Formica sanguinea Formica sanguinea gehören zu den größeren Ameisen unserer einheimischen Ameisenwelt. Lieben sonnige, trockene Habitate. Leben an sonnigen Waldrändern und offenen Flächen in Wäldern. Bauen kleine Nesthügel und sind leicht zu verwechseln mit den geschützten Formica rufa. In der Haltung sind quicklebendig und überaus aktiv. Zu beachten, Formica sanguinea brauchen eine passende Winterruhe. Unerlässlich, ein guter Ausbruchsschutz.
Formica sanuginea Gehören für mich zu den Wirbelwinden der einheimischen Ameisen in der Haltung. Sonnige, warme Stellen in der Anlage und schon mit wenigen Ameisen (ca. 50) ist richtig was los.
Unruhige, flinke Ameisen, den in ihrer Anlage nichts entgeht. Ständig auf der Suche nach Futter und überaus aggressiv bei ungebetenen Gästen. Eine besondere Verhaltensweise dieser Art, sie überfallen andere Arten und rauben deren Puppen, die sie weiter pflegen. Vorwiegend berauben sie Formica fusca, die schlüpfenden Arbeiterinnen integrieren sie in ihre Kolonie. Formica fusca mit Geschlechtstierlarven und Puppen.
Zu lesen ist das sich Formica sanguinea Sklaven hält, betrachte ich ihr Zusammenleben ist für mich nicht klar ob es Sklaven, sind, sie leben wie die sanguinea mit in der Kolonie. Zwei Ameisenarten zusammen in einer Kolonie eine besondere Herausforderung? Nein, sie stellen wenig Ansprüche, nicht zu feucht untergebracht sind sie leicht zu halten. Zur Zeit der Larvenaufzucht sind sie gierig, nehmen fast alles, was es an Insekten gibt.
Sanguinea und fusca, sie jagen gemeinsam. Trinken gerne Honig- oder Zuckerwasser.
Meine kleine Kolonie (ca. 300 Ameisen) lebt in zwei Gipsnestern, die an den Außenseiten des Beckens stehen. Der vordere Nestblock ist flacher, wegen der Sicht, der Hintere höher. In der Mitte dazwischen Blähton und Kies, gibt einen guten Wassertank um die beiden Nestblöcke leicht zu befeuchten. Hier kurz ein paar Bilder aus der Bauphase.
Ist ein kleines Becken, 25 x 15 x 15 cm, für den Anfang reicht es. Die beiden Nestblöcke haben den praktischen Vorteil, viel Platz im Nestbereich anzubieten. In der Natur ist bei dieser Art zu beobachten, dass eine Kolonie aus mehreren Zweignestern besteht, meine Bauweise bietet ihnen dazu die Möglichkeit. Wie sich später herausstellte, das mit dem Blähton war keine gute Idee, selbst die kleineren fusca sind kräftig genug um diesen herumzuschleppen.
Vorher lebten sie auch schon in einem kleinen Ytongnest, als Auslauf über einen Schlauch angeschlossen eine Plastikbox.
Mit dem Ende der Winterruhe kam eine gute Gelegenheit für den Umzug, das Gipsnest in das neue Becken gelegt, noch bevor sie richtig munter wurden. Nach kurzer Erkundung waren sie auch schon umgezogen in den hinteren Nestblock. Die Wahl war vorherzusehen, geringe Wärme zieht immer. Für das Becken verwende ich eine 12 Volt Halogenlampe, das Vorschaltgerät dafür ist an der Glasscheibe des hinteren Nestblockes befestigt, eine gute Möglichkeit auch die Abwärme zu nutzen. Die Lampe liefert neben der Beleuchtung auch noch eine punktuelle Beckenheizung. Anfangs, nach der Winterruhe waren morgens dort Arbeiterinnen beim Wärmetanken zu beobachten. Gut eine Woche nach der Auswinterung die ersten Eier und dazu überaus hungrige Ameisen.
Tatkräftig bei der Arbeit eine Formica fusca. Fliegen, kleine Heimchen, zerteilte Mehlwurmpuppen, sie konnten alles gebrauchen. Alles was sie schleppen können wird ins Nest befördert. Nebenbei noch reger Besuch am Honig- oder Zuckerwasser, wobei sie beides gleich gern trinken. Noch bevor die ersten Larven schlüpften eine deutliche Zunahme der Eier, welche sie als Pulk lagern. Die Kolonie besteht zu 70% aus Formica sanguinea Arbeiterinnen, der Rest Formica fusca. Eine Königin, aus meiner Sicht in der Haltung ausreichend. Formica fusca sind durch gegebene Puppen in die Kolonie gekommen. Gegebene Formica cunicularia Puppen wurden auch angenommen und bis zum Schlupf gepflegt, die jungen Arbeiterinnen gleich getötet und entsorgt. Passende Haltungsbedingungen und es kommen schnell weitere Arbeiterinnen dazu. Die Entwicklungszeiten vom Ei bist zur schlüpfenden Ameise können in Abhängigkeit von den Temperaturen kräftig variieren. Bei meiner warmen Haltungsart konnte ich folgende Entwicklungszeiten beobachten. Vom Ei bis zum Larvenschlupf 6 - 8 Tage Larvenzeit 8 - 14 Tage Puppenzeit 14- 16 Tage Haltungsparameter bei mir, in der Arena und im Nest, Tag und Nacht 23 - 25°C. Raumfeuchtigkeit, nur leichte Nestbefeuchtung, Arena immer trocken. Die Arena eher trocken als zu feucht. Für die Einrichtung ist zu sagen, diese immer munteren, unruhigen Tiere, ständig herumlaufend, kramen alles Durcheinander was sie bewegen können. Um ihren Bewegungsdrang nachzukommen, nebenbei bieten sich für uns Halter dadurch auch Beobachtungsmöglichkeiten, werden schon früh Erweiterungen nötig. Diese Art trägt die leeren Puppenhüllen ins Freie auf einen Haufen, so ist auch bei einer Erdhaltung der Zuwachs an Ameisen grob nachzählbar.
Entwicklungszeiten Ei 6 - 8 Tage Larve 8 - 14 Tage Puppe 14- 16 Tage
Bei guter und reichlichen Futterversorgung ziehen sie viele Larven auf
und vergesst neben den Insekten nicht Honig- oder Zuckerwasser anzubieten, sie bedienen sich reichlich. Auch Wasser trinken sie, dabei zu beobachten, je trockner die Haltungsbedingungen je mehr Wasser wird genommen. Zur Auflockerung ein Bild meiner kleinen Anlage.
Hier ein Blick in den größeren, hinteren Nestblock.
Schnell wird klar, warum diese Tiere unermüdlich nach Futter suchen und wo die Proteine (Insekten) geblieben sind.
Brauch nicht darüber zu schreiben, ist ersichtlich, muss bald anbauen. Hier die Königin und neue Eier.
Besonderer Hinweis: Gehört ihr zu den Ameisenhaltern die die Lebensgewohnheiten dieser Tiere nicht genau kennen, nicht so begabt seit in der Bestimmung von Ameisenarten, geht nicht los um diese Ameisen in der Natur zu sammeln. Sie sind sehr schnell zu verwechseln mit unseren seltenen Waldameisen (Formica rufa, polyctena). Aus den Eiern sind Larven geschlüpft, wenn die so weiter machen ist davon auszugehen, dass sie in der Haltung auch große Kolonien zusammen bringen.
01.05.2009
Futterinsekten können gar nicht zu groß sein, alles wird eingesammelt und mit Eifer ins Nest gezerrt.
Hier haben sie leider Pech gehabt, passt nicht durchs Loch.
Formica sanguinea Für mich die interessantesten und lebhaftesten Ameisen unter unseren Einheimischen. Richtige Wirbelwinde die schon mit wenigen Arbeiterinnen kräftig furagieren. Eine Art, die ich auch fast als Einsteigerart empfehlen würde? Die Haltungsbedingungen sind einfach, mit der Abweichung gegenüber den Empfehlungen zu Anfängerarten, Wo zu lesen ist “Sie verzeihen auch so machen Haltungsfehler”, was auch immer darunter zu verstehen ist? Freude und gute Entwicklung gibt es bei diesen Ameisen nur, wenn ihr ihren einfachen Bedürfnissen nachkommt und um da noch eins nachzulegen, ohne Unterbrechungen.
Schwerarbeiterinnen unterwegs.
Muss doch passen?
Diese hier kommt schon alleine zu Recht.
Nach der vielen Arbeit geht’s es erst mal ans Trinken, gut das ist nichts Neues, gibt es Honig- oder Zuckerwasser sind sie gleich dabei.
Alles, was es so gibt, wird probiert.
Damit Formica sanguinea viele Larven aufziehen, was diese Art auch als kleines Volk hinbekommt,
brauchen sie reichlich proteinhaltiges Futter, hier sind sie an einer Drohnenpuppe.
Seit dem Ende der Winterruhe hat sich die Anzahl der sanguinea Arbeiterinnen vervielfacht, die wenigen fusca Arbeiterinnen fallen kaum noch auf. Ein Paar sind auch gestorben, auch bei den sanguinea gibt es vereinzelt Tote. Hier trinken sie.
Links Zuckerwasser, rechts Wasser. Ganz früh morgens sitzen sie gern unter der wärmenden Lampensonne.
Schwerarbeiterinnen beim Futtertransport, wo eine alleine nicht reicht, helfen Andere mit.
Der Futterbedarf steigt bei dieser Art mit dem Zuwachs an Arbeiterinnen kräftig an. Das betrifft Insekten und Kohlenhydrate. Unermüdliche Ameisen, die überaus gerne graben, umstapeln, viel in Bewegung sind. Wie schon vorab berichtet, an Futter lassen sie nichts liegen.
Hier versuchen sie eine Mehlwurmpuppe ins Nest zu zerren.
Nicht nur Puppen auch die Mehlwürmer selber betrachten sie als Beute, gerne genommen solche, die sich gerade gehäutet haben.
Mehlwurmstücke ( Mehlkäferlarve) gehen auch.
Gerne eingetragen, Fliegenmaden.
An kälteren Tagen tragen sie gerne ihre Puppen ins warme Lampenlicht.
Insekten sind weich, biegsam, das Teil durch das Loch, wird nichts.
13.06.2009
Wie ihr es hier mitverfolgt habt, Formica sanguinea ist eine Art die sich gut entwickelt.
Die Anzahl der Arbeiterinnen hat sich vervielfacht und mein kleines Becken reicht schon lange nicht mehr. Heute leben sie hier.
Jetzt wo es gerade etwas kühler ist, jeden Morgen das gleiche Schauspiel.
Neben Futter ist ihnen die Wärme genauso wichtig, jeden Morgen sitzen sie unter der wärmenden Halogenlampe. Hier habe ich den Nachwuchs erwischt.
Hier probieren sie Eigelb.
Hier untersuchen sie Mehlwurmpuppen, bei der jetzigen Größe des Volkes brauchen diese nicht mehr zerkleinert werden.
09.07.2009
Die Mehlwurmpuppen dürfen nicht mehr leben, bei weichem Untergrund besteht die Möglichkeit das sie sich darin verkriechen und von den Ameisen nicht entdeckt werden. Mit den später daraus schlüpfenden Käfern gibt es Probleme, die Arbeiterinnen bekommen diese lange Zeit nicht erlegt. Haben sie Glück, erwischen sie einen frisch geschlüpften, unausgehärteten Käfer.
Hier sind sie an einem Fischkochstück interessiert.
Daran herumknabbern, lecken oder eintragen ist nicht damit gleichzusetzen das Ameisen solche Futtermittel auch nutzen können. Wer nur darauf setzt, riskiert das Leben seiner Ameisen. Die Arbeiterinnenanzahl steigt weiter, sind schätzungsweise mehr als eintausend. Ein neues Nestbecken ist fast fertiggestellt.
Ein 40 x 30 x 20 cm Becken, an beiden Seiten ein Gipsnestblock, dazwischen unten Porenton, grober Kies und als Deckschicht Buchenholzspäne. Kies und Porenton sind nötig um mit Wasser eine leichte Befeuchtung der Nestblöcke hinzubekommen. Den Zwischenraum können sie als Arena nutzen. Nach Fertigstellung erfolgt der Anschluss an die kleineren Becken durch einen Schlauch. Kann mich nur wiederholen, besonders aktive Ameisen, leicht zu halten, ziehen reichlich Nachwuchs auf. Ameisen, die euch viel zur Beobachtung anbieten, falls ihr die Haltung hinbekommt und das ist bei dieser Art einfach. So einen Fortschritt gibt es natürlich nicht ohne besonderen Preis? Wie ihr es schon gelesen habt, sie brauchen viel Protein in Form von Insekten, keine Ersatzstoffe wie z. B. Mett oder rohes Fleisch. Als größere Kolonie konnte ich sie dabei beobachten wie sie eifrig, gekochtes, zerkleinertes Eigelb eintrugen. Solche Beobachtungen sind immer mit einem großen ? zu bewerten. Was sie damit angefangen haben, konnte ich nicht weiter beobachten. Eine Aussage, die ich dazu treffen kann, es hat nicht geschadet. Selber bin ich nicht für so eine Futterversorgung, Ausnahme die Gattung Messor. Gibt für mich 2 Gründe um solche Versuche durchzuführen. Meine Neugierde ob Ameisen Ersatzproteine beachten, eintragen, ob davon später noch was wieder zu finden ist und ob es nicht doch bei bestimmten Arten zumindest einen Teilersatz bieten kann. Futterinsekten sind auch Tiere, kosten Geld und es ist nicht jedermanns Sache diese zu töten. Und eine positive Zunahme an Arbeiterinnen fordert ihren Halter, schnell sind Erweiterungen nötig. Dabei könnt ihr die Schnelligkeit und Lauffreude dieser Tiere ausnutzen, gerne gehen sie durch längere Schläuche oder Kunststoffrohre. Nur fangt damit nicht bei einer kleinen Kolonie mit an, hinderlich für eine positive Entwicklung und angebotenes Futter wird nicht gefunden, bevor es verdirbt. Auch beobachtet, sie gehen erst gar nicht in längere Verbindungen als kleine Kolonie. Ab ca. 200 Arbeiterinnen wird es interessant, eine Koloniengröße die diese Art dazu bringt auch längere Wege auszukunden auf der Suche nach Futter. Nur übertreibt es nicht gleich, 1m ist gut gewählt, später geht mehr. Das vorab kurz angerissene Erweiterungsbecken ist angeschlossen, der Übergang zu den anderen Becken ist aus derzeitigen Platzgründen nur kurz möglich. Mehr Platz hatte ich erst für nach der Winterruhe eingeplant. Was soll ich sagen, sie haben mich überrascht. Oder sollte es doch wieder daran gelegen haben, dass ihr Halter nicht Wiederstehen konnte, sie bei der Futterannahme zu beobachten und überreichlich angeboten hat? Den vorderen Nestblock haben sie gleich als brauchbar erkundet und einige Puppen reingeschleppt.
Ist das jetzt ein Zweignest oder wie muss ich das betrachten, was meint ihr? In der Natur und auch bei mir in der Haltung verteilen sie ihren Nachwuchs auf mehrere Nestmöglichkeiten und wie ihr gelesen habt, die Kolonie hat nur eine Königin. Diese Art ist besonders umzugsfreudig, mit Wärmequellen und Befeuchtungen in der Anlage sind sie ständig dabei ihren Nachwuchs an die besten Plätze zu bringen. Habt ihr sicherlich gleich gesehen, meine jetzt nicht die vielen Puppen, die für mich bald noch mehr Arbeit bringen, kennt ihr ja, mache ich gerne. Meine die feinen Späne und Partikel zwischen Gipsnest und Glasscheibe. Hat seine Gründe, auch bei mir reichen die Euros nicht für alles, was meine Ameisen so gebrauchen könnten? Um das Glasbecken später für andere Ameisen einsetzen zu können, ist der Gipsnestblock nur gehen Umkippen gesichert, für die Haltung, nur an einer Stelle mit Silicon an der Scheibe befestigt. Der Gipsblock liegt dadurch nicht überall an der Scheibe an, wie zu sehen, kein Problem, Spalten werden aufgefüllt, habt ihr eine Idee, worin der Nutzen für Ameisen liegt? Weiter zu beobachten, Nacktpuppen. Das ist Bereich der mich besonders interessiert, nicht nur bei sanguinea? Mit der Theorie das geeignete Hilfsmittel (z. B. feiner Sand) fehlen, kann ich mich nicht anfreunden. Gut in der Haltung kann es solche Engpässe geben, nur in der Natur, wo alles zur Verfügung steht? Bekomme es nicht hin in der Haltung brauchbare Beobachtungen zu dokumentieren, was haltet ihr davon das diese Art wie auch Formica fusca verpuppte Larven, die ganz normal einen Kokon angelegt hatten, schon vorm Schlüpfen aus dem Kokon befreit haben? Wo ihr besonders drauf achten müsst, alles an Einrichtungsgegenständen was sie transportieren können, geht auf Wanderschaft, scheint besonders ausgeprägt in ihrem Verhalten zu sein. Die Buchenholzspäne des Erweiterungsbeckens haben sie teilweise dazu benutzt um in einem der kleinen Becken einen Haufen zu bauen.
Sozialer Kontakt steht bei dieser Art ganz oben, die Einen arbeiten und andere geben Futter weiter.
Schon auf dem Rückweg von der Futterquelle zum Nest wird abgegeben. Sind genug hungrige Arbeiterinnen am Furagieren, kommt die sich an der Futterquelle Vollgetankte nicht mit Futter am Nest an, macht nichts, umgekehrt und noch einmal vollgetrunken.
31.07.2009
Sie sind träger geworden, jeden Tag weniger Aktivitäten, auch brauche ich jetzt nicht mehr so reichlich füttern. Die Königin hat ihre legetätig eingestellt, keine Eier mehr vorhanden. Bezogen auf die Natur kann das passen, der Nachwuchs muss bis zur kälteren Jahreszeit noch schlüpfen.
Über die Jahre, wo ich diese Ameisenart gehalten habe, war zu beobachten, keine Eier, Larven und Puppen so wie so nicht in der Winterruhe.
07.08.2009
Ein Ameisensommer geht zu Ende. Weitere Abnahme der Aktivitäten, die Arbeiterinnen sitzen jetzt gerne auf einen Haufen. Auch in den Kammern der Nester zu beobachten dicht gedrängte Ameisenansammlungen, die nur träge reagieren. Larven gibt es kaum noch, deutlich gesunkenes Interesse an Insekten, nur an Honig- oder Zuckerwasser kommen sie noch nicht dran vorbei. Hat zwar auch nachgelassen der Bedarf an Kohlenhydraten, dennoch trinken sie noch gerne. Eine positive Entwicklung mit viel Nachwuchs, weit über Tausend, geht für dieses Jahr zu Ende.
21.08.2009
Sie wollen nicht mehr, ganz deutliche Anzeichen, es muss bald eine Winterruhe her. Wenige Puppen der Nachzüglerlarven ist der Rest an Nachwuchsaufzucht. Insekten, die sie noch eintragen, landen nach ein paar Tagen leicht zerkleinert auf dem Müll, eine richtige Verwertung gibt es nicht mehr. Auch rotten die Arbeiterinnen sich immer weiter zusammen, nur noch 2 der 4 vorhandenen Nestblöcke werden bewohnt. Auch da sind sie dabei Ameisen in einen Nestblock zu tragen, sie können sich nur noch nicht entscheiden, in welchem Block sie überwintern wollen. Hatte ich doch den Eindruck das richtig viele Ameisen in der Anlage leben, jetzt wo sie immer weiter zusammenkriechen, kann ich mich nur wundern wie wenig Platz sie dafür brauchen und wie leer es in den Becken geworden ist. Ca. 14 Tage bleiben sie noch im Warmen, die Zeit, die noch gebraucht wird, bis auch die letzte Puppe geschlüpft ist, dann müssen sie in den Keller umziehen. Gibt weiterhin das an Honig- oder Zuckerwasser, was sie trinken wollen. Insekten nur noch gelegentlich in kleiner Menge.
08.09..2009
In der Arena ist es leer geworden, nichts mehr da von dem Gewusel der letzten Wochen. Richtig gut für mich, kann ich die Arena jetzt doch leicht abtrennen und die Wenigen darin verbliebenen Ameisen mit einem Papierstück in die Nestbecken übersetzen. Für die jetzt geringen Aktivitäten reicht der Auslaufraum in den Nestbecken. Nach der Winterruhe muss so wieso eine größere Arena her mit einem langen Verbindungsweg. Ist schon ein richtiges Problem, größere Kolonien mit ihrer Unterkunft ins Winterquartier zu transportieren. Jedes Teil, was sich ameisenleer machen lässt und nicht mit in die Winterruhe muss, ist eine Hilfe. Frage mich jedes Mal, wenn ich den Tipp in den Foren lese, doch ein reingestelltes Nest mit eigener Scheibe zu verwenden und das mit den Ameisen zu entnehmen für die Winterruhe. Bei mir klappt das nicht, immer eine größere Anzahl an Arbeiterinnen in der Arena unterwegs. Versuche ich diese dazu zu bewegen ins Nest zu gehen, geht es erst richtig los, die kleinste Erschütterung und es gibt noch mehr Ameisen, die ich ins Nest befördern müsste. Woran das wohl liegen könnte, nach reichlicher Überlegung ist mir der Gedanke gekommen, meine Ameisen können nicht in den Foren lesen! Die Nestblockvariante ist nur mit etwas Glück bei kleinsten und kleinen Völkern anwendbar. Falls ihr die Möglichkeit habt, Temperaturen abzusenken ist es hilfreich um möglichst viele Arbeiterinnen in den Nestblock zu bekommen. Bei größeren Völkern kaum machbar, eher eine Unmöglichkeit und ihr seit gut beraten, zumindest den Arenateil, in dem sich der Nestblock befindet, so zu gestalten, dass ihr die Arena als Ganzes in das bei euch mögliche Winterquartier bekommt. Geringe Insektenannahme ist weiterhin vorhanden und von den Kohlenhydraten können sie nicht lassen. Auch konnten sie sich immer noch nicht entscheiden, in welchem Nestblock sie überwintern wollen, immer noch tragen sich Arbeiterinnen hin und her. Die letzten Puppen sind geschlüpft, einen Zeitpunkt den ich genutzt habe die Ameisen in den Keller zu verfrachten. Bei den dort herrschenden 17°C können sie sich weiter auf den Winter vorbereiten. Geplant ist, die Überwinterungstemperatur später eine Zeit lang bis um °C abzusenken. Bis auf kleinere Ergänzungen sind meine Anmerkungen über Formica sanguinea für dieses Jahr abgeschlossen. Nicht jede Winterruhe verläuft erfolgreich, drückt mir die Daumen, dass ich im Frühjahr weiter berichten kann.
08.12.2009
Locker verteilt ruhen sie.
Verteilt auf alle 4 Nestblöcke in 2 Becken, Bevorzugt in den unteren Nestkammern, eine Wintertraube kennen diese Ameisen nicht. Selbst bei einigen Tagen mit Minusgraden blieben sie da, wo sie gerade waren, steif, unbeweglich wie Tod. Ist ein Überwinterungsverhalten, das doch ein wenig Arbeit macht, die ganze Anlage muss entsprechend feucht gehalten werden. Freue mich schon auf die Auswinterung, sie wieder dabei zu beobachten wie sie dabei sind die verstreuten Arbeiterinnen zusammenzutragen.
23.03.2010
Sie ist vorbei die Winterruhe, jedenfalls meint ihr Halter das, mal gucken, was diese Ameisen davon halten? Seit gestern stehen sie wieder im Warmen.
Die letzten 14 Tage gab es noch Kellerhaft bei ca. 12 °C, ihre Aktivitäten dabei fast null, selten eine Arbeiterin außerhalb der Nester träge und unschlüssig zu beobachten. In den Nestern, zusammengekauerte Ameisen, die sich auch durch Anklopfen nicht stören ließen, ganz das Gegenteil von dem was im Sommer bei dieser Art, bei solcher Störung an Wirbel und Hektik zu beobachten ist. Gut für mich, konnte ich doch ungestört alle Anlagenteile für den Transport auseinanderbauen und im Sommerdomizil in Ruhe wieder zusammensetzen. Jetzt bin ich gespannt, was wird, ob sie sich überhaupt noch vertragen? Überwintert haben sie in allen 4 Nestblöcken, wodurch sie keine direkten Kontakte zueinander mehr hatten. Wie sieht es jetzt mit ihrem Eigengeruch aus, kennen sie sich noch oder vertragen sie sich nicht mehr? Gleich mollige 24°C verfehlten nicht ihre Wirkung, innerhalb weniger Stunden kam Ameise nach Ameise aus den Nestblöcken, sie quollen förmlich heraus. Dicht gedrängt hockten sie vor den jeweiligen Nestausgängen und tankten Wärme.
Formica sanguinea
Zu beobachten, noch immer bei vielen Arbeiterinnen, pralle Gaster, sie hätten noch länger ruhen können.
Wo sie schon mal fast alle außerhalb des Nestes saßen, gleich die Gelegenheit genutzt und in die Nestkammern geguckt, auch hier die Bestätigung dafür, sie hätten noch weiter ruhen können, keine Eier oder Larven. Was soll es, jetzt ist es vorbei und sie müssen wieder ran, will ja schließlich wieder was zum Berichten haben! Nein, hatte am Wochenende, an geschützten Orten in der Natur, die ersten zaghaften Aktivitäten dieser Ameisen beobachtet und daraufhin bei meiner Haltung die Winterruhe beendet. Kaum hatten sie ein wenig Wärme aufgenommen, wurden sie unternehmungslustig. Kramten Nesteingänge freier und sortierten Einstreu in ihrer Anlage durcheinander. Und es kam, wie es kommen musste, Arbeiterinnen der verschiedenen Nestblöcke trafen aufeinander, auch die der Nestblöcke in den beiden Becken, fanden durchs Verbindungsrohr zueinander. Feindseligkeiten, keine Spur, die gab es nicht. Jetzt sind sie dabei ihr Leben neu regeln, besser gesagt dabei zu beobachten, wie sie es versuchen. Einig sind sie sich noch nicht, ständig werden Arbeiterinnen zwischen den Nestblöcken hin und her getragen. Bereitet ihnen keinerlei Probleme und geht richtig flott, kein Wunder, wie bei dieser Art üblich, packen sie sich bei den Mandibeln und die getragene Arbeiterin rollt sich ein. Gibt für den Betrachter ein schönes Durcheinander, Ameisen die oberflächlich betrachtet nicht wissen was sie wollen? Ein Verhalten, wie ich es auch in der Natur beobachten konnte, Ameisen sitzen an verschiedenen Orten, pulckweise in der Sonne und beginnen später damit alle ihre Angehörigen an einen Ort zusammenzutragen. Bin mir ganz sicher, dass auch meine Kolonie das geregelt bekommt, mit der Hoffnung, dass sie sich gut weiter entwickeln.
07.04.2010
Sonnenbaden ist noch immer ihre bevorzugte Beschäftigung.
Weiter gibt es keine Entscheidung in welchen Nestblock sie Erstmahl wohnen wollen, ständig werden Ameisen umhergeschleppt. Zucker- oder Honigwasser, kaum Bedarf, ein wenig Wasser nehmen sie. Überraschend, emsig sind sie dabei, wenn es Insekten gibt, nichts lassen sie liegen.
Erste Bilanz der Winterruhe fällt positiv aus, nur ganz wenig gestorbene Arbeiterinnen. Erfreulich, auch die Formica fusca Arbeiterinnen sind gut über den Winter gekommen.
Mit dem Sonnenbaden sind sie durch, jetzt wird gearbeitet., alles, was sich bewegen lässt, veränderst seinen Ort.
Zudem haben sie eine Beschäftigung entdeckt, die ihr Halter mit Sorge betrachtet.
Um Gewicht einzusparen, liegt unter der Holzgranulat/Kiesschicht Styropor. Schein eine richtige Herausforderung zu sein, das Zeug klein zu bekommen. Hatte nicht mal erwartet das sie daran gehen, jetzt entsteht daraus vermutlich bald ein Problem. Richtig schön fein geknabbert haben sie Freude daran mit den Styroporbröseln den Ausbruchsschutz auszuhebeln. Das Zeug packen sie überaus eifrig ins Paraffinöl. Hatte ich es schon geschrieben, sie futtern ohne Ende, das letzte Heimchen aus der Box.
23.04.2010
Sie futtern ihren Halter arm! Denen die hier schon länger mitlesen, brauch ich es nicht mehr zu erzählen, manchmal übertreibe ich ein wenig. Trotzdem möchte ich nicht ausprobieren, wo die Grenze ist, für ihre Futterannahme liegt. Könnte eine überreichliche Nachwuchszunahme geben. Alle Nestblöcke kann ich nicht einsehen und so konnten sie mich überraschen. Erste Larve gesichtet.
07.05.2010
An der Größe gut zu erkennen, sie pflegen schon länger Nachwuchs, diese Larven verpuppen sich bald.
Was machen sie hier?
Es gibt was neues! Kann Euch sagen, sie haben richtig Freude
Kleine aufmerksame Wirbelwinde, denen nichts entgeht, was ihr Halter für sie anbaut.
Gibt Tage da bereitet die Ameisenhaltung mehr als Freude.
Sie haben Jungköniginnen aufgezogen. Fragt mich jetzt nicht, wie ich das immer hinbekomme das Ameisen bei mir Geschlechtstiere aufziehen.
Auch in der Haltung versuchen sie zu schwärmen.
11.05.2010
Ein paar Tage später und neben weiteren Jungköniginnen gibt es jetzt auch Männchen.
Auch diese versuchen zu schwärmen. Erste junge Arbeiterinnen sind auch zu sehen. Zumindest in der Haltung zieht diese Art gleichzeitig Arbeiterinnen, Jungköniginnen und Männchen auf.
14.05.2010
Damit sie mehr Auslauf haben und ich sie dabei auch noch gut beobachten kann, gab es ein weiteres Becken. Wenig Tiefe viel Länge, 50 x 10 x 20 cm. Diese Art klettert gerne, in dem Becken stehen dafür Zweige. Oben ist der Deckel ein Stück offen, dort ragt ein Ast aus der Öffnung.
Später gibt es dort Honig- und Zuckerwasser. Auch wenn es einheimische Ameisen sind, brauchen sie sich jetzt nicht einzubilden das sie bei mir spazieren gehen können, der Ausschnitt ist mit Paraffinöl gesichert. Auch ist der Ausschnitt breit und lang genug um herunterfallende Ameisen nur den Absturz ins Becken zu lassen. Wenn sie sich weiterhin gut halten lassen und sich vermehren, ist an ein Becken gedacht das sie nur durch einen längeren Schlauch erreichen können. Am jetzigen Standort ist der Platz nicht vorhanden für längere Laufstrecken. Um sie dennoch ein wenig zu bewegen, ist das Becken nicht einfach mit einer kurzen Verbindung angeschlossen.
Das Verbindungsrohr reicht ein gutes Stück ins neue Becken und endet dort an einem Ast.
Ist nicht viel Strecke, die Ameisen haben es allerdings gleich angenommen. Kann sie jetzt prima beobachten, wie sie mit gefüllten Gastern durchhasten oder Beute durchzehren.
Junge Arbeiterinnen, die nach der Winterruhe geschlüpft sind.
Die beiden fusca Arbeiterinnen gehören natürlich nicht dazu, sind immer noch Arbeiterinnen aus der Anfangszeit dieser Kolonie (Volk). Ganz schön kräftig die Jungen, was sie allerdings mit dem Tonstein anfangen wollten, haben sie mir nicht verraten
22.05.2010
Natürlich geht da noch mehr.
15.06.2010
Wo sind die vielen Mehlkäferpuppen geblieben?
Erste mögliche Anzeichen.
Ameisenpuppen, wie geht das? Weitere Spuren.
Hier deutet sich die Lösung an
Fündig geworden.
Passen die Haltungsbedingungen, braucht Ihr nicht lange auf eine größere Kolonie hoffen. Um viel Nachwuchs aufzuziehen, stellen sie Ansprüche. Insekten und nochmals Insekten oder deren Vostuffen. Die Zeit der Jungköniginnen ist vorbei, habe sie alle herausgefangen, waren am Ende so in etwa 40. Wie oben zu sehen, jetzt haben die Arbeiterinnen eine andere Beschäftigung.
11.07.2010
Es ist Zeit Abschied zu nehmen. Leicht zu halten und eine besonders schnelle Vermehrung bringt die Haltung bei mir an ihre Grenzen. In den letzten Wochen sind unzählige Ameisen geschlüpft. Leere Puppenhüllen entsorgen sie auf Müllhaufen.
Neben den herumwuselnden Arbeiterinnen ein gutes Indiz für einen deutlichen Anstieg der Arbeiterinnenanzahl. Weitere Nestkammern prall gefüllt mit Puppen, möglicherweise verdoppelt sich ihre Anzahl in den kommenden Wochen.
Muntere Tiere die gerne laufen und dafür passende Möglichkeiten brauchen. Meine ersten Überlegungen, weiter anbauen bis spätestens nach der Winterruhe wieder alles zu klein ist. Ein wesentliches Problem dabei für mich, der Transport ins Winterquartier. Ein mühseliges Geschleppe und vor noch aufwendig Anlagenteile trennen. Freiwillig räumen sie nichts und bei ihrer Schnelligkeit ist es nicht einfach etwas auseinander zu bauen. Ein anderer Weg muss her, der es diesen Ameisen ermöglicht, weiterhin ihrem natürlichen Verhalten nachzukommen. Da sie bei mir aus der Gegend sind, ist es für mich in Ordnung sie auch wieder dahin zu bringen. An für sich eine leichte Aufgabe, Becken in den Wald bringen und alles öffnen. Muss sagen so ging es nicht. Sie brauchen einen Lebensraum, der zu ihnen passt, konnte nichts Geeignetes finden. Wo der Lebensraum passte, gab es sie schon, Formica sanguinea. Was ist geworden? Sie leben jetzt bei mir im Garten an einem sonnigen und trockenen Ort.
Hoffe das ich mit meinem Bericht ein paar brauchbare Informationen weiter geben konnte, die es Euch ermöglicht diese Art zu halten. Auch die Information, dass bei erfolgreicher Haltung schnell viele Ameisen zusammenkommen, die mit ihrem natürlichen Bewegungsdrang nur aufwendig unterzubringen sind. Das ist hier nicht unbedingt das Ende dieses Berichtes, gefällt ihnen ihr neuer Lebensraum und sie wandern nicht ab, betreue ich sie weiter und mal gucken ob es weiter, was zu berichten gibt? Drückt mir die Daumen, eine Berichtsfortsetzung als Freilandhaltung!
21.07.2010
Wo sind sie geblieben, erste Spurensuche?
Klar an Honig oder Zuckerwasser kommen diese Ameisen nicht vorbei. Gibt Sträucher und Bäume im Garten mit Blattläusen, doch die werden schon von anderen Ameisen besucht. Also gibt es von mir Unterstützung. Um ihre Insektenversorgung müssen sie sich jetzt selber kümmern.
Wie zu sehen, geht doch.
30.03.2011
Es gibt sie noch. Erfreulicherweise konnte ich die Erste entdecken. Die erste richtige Winterruhe überstanden und das nach dem sie durch die Haltung etwas aus dem Sommer/Winter Rhythmus waren.
Mit den ersten wärmeren Sonnenstrahlen, gut geschützt zwischen Steinen, die sich aufgeheitzt hatten, die ersten Arbeiterinnen beim Wärmetanken zu beobachten.
11.04.2011
Hier seht ihr sie an meiner Ersatzblattlaus (Zuckerwasser).
25.07.2011
Nachwuchs gesichtet.
In der Zwischenzeit haben sie ein Zweignest angelegt. Schattiger ín einem Komposthaufen, Entfernung etwa 20 Meter. Verbunden durch eine schmale Ameisenstraße. Je nach Wetterlage tragen sie ihre Brut umher und auch frisch geschlüpfte Arbeiterinnen müssen mit. In der Zeit wo es richtig warm war ging es in den Komposthaufen. Jetzt sind sie überwiegend wieder unter den Steinen, dort wo ich sie ausgesetzt hatte.
Ihre Nachwuchsumlagerungen sind eine prima Möglichkeit für mich um groben Einblick zu bekommen, was an Puppen vorhanden ist und in welchem Entwicklungsstadium sich diese Befindet. Wie in der Vergangenheit schon vermutet, Insekten finden sie selber genug für Kohlenhydrate muss ich sorgen.
Jede schöne Zeit nimmt irgendwann ihr Ende, so auch meine Zeit mit Formica sanguinea. Der Bericht endet hier, hoffe dass er gefallen hat.
Formica sanguinea Gründung Formica sanguinea Gründung