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Messor cf. maurus Update 22.06.2007

Wie haben sie sich weiter entwickelt?

Erfreuliches und auch nicht so positive Begleitumstände.

Ein Ärgernis, die vielen Geschlechtstiere, die sie aufgezogen haben.
Es warnen schon ca. 200 Königinnen, die in der Arena herumlungerten, die im Nestblock konnte ich nicht mehr zählen.
Auch war kein Ende mit der Aufzucht von Königinnen abzusehen, weiterhin viele große Königinnenlarven und Puppen vorhanden.
Männchen gab es erstaunlicherweise kaum.

                              

Das zwang mich zum Handeln, um eine Änderung einzuleiten.
Eine der Maßnahmen, die Temperaturabsenkung bis auf Raumtemperatur,
die aufgrund der herrschenden sommerlichen Temperaturen wohl nur wenig brachte.
Die wesentlichere Maßnahme, Reduzierung der Insektengaben, am Ende gab es keine mehr.
Die erhoffte Wirkung blieb nicht aus, innerhalb von 3 Wochen war es vorbei mit der Geschlechtstieraufzucht.
Arbeiterinnen wurden in kaum verringerter Anzahl weiter aufgezogen.
     
Um einen Rückfall vorzubeugen, gab es noch weitere 3 Wochen keine Insekten, so hat die ganze Aktion ca. 6 Wochen gedauert.
 
Es war so Mitte Mai, ein Tag, an dem ich den Gips in der Arena angefeuchtet hatte.
In den späten Abendstunden, kurz bevor sich die Beleuchtung ausschaltet,
ein beeindruckendes Spektakel, das sich bis weit in die Nacht hinzog.
Vergleichbar, wie wir es von unseren Lasius niger kennen.

Der Schwarmflug von Messor maurus.
Die Ameisen strömten in Scharen aus dem Nestblock, dazwischen die Jungköniginnen, alles hektisch Durcheinander.
Auch wenn sonst nur selten Ameisen dabei zu beobachten waren, dass sie an den Scheiben hochliefen, in diesem Moment war alles voll.
Und die Königinnen, ja die hatten Pech, ihre Flugversuche endeten abrupt am Arenadeckel.
Am nächsten Morgen, nichts mehr zu sehen vom nächtlichen Treiben,
Königinnen hatten sich verkrochen oder waren in den Nestblock zurückgekehrt.
Einige lungerten wie vorher in der Arena herum.
Eigenartig, der Schwarmflug hat sich nicht wiederholt, mag auch sein das er mir in den Nachtstunden entgangen ist.
Viele der Jungköniginnen habe ich mühselig herausgefangen und in kochendem Wasser getötet, es waren einfach zu viele.
Wochen später konnte ich immer mehr Jungköniginnen ohne Flügel beobachten.
 
Einige davon habe ich herausgefangen und in vorbereitete Reagenzgläser gegeben.
Sie legten nach wenigen Tagen die ersten Eier und so ging es auch weiter.
Eier legen, Eier auffressen und wieder Eier legen, Larven sind keine geschlüpft.
Ein Verhalten wie ich es auch schon bei unbegatteten Königinnen anderer Arten beobachtet habe.

Auch heute gibt es noch reichlich geflügelte Königinnen in dieser Kolonie und unbegattet Jungköniginnen ohne Flügel.
Wurden die ungeflügelten Königinnen anfangs einige Wochen geduldet, hat sich das Verhalten der Ameisen diesbezüglich in den letzten Tagen geändert.
Die Königinnen werden bedrängt, angegriffen und getötet, in Einzelteile zerlegt und auf dem Müll entsorgt.
Ist schon traurig mit anzusehen, dass es keine Möglichkeit gibt, die Geschlechtstiere zu verpaaren, um ihnen ein Weiterleben zu ermöglichen.
Das sind Momente, in denen ich darüber nachdenke, meine Ameisenhaltung aufzugeben. 

Die Anzahl der Arbeiterinnen hat sich in den vergangenen Monaten weiter erhöht.
Einfach so geschätzt können es 5000 sein, sie irgendwie zu zählen, ist mir nicht mehr möglich.
Sie leben fast nur noch von Körnern, Insekten gibt es nur noch einmal pro Woche.
                         
Zucker- oder Honigwasser füttere ich nicht mehr. Auch wenn sie es im Gegensatz zu meinen Messor barbarus, in größerer Menge genommen haben.
Dadurch konnte ich die Verschmutzung der Scheiben durch Ausscheidungen der Ameisen fast gänzlich beseitigen.

Den Verbindungsschlauch zwischen der eigentlichen Anlage und dem Gründungsbecken habe ich weiter verlängert, sind jetzt so ca. 10 Meter.
Wichtig dabei ist, es dürfen keine größeren Steigungen vorhanden sein und Belüftungslöcher müssen in den Schlauch.
Im Schlauch findet statt, was unter einer Ameisenstraße beschrieben wird, reger Verkehr.
Im alten Gründungsbecken entsorgen sie ihren Müll. Habe bis heute davon abgesehen, dieses kleine, hässliche Becken durch einen Neubau zu ersetzen.
Aus dem alten Becken lässt sich der Müll gut entfernen. Müll, den diese Ameisenart überreichlich produziert, darin sind sie Weltmeister.

Habe die Befürchtung, dass sie eventuell den Müll nicht mehr im neuen Becken ablegen.
Das wäre schade, wo sie doch sonst den Rest der Anlage gut sauber halten. Auch würde es mir so einige Probleme bereiten,
den Müll aus der Arena zu entfernen, es gibt da einfach zu viele Helfer.
Ihr Futter bekommen sie auch im alten Gründungsbecken, ich hoffe so, ihnen etwas Bewegung und Beschäftigung zu ermöglichen.
Ein geringer Ausgleich zu ihrem Leben in der Natur.
So wie es aussieht, könnte der Verbindungsschlauch noch länger werden, es scheint sie nicht zu stören.

Hier noch ein paar Bilder in lockerer Folge.

Marmelade mögen sie auch.
 
Bei einer größeren Kolonie dürfen die Körner auch größer sein.

Auch ein Eichelstück wird angeknabbert.

Selbstgemachte Pellets mögen sie auch.
 
Gerne nehmen sie ein Sonnenbad.
 
Hungrig sind sie immer.
     
Blick in die Arena.