
Wo sind denn hier die Männer?
Da kann ich nur sagen, pechgehabt Mädels, gibt keine.
Noch ein paar Bilder aus dem Familienleben der Camponotus substitutus.
    Mit dem Umzug hat es noch nicht richtig funktioniert, sie pendeln ständig hin und her, zwischen alten und neuen Becken. Wird wohl noch etwas dauern, bis sie ihr altes Heim geräumt haben, fürchte fast das es bei diesen Ameisen genauso ist wie bei meinen anderen Ameisenarten, die Letzten muss ich selber umsetzen. Das große Becken ist für diese lauffreudigen, schnellen Ameisen gut geeignet um sie bei ihren Aktivitäten zu unterstützen. Nichts mehr mit untätigen Ameisen, ständig furagierende Ameisen auf der Suche nach Futter. Dabei gilt es das richtige Maß zu finden, werden sie überfüttert, ist es vorbei mit den Aktivitäten.
Und hungrig sind Sie immer.
 
Randbeobachtung, diese Ameisen können sich merken, wo ihr Futter steht. Verwende zur Fütterung von Kohlenhydraten gerne Kronenkorken.
Meine Technik gibt nicht viel her, ein Versuch Video
Im neuen Becken stand dieser immer an derselben Stelle. Nachdem sie ihr ursprüngliches Becken fast geräumt hatten, gab es dort einen Kronenkorken mit Lösung. Kaum waren die ersten Arbeiterinnen mit prallem Gaster zurück durch den Schlauch ins neue Nest,
fanden sich Arbeiterinnen an der alten Futterstelle ein und inspizierten dort den leeren Kronenkorken. Klar ist diese Aussage nicht, ist auch gut denkbar das Sie sobald es Kohlenhydrate gibt auch an den Stellen suchen, die noch nach Zucker- oder Honigwasser riechen.
|