Messor barbarus I Herkunft: Anlagentemperatur: 24 - 26°C Nesttemperatur: 24 - 26°C Arena: Trocken & Raumfeuchtigkeit Nest: Leicht feucht mit Belüftung Futter: Verschiede Körner & Insekten Trinken: Wasser Entwicklungszeiten Eier: Entwicklungszeiten Larven; Entwicklungszeiten Puppen:
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Das Messor barbarus Körner einsammeln und in ihre Nahrungskette integrieren, macht sie unabhängig von Honigtau, Honig, Honig- oder Zuckerwasser. Körner an Stelle von Insekten macht diese Ameisen interessant.
Bietet es doch die Möglichkeit einer leichten Futterbeschaffung und das auch noch auf Vorrat. Gute Voraussetzungen sie im Urlaub auch längere Zeit sich selbst zu überlassen? Ganz so einfach ist es nicht, auch wenn eine ihrer Hauptnahrungsquellen aus Körnern besteht, brauchen sie Eiweiß in Form von Insekten.
Nur damit ziehen sie reichlich Larven auf und füttern die Königin mit dem, was sie braucht, um viele Eier zu legen. Messor Königinnen legen ihre Eier pulkweise und bei guter Fütterung und großen Kolonien davon viele in kurzer Zeit. Sie sind gut zu halten in Gips oder Ytongnestern, eine weitere Voraussetzung um Einblicke in ihr Leben zu bekommen. Dabei gibt es Interessantes zu beobachten, Körnereinlagerung, Körnerzerkleinerung, Brutaufzucht und wenn Ihr es hinbekommt, die Aufzucht von Geschlechtstieren. Riesig Große und Zwerge, kaum eine Arbeiterin sieht wie die Andere aus.
Ihre Larven spinnen keine Kokons [Nacktpuppen]
Prima zu beobachten, die Metamorphose von der Larve zur Puppe bis zum Schlupf der Ameisen In der Gründungsphase sind sie heikel und stellen Ansprüche, dabei kann Einiges schief laufen. Ab einer Koloniengröße von so in etwa 200 Arbeiterinnen sind sie einfach in der Haltung. Muntere Ameisen, die richtig Freude bereiten, immer was los, Tag- und Nachtaktiv, die auch keine Probleme damit haben, durch lange Schläuche und Rohrsysteme zu laufen, im Gegenteil, reichlich Auslauf ist für diese Art ab einer bestimmten Koloniengröße lebensnotwendig. Eine dankbare Ameisenart, die sich gut und leicht halten lässt. Mit auf dem ersten Blick, tollpatschigem Bewegungsablauf. Später eine größere Anlage erwartet und je nach Herkunft eine Winterpause (Winterruhe) braucht.
Gründung
Messor barbarus häufig muss mit einer Königin begonnen werden.
Mit etwas Geduld ist das auch kein Problem. Messor barbarus Königinnen erworben im Herbst, legen meistens keine Eier mehr, sie müssen erst überwintert werden. Die Überwinterungstemperatur ist nicht kritisch, sie kann im Bereich von 5 – 17°C liegen. Auch kurzzeitig bis an 0°C überleben sie. Meine überwintere ich bei ca. 10°C. Auch bei 17 – 18°C habe ich sie schon gut durchbekommen. Sie warm durchzuhalten funktioniert nicht immer, die Königinnen legen einfach keine Eier. Die Probleme gibt es dann im Frühjahr. Durch die fehlende, kühlere Ruhezeit und fehlendem Übergang von kalt auf warm, fehlt den Königinnen die Stimulation, um mit der Eiablage zu beginnen. Manche Kolonien ziehen auch ohne Anreize (Temperaturabsenkungen, Insektenreduzierung) den Winter über Nachwuchs auf. Probleme kann es dann später geben, manchmal auch erst im 2. oder 3. Jahr. Sie nehmen sich eine Auszeit, keine Eier, Larven Puppen, träge Ameisen. Kann auch mitten im Sommer auftreten, wird dann schwierig für geeignete Temperaturen zu sorgen. Ohne Temperaturverringerung sterben in dieser Zeit viele Arbeiterinnen. Wie auswintern? Es gibt dazu kein Rezept, langsam die Temperatur steigern, oder gleich auf Zimmertemperatur (bei mir 24°C), in den Entwicklungen traten keine Unterschiede auf. Zur Gründung braucht es nicht viel.
Meistens halte ich sie in einem Reagenzglas, ohne Wassertank, zu einem Drittel gefüllt mit Erde. Humose Erde eignet sich besonders, sie hält länger die Feuchtigkeit. Das Ganze verschlossen mit einem lockeren Wattestopfen. Noch eine Spritze mit Kanüle, um bei Bedarf etwas Wasser zur Befeuchtung einzuspritzen, das ist es schon. Zur Abdunkelung verwende ich Alufolie oder rote Folie, schwarzes Papier geht auch. In so einem mit Erde gefülltem Reagenzglas kann die Königin eine Gründungskammer nach ihren Vorstellungen graben.
Auch für die spätere Gründerkolonie die Möglichkeit, nach Bedarf zu erweitern. Sie können so recht lange im Reagenzglas bleiben. Eine kleine Plastikdose als Auslauf reicht dann aus. So eine kleine Anlage ist gut unter Kontrolle zu halten.
Die Ersten von der Königin selbst aufgezogenen Ameisen sind recht empfindlich, was das Klima betrifft. Diese durchzubringen ist für mich die eigentliche Herausforderung. Später folgende Arbeiterinnen sind robuster und leichter zu halten.
Auch ein Reagenzglas mit Wassertank und Wattestopfen ist gut brauchbar. Auch hier muss der Ausgang mit einem lockeren Wattestopfen verschlossen werden. Es baut sich sonst kein Mikroklima auf, die Luftfeuchtigkeit wird schnell zu gering. Etwas schwierig ist es, den Wattestopfen für den Wassertankabschluss zu konstruieren. Da ist es gut, wenn schon Erfahrungen vorhanden sind. Ist der Stopfen zu dünn oder locker, läuft das Wasser durch, ist er zu dick oder festgepresst, ergibt sich eine zu geringe Luftfeuchtigkeit im Reagenzglas. Kondenswasserbildung, ein Anzeichen für zu feucht, auch gefährdet es die Gründung. Ist es zu trocken, kommt die Aufzucht des Nachwuchses ins Stocken, falls die Puppen und Larven nicht schon vorher sterben, sind es am Ende deutlich weniger Ameisen, die schlüpfen. Für die Befüllung des Wassertankes ist abgekochtes Wasser gut geeignet, es hält sich länger. Wichtig ist es, das Umfeld so zu gestalten, das die Königin mit den ihr mitgegeben Nährstoffvorräten, soviel wie möglich Arbeiterinnen aufzieht. Eine Voraussetzung dafür, dass es schnell vorangeht und bei Verlusten noch Ameisen übrig bleiben. Eine Messorkönigin gründet nur einmal, verliert sie ihre Arbeiterinnen, kann sie noch lange leben. Mit einer Ameisenkolonie aus eigener Kraft wird es nichts mehr. Königinnen dieser Art brauchen in der Gründungszeit kein Futter (claustrale Gründung). Versuche sie in irgendeiner Art zu füttern, haben nichts gebracht, im Gegenteil, es gab nur unnütz Probleme. Geduld und gelegentliche Kontrollen helfen mehr.
Darüber wie lange die Geduld dauern muss, bin ich mir auch heute noch nicht im Klarem, zu unterschiedliche Entwicklungszeiten konnte ich beobachten, grob liegen sie bei etwa 6 – 10 Wochen. Abhängig von den Gründungsbedingungen und der Qualität der Königin, zieht sie zwischen 2 – 15 winzig kleine Arbeiterinnen (Pygmäen) auf.
Kleines Volk
Messor barbarus ein gutes Stück der Gründung ist geschafft Das erste Erfolgserlebnis, das motiviert, es mit einer nicht alltäglichen Ameisenart weiter zu versuchen. Erste selbst herangezogene Ameisen, das hat was und weckt Erwartungen auf eine interessante Ameisenhaltung. Was erwartet Ihr jetzt von Messor barbarus? Richtig was los in der Arena, Ameisen, die reichlich Aktion bieten, Ameisen die Körner schleppen? Nein dem ist nicht so, es beginnt jetzt die schwierigste Zeit in der Gründungsphase. Die Erstlingsameisen (Pygmäen) dieser Art sind sehr sensibel und reagieren schnell mit sterben, wenn die Umweltbedingungen für sie ungeeignet sind. In dieser Phase der Gründung liegen die wirklichen Probleme, aus der die Folgerung abgeleitet werden kann, Messor barbarus sind schwer zu halten? Das ist kaum verständlich, wenn ihre Haltung als größere Kolonie betrachtet wird, da gibt es weite Variationsmöglichkeiten im Bereich Temperatur, Boden und Luftfeuchtigkeit. Ist die Kolonie erst einmal größer, trifft das alles nicht mehr zu, einfach leicht zu halten. Habt Ihr wenig Erfahrungen mit Ameisen, versucht es nicht mit einer Königin oder kleinen Kolonien, das wird nur selten was. Auch wenn es mehr Euros kostet, mit einer Kolonie so ab 100 Arbeiterinnen zu beginnen, sind sie einfacher zu halten, es lohnt sich und die Aussichten sie durch zu bekommen sind wirklich besser. Auf den Bildern ist eine 3 Monate alte Kolonie zu sehen, begonnen mit einer Königin, die Anfang Februar ausgewintert wurde
So sieht das nicht immer aus, viele Ameisen die eine gute Basis für einen erfolgreichen Start ergeben. Es ist mir schon passiert, das die Königin auch nur 2 Arbeiterinnen aufgezogen hat. Meistens wurde das dann mit einer Tragödie beendet, so wenige Ameisen sind schnell verloren. Gut das sind Erfahrungen die sich ergeben, Erfahrungen, die Nachdenken erfordern, um neue Wege zu erarbeiten. Eine meiner Ideen war es, um den Stressfaktor „Umzüge“ zu minimieren, diese Ameisen gleich in einem großen Nest zu halten. Es ist machbar aber auch nicht angebracht, wenn es darum geht, die ersten Erfahrungen mit Messor barbarus zu sammeln. Kontrollierte Haltungsbedingungen sind im Kleinen besser herzustellen als in einer großen Anlage. Die Zeit für weiträumige Anlagen kommt erst noch, Anlagen, die es möglich machen, das Beobachtungspotenzial das diese Ameisen bieten können, so richtig zu erforschen und mit daran teilhaben zu können, wie sie leben. Habt Ihr eine Vorstellung, was aus der Haltung dieser Ameisen werden kann? Mich hat es mehr als überrascht, so etwas hatte ich nicht erwartet.
So könnten sie sich entwickeln? Ist so etwas überhaupt möglich, wie ist es hinzubekommen, welche Voraussetzungen müssen dazu umgesetzt werden? Wollt Ihr das überhaupt, seit Ihr bereit und habt Ihr die Möglichkeiten, eine Ameisenkolonie, die richtig groß werden kann, zu pflegen und zu betreuen. Ohne Winterruhe geht es meistens nicht, auch wenn diese nur kurz ist und bei milderen Temperaturen möglich ist. Das sind interessante Fragen, bei deren Lösung ich helfen kann! Erste Vorausblicke auf etwas Beobachtungswertes. In der Realität ist es leider nicht so, es wird Geduld abverlangt, Pflege und Betreuung ohne das wirklich, was los ist. Das macht es richtig schwer sie intensiv zu betreuen, immer Verschiedenes zu versuchen, ihnen zerdrückte Körner oder kleinere Samen anzubieten und dann kommen noch die Insekten, die sie als Eiweißnahrung benötigen. Das sind wichtige Voraussetzungen, die es zu lösen gilt. Nach dem Schlüpfen der ersten Arbeiterinnen geht es nur langsam voran, das ist so und kein Grund, um besorgt zu sein. Kaum Aktivitäten, sporadisch tragen sie wenig an kleinen oder zerdrückten Körnern ein, die dann für Wochen reichen. Ein kleines Insekt (Mücke, kleine Fliege) pro Woche, mehr nehmen sie nicht. Wurden von der Königin nur wenige Arbeiterinnen (2-8) aufgezogen, ist das auch noch zu viel. Insekten müssen immer frisch sein, Angetrocknete nehmen sie als kleine Kolonie nicht mehr. Auch wenn diese eingetragen werden, sie entsorgen sie später einfach wieder oder lassen sie im Nest vergammeln. Das bedeutet jeden Tag ein neues Insekt und das vom Vortage entfernen, nur nicht aufgeben. Wenn sie ein Insekt genommen haben, sind auch ein paar Tage ohne möglich. Wer wegen der immer bestehenden Milbengefahr, lieber Abgekochtes füttern will, mit Abgebrühten, zerkleinerten Fliegenmaden habe ich gute Erfahrungen gemacht. Abgekochte Maden nehmen sie auch noch, wenn diese eingefroren waren, sie lassen sich so gut bevorraten. Von zerkleinerten Mehlwürmern sind sie nicht besonders begeistert, müssen sie davon leben, entwickeln sie sich mit geringerer Anzahl. Zerkleinerte Mehlwurmpuppen werden eher genommen. Das Futter nicht zu weit vom Nest anbieten (nicht mehr als 5 cm), auch der Boden muss so beschaffen sein, dass sie ihr Futter leicht transportieren können, sie geben sonst auf und lassen es liegen. Körner auf einer Unterlage gereicht, können gut wieder entfernt werden, es lässt sich so gut austesten, was sie mögen. Sind es viele Körner, lagern sie diese auch außerhalb des Reagenzglases, fein säuberlich auf einen Haufen.
Dabei stapeln sie auch gern zwischen den Vorräten im Reagenzglas und dem externen Lager hin und her. Erst wenn sie die Körner zusammen mit ihrem Müll lagern, sind sie abgeschrieben. Feiner lockerer Sand ist nicht geeignet, gut zurecht kommen sie bei mir mit einem festen, dünnen Lehmboden oder einem Gipsboden, der sich auch gut reinigen lässt. Beide Böden speichern gut Feuchtigkeit. Sandboden anfeuchten, damit er fester wird, bringt auch nichts, sie graben darin. Notfalls geht auch Kies, der ist allerdings nur schlecht zu reinigen. Längere Schlauchwege sind in der Gründungskolonie nicht angebracht. Überhaupt, je kleiner die Anlage ist, um so weniger Verluste gibt es bei den Arbeiterinnen. Bis Ihr sie dabei beobachten könnt, wie sie weiträumig durch Schläuche und Rohre laufen, müsst ihr Euch noch gedulden. Auch liegt noch möglicherweise eine Winterruhe dazwischen. Die Haltungstemperaturen sind nicht so kritisch, 23-28°C sind in Ordnung. Bei Temperaturen über 30°C verkriecht sich auch eine Messor barbarus. Gibt es dazu keine Möglichkeit, nehmen sie Schaden, also Vorsicht mit wärmenden Lampen. Dies besonders, wenn sie auf das Nestreagenzglas gerichtet werden, in so einer Glasröhre wird es schnell zu warm. Bei niedrigeren Temperaturen verlängert sich die Entwicklungszeit vom Ei bis zur Ameise etwas, schaden tut es nicht. Eine wesentliche Voraussetzung, die mit zu einer guten Entwicklung beiträgt, ist die richtige Feuchtigkeit. Richtiger ist, bei ungeeigneter Luftfeuchtigkeit oder Nestfeuchtigkeit, gehen sie ein. Wo muss sie liegen die optimale Feuchtigkeit? Dazu ein paar Worte vorab. Es sind 2 Feuchten, auf die es ankommt, die Luftfeuchtigkeit und die Boden- bzw. Nestfeuchtigkeit. Zur Luftfeuchtigkeit gehört auch immer eine Temperatur. Was bedeutet, dass 70%rel bei 20°C eine andere Feuchte ist, als 70%rel bei 28°C. (Anderer Wassergehalt in der Luft) Zudem sind kostengünstige Feuchtemessgeräte meistens sehr ungenau. Die Angaben über die Luftfeuchtigkeiten zur Haltung dieser Art sind fast immer zu hoch. Luftfeuchtigkeiten über 70%rel bei 26-28°C sind nicht nötig, sie vertagen es auch trockener. Habe sie früher auch viel zu feucht gehalten und meine Haltungsbedingungen überarbeiten müssen. Auch die Nestfeuchtigkeit wird oftmals zu nass angegeben. Kondenswasser, schimmelndes Futter, austreibende Körner sind ein deutliches Zeichen dafür, dass es zu nass ist. In den Jahren, seitdem ich sie halte, habe ich die Nestfeuchte immer weiter reduziert. Heute bin ich ganz davon abgekommen, ihnen einen nassen und einen trockenen Nestbereich zur Verfügung zu stellen. Wenig Feuchtigkeit reicht, nasse Stellen sind nicht erforderlich und nicht hilfreich. Gleichzeitig ziehen sie da ihren Nachwuchs auf und lagern die Körner, das geht prima. Weite Distanzen zwischen Nachwuchs und Körnern mögen sie in dieser Phase ihres Lebens nicht. Größere Kolonien kommen mit zu viel an Feuchtigkeit im Nest zurecht, sie tragen ihre Körner an trockene Stellen, das kann auch mal die Arena sein. Kleine Kolonien leiden unter den Folgen, sie sind nicht in der Lage den Gammel zu entfernen. Versperrt ihnen dieser den Ausgang oder Bereiche ihres Nestes, gibt es Probleme, die sie meisten nicht selber lösen können. Ich hatte schon Kolonien mit der Veranlagung, bei zu hoher Boden und Luftfeuchtigkeit, sich gegenseitig die Gaster abzubeißen. So ein Verhalten gibt es nicht bei jeder Kolonie, irgendwie eine besondere Verhaltensweise, die mir nur selten untergekommen ist. Das es zu trocken sein kann, gibt es auch, die Folgen, sie ziehen weniger Larven auf. Hält dieser Zustand länger an, sterben Eier, Larven, Puppen. Auch Fehlentwicklungen sind später beim Schlupf der Arbeiterinnen zu beobachten, bis hin zu nicht lebensfähig. Gibt es in der Anlage feuchtere Stellen, tragen sie kurzfristig ihre Eier, Larven und Puppen dahin.
Hier eine andere Volk, das es vorzog, vor dem Reagenzglas zu wohnen.
Zu meiner besonderen Freude konnte sie so ausgiebig beobachten. Gut sichtbar, die Königin und alle Stadien der Nachwuchsentwicklung, Von kleinen Larven bis zu den pigmentierten Puppen, die bald schlüpfen. Die größeren Larven werden die ersten mittelgroßen Arbeiterinnen (Media - Arbeiterinnen).
So richtig ruhig wollten sie nicht bleiben, auch so eine kleine Kolonie ist nicht einfach zu zählen, diese hier besteht aus ca. 60 Arbeiterinnen. Um die Feuchtigkeit richtig einzuschätzen und zu dosieren, dafür sind Erfahrungen mit Ameisen hilfreich, die nicht so sensibel reagieren. Wenn Ihr da noch Erfahrungen sammeln wollt, holt Euch eine Kolonie Lasius niger. Trinkwasser biete ich zwar immer an, das sie davon nehmen ist nur ganz selten zu beobachten, das kommt erst später als größere Kolonie. Nie offenes Wasser anbieten, sie ertrinken darin, selbst ein Tropfen ist schon zu viel. Aus dem gleichen Grund eignet sich kein Wassergraben als Ausbruchsschutz. Ein Ausbruchsschutz muss sein, auch wenn in der Gründungsphase nur selten eine Ameise an den Scheiben kletternd zu sehen ist. Nachts sind sie besonders aktiv und da gehen dann unnütz Ameisen verloren. Das Messor barbarus nicht an Glasscheiben hoch kommen, ist nur ein Märchen.
Und achtet auch darauf, das nicht Spinnen in die Anlage kommen, die Ameisen sind dann verloren. Auch lebende Futtertiere sind nicht geeignet für eine Gründerkolonie. Die Ameisen sind schlechte Jäger, können die Futtertiere nicht erbeuten, auch richten diese so manchen Schaden an. Ob nun Reagenzglas, Ytongnest, Gipsnest, es sind alles unnatürliche Wohnmöglichkeiten für diese Art. Heute halte ich eine Gründerkolonie so lange wie möglich im Reagenzglas, das ich in eine kleine Schachtel lege oder an eine sehr kleine Arena anschließe. Ein anderes Nest bekommen sie nicht. Das alles ist gut zu beobachten und unter Kontrolle zu halten. Sie verbringen darin, je nach Entwicklung bis zu 8 Monaten, läuft es nicht so gut, gehen sie auch so in Winterruhe. Entwickeln sie sich gut, ist die Kolonie in dieser Zeit auf 40 – 140 Arbeiterinnen angewachsen. Habe allerdings auch schon Kolonien gehabt, die es in der Zeit nur auf ca. 20 Arbeiterinnen gebracht haben. Das ist in Ordnung und geht auch, ein brauchbares Ergebnis, wenn Ihr mit dieser Art angefangen habt. Habe auch viele Jahre und Versuche gebraucht, bis ich die Haltungsbedingungen soweit verfeinert hatte, dass ich 8 Monate nach der Auswinterung der Königin, so eine Kolonie einwintern konnte.
Das klappt auch heute leider nicht immer. Viele Dinge mache ich aus dem Gefühl heraus und mit den Jahren der Ameisenhaltung, habe ich es immer besser hinbekommen. Eine weitere Beobachtung, die jetzt neu schlüpfenden Ameisen sind deutlich größer, einige haben schon den für Messor barbarus typischen dunkelroten Kopf. Die richtig großen Majorarbeiterinnen sind das noch nicht, die kommen erst nach der Überwinterung. Auch wenn Ihr sie gern weiter beobachten möchtet, verständlich, sie sind ja mit jedem Tag aktiver geworden, ist es jetzt an der Zeit für die Winterruhe.
Das 2. Jahr
Messor barbarus die erste Winterruhe ist zu Ende, ein ereignisreiches, zweites Jahr beginnt! Messor barbarus eine Winterruhe vergeht nicht immer ohne Verluste, es gibt auch tote Ameisen, das ist normal. Falls die nicht schon in der Winterruhe entsorgt wurden, konnten, machen sie es jetzt, der angefallene Müll wird gleich mit entsorgt. Kleinere Kolonien können damit Probleme haben, in der Winterruhe kommt es schon mal zu erhöhter Kondenswasserbildung. Müll und auch Körnervorrat verkleben dann, oder gammeln sogar, diesen Unrat bekommen sie alleine nicht aus dem Nest. Das kann auch so weit ausarten, das der Ausgang versperrt ist und sie gar nicht mehr aus dem Nest kommen. Haben sie im Reagenzglas überwintert, oder gibt es keine weiteren sauberen Kammern im Nest, brauchen sie Hilfe. (Durchgang wieder freilegen und neue Nestmöglichkeiten anbieten) Größere Kolonien, so ab 100 Arbeiterinnen, kommen da besser klar. Die da schon vorhandenen größeren Arbeiterinnen sind kräftiger und räumen schon so Einiges aus dem Weg, aber auch hier beobachten, wie es sich entwickelt und notfalls helfen. Was ist noch zu tun? Frische Körner anbieten, damit sie ihre Vorräte wieder auffüllen können. Insekten nehmen sie kaum, der Bedarf wächst erst mit der Aufzucht von Larven.
Gelegentlich anbieten und bei Bedarf in kürzeren Abständen anbieten. Müll und tote Ameisen müssen entfernt werden. Kleine Gips- oder Ytongnestern sind bei zu nasser Haltung über den Winter so vergammelt, das sie ausgetauscht werden müssen. Leben sie noch im Reagenzglas, ist es an der Zeit, ihnen ein größeres Nest anzubieten. Hier ein Beispiel
Rechts in der kleinen Schachtel haben sie überwintert, im Reagenzglas mit roter Folie leben sie noch. Links ein kleines externes Ytongnest. Die beiden kleineren Löcher links sind zur Bewässerung. Sie haben bereits angefangen, die ersten Körner in ihr neues Heim zu transportieren. Manchmal geht das auch daneben und sie tragen ihren Müll ins neue Nest. Es braucht nicht lange und Sie sind wieder dabei, Larven aufzuziehen.
Ziehen sie erstmal solche dicken Larven auf, könnt ihr euch auf die ersten Majorarbeiterinnen freuen.
Na gut die richtigen Großen werden es noch nicht, aber doch schon beeindruckend. Ihr normaler Lebensraum ist Erde, sie graben liebend gern. Auch bei Erdhaltung bieten sie viel Beobachtungspotenzial, sind eine aktive Ameisenart. So richtig Begeisterung kommt jedoch nicht auf, der Einblick ins Nest fehlt da meistens. Gips- und Ytongnestern werden angenommen und geben einen guten Kompromiss. Diese Nester können ruhig etwas größer sein, bei guter Haltung entwickeln sich diese Ameisen schnell, es geht richtig voran. Sie neigen dazu, noch nicht bewohnte Nestkammern als Müllhalde zu benutzen, Müll, den sie später wieder heraustragen, wenn es mehr Arbeiterinnen sind. (Ist die Kolonie mit weniger als 50 Arbeiterinnen aus der Winterruhe gekommen, ist es gut möglich sie noch weiter im Reagenzglas und kleiner Arena zu halten) Ansonsten brauchen sie mehr Auslauf, eine größere Arena muss her. Die kann nicht groß genug sein, allerdings verteilten sich die noch wenigen Ameisen soweit darin, dass es ein ziemliches Gesuche wurde, wenn ich sie beobachten wollte. Auch hier helfen nur Kompromisse. Eine Möglichkeit, ein großes Becken unterteilen mit einer Plexiglasscheibe, die später entfernt wird. Hat so seine Tücken, ist nicht dicht zu bekommen ohne das später noch Spuren des Scheibeneinbaus sichtbar bleiben. Zudem ist es gleich eine teure Investition und der Platz dafür muss auch vorhanden sein. Eine weitere Möglichkeit, ein kleineres Becken mit Bohrungen für Erweiterungen. Über kurze Schläuche oder Plexiglasrohre sind schnell weitere Becken angeschlossen. Der Schlauchinnendurchmesser kann bei so kleinen Kolonien ruhig noch etwas kleiner sein, 6-10 mm sind brauchbar. Lange Verbindungen sind bei einer so kleinen Kolonie noch nicht angebracht. Mit so einer Modulbauweise habe ich gute Erfahrungen gemacht, die Anlage kann einfach dem Entwicklungsstand angepasst werden. Lässt sich gut in einem Regal verteilen und so auf kleinerem Raum betreiben. Eine Einschränkung gibt es dabei, Messor barbarus lieben keine kräftigen Steigungen in den Schlauchverbindungen. Ein weiterer Vorteil einer solchen Anlage, sie lässt sich für Transporte (Winterquartier) zerlegen. Auch können Anlagenteile ausgetauscht werden, die nicht mehr passend sind. Nach einer kurzen Übergangszeit ist die Winterruhe vergessen, diese Ameisen entwickeln schnell wieder die von ihnen gewohnten Aktivitäten. Wie schon im Vorjahr, immer wieder kleine oder zerteilte Insekten anbieten, dazu verschiedene kleinere oder zerdrückte Körner. Hatte sich die Kolonie im Gründungsjahr gut entwickelt und die Arbeiterinnenanzahl liegt so um die 100, nehmen sie auch größere Körner (z. B. Hirse), die bekommen sie auch selber klein. Insekten, die sie nicht nehmen, am nächsten Tag wieder entfernen, angetrocknete Tiere nehmen kleine Kolonien nicht. Sie schleppen nur unnütz damit herum. Ist es in der Arena trocken, können die Körner länger liegen bleiben. Ist es zu feucht, wird es halt grün in der Anlage, auch eine Art von Dekoration. So feucht sollte es allerdings in ihrem Lebensraum erst gar nicht werden. Sie vertragen es jetzt immer trockner, im Gegenzug brauchen sie etwas Wasser, so abgesichert das sie darin nicht ertrinken. Gibt es im Nest irgendwo Kondenswasser, was nicht sein sollte, gehen sie auch da ran. Nicht selten sind sie dabei zu beobachten, wie sie Wasser an feuchteren Stellen saugen. Mit steigender Arbeiterinnenanzahl wird Wasser immer wichtiger, sie trinken besonders bei trockener Haltung so Einiges. Sie sind in der Lage mehr Larven aufzuziehen als Arbeiterinnen vorhanden sind. Ist die Entwicklung der Arbeiterinnenanzahl am Anfang noch stagnierend, geht es bald zügig weiter. Das kündigt sich schon im Vorfeld an, sie verwerten Insekten, die sie früher nicht angerührt haben. Auch die Anfangs ungeliebten Mehlwürmer finden immer mehr Beachtung (länger überbrüht und zerkleinert). Der Bedarf an Eiweiß steigt deutlich, sie können fast alles gebrauchen. Rapide nimmt die Anzahl der Ameisen zu und schnell ist das im Frühjahr angebotene Nest auch schon wieder zu klein. Die Entwicklung bei Messor barbarus kann allerdings auch richtig schleppend voran gehen, die Ursachen dafür sind die Haltungsbedingungen. Normale Raumtemperaturen sind ein Grund, sie brauchen es wärmer, so 24°C sollte es schon sein. Eine Tag/Nachtabsenkung ist nicht nötig. Bei guter Pflege trifft es nicht zu, das sich diese Art nur langsam entwickelt. Ca. 3 Monate nach der Auswinterung waren es bei mir mehr als 1000 Ameisen. Unter den schlüpfenden Ameisen sind immer mehr richtig große Arbeiterinnen, mit großem Kopf und kräftigen Mundwerkzeugen (Mandibeln). Diese Entwicklung lässt sich durch höhere Temperaturen und abwechslungsreiches Eiweißfutter positiv beeinflussen. Es gibt jetzt kleine Ameisen (Minorarbeiterinnen), große Ameisen (Majorarbeiterinnen) und viele Zwischenstufen. Einige dieser kräftigen, großen Ameisen haben einen dunkelroten Kopf.
In der Rotausfärbung der Köpfe gibt es starke Unterschiede, die Intensität und der Farbton variieren ganz beträchtlich
Auch hatte ich Kolonien, wo es kaum Ameisen mit dieser Farbgebung gab, bei anderen Kolonien hatten auch kleinere Ameisen rote Köpfe. Selbst in einer Kolonie tritt diese Farbgebung über längere Zeit beobachtet, bei den schlüpfenden Ameisen im unterschiedlichen Verhältnis und mit unterschiedlicher Intensität auf. Bei einer anderen Kolonie waren alle größeren Ameisen sogenannte „Rotköpfe“ Auch große Ameisen mit normalem Kopf sind vorhanden, sowie kleinere Ameisen mit großem Kopf und kräftigen Mandibeln Unterschiedlich ist auch der Zeitpunkt, ab dem diese Ameisen zu beobachten sind. Sporadisch hatte ich schon kleinere Ameisen mit rotem Kopf im Gründungsjahr, bei einer Koloniengröße unter 60 Arbeiterinnen. Ihr seht es gibt viel Interessantes mit der Beobachtung dieser Art. So ab 300 Ameisen ist es möglich die Schlauchverbindungen deutlich zu verlängern, bis zu 2 Meter ist machbar, später ist noch mehr drin. Innendurchmesser 16 - 20mm, bei zu großem Innendurchmesser besteht die Gefahr, dass sie ihren Müll in den Schläuchen deponieren. Damit sich kein Kondenswasser bildet, sind kleine Löcher wichtig, es kleben ihnen sonst die transportierten Körner fest. Sieht zwar gut aus wie sie sich abmühen, für die Ameisen bringt es nichts, sie verlieren die Lust und lassen es liegen. Verbindungen vorher zu verlängern, kann eine langsamere Entwicklung verursachen, wenn sie ihr Futter da durchzerren müssen. Ist schon beeindruckend was sie so an Müll, so produzieren, größere Kolonien schroten ihn so klein, dass kaum noch zu erkennen ist, was es mal war.
Selbst von größeren Insekten (Heuschrecken) bleibt nichts mehr übrig. Der Müll kann zu einem Problem werden, wenn sie keinen weiter vom Nest entfernten Platz haben, wo sie ihn ablegen können. Wenn es gut läuft, bringen sie ihn auch in ein anderes Becken, kann auch sein das sie ihn gerade da stapeln, wo er unerwünscht ist. Den Müll, wie früher zu entfernen, ist vorbei bei einer Koloniengröße ab 500 Ameisen. Schnell sind viele Helfer zur Stelle, zwicken in die Finger und beißen sich am Reinigungswerkzeug fest. Scheibenreinigung ist genau so eine Freude. Mit anderen Worten, es wird schwieriger die Anlage sauber zu halten. Kann mir gut vorstellen, dass so Mancher jetzt anfängt, über die schöne Einrichtung in seiner Anlage nachzudenken. Ein weiterer Punkt, der jetzt immer mehr in den Vordergrund tritt, ist die Ausbruchssicherung. Sie nagen so Einiges durch, dazu gehört auch Gips und Ytong. Siliconverklebungen, die so breit sind, dass die Ameisen durchpassen, halten auf Dauer auch nicht Stand. Wenn sie einen Weg aus der Anlage gefunden haben, sind sie gleich in großer Zahl unterwegs um ihre neue Freiheit zu erkunden. Sie kommen auch wieder zurück, sammeln ein was sie gebrauchen können und bringen es mit. Die Entwicklung der Kolonie schreitet jetzt immer schneller voran, so langsam wird deutlich das Messor barbarus sich zu richtig großen Kolonien entwickeln. Nest, Arena schnell schon wieder zu klein. Hier ein externes Nest, Ytong hochkant, angeschlossen an eine kleine Arena für eine mittlere Kolonie.
Von der Arena geht es über ein Kunststoffrohr zum Nest, hier der Eingang.
Und dann kommt der Tag, wo es richtig voll wird, wo es schon wieder Zeit ist, über einen größeren Neubau nachzudenken.
Ist das jetzt ein Grund zur Sorge? Aus meiner Sicht, „NEIN“, im Gegenteil es ist geschafft, die Kolonie hat jetzt eine Arbeiterinnenanzahl erreicht, wo richtig was los ist. Es ist jetzt möglich ihnen verschiedene Becken anzubieten, mit langen Verbindungen, sie machen es mit. Richtig gesehen falsch ausgedrückt, es ist eine Notwendigkeit ihnen den nötigen Bewegungsraum anzubieten um sie aktiv und ohne Verhaltensstörungen zu halten. Ameisenstraßen, worüber in den Foren zu lesen ist, sie sind jetzt zu beobachten, allerdings nur in den Verbindungswegen zwischen den einzelnen Becken. Sie sind richtig begeistert, was Futter angeht, Insekten werden überaus gierig angenommen, habe mich so manches Mal gewundert, wo sie diese unterbringen, auch Körner, was geht, wird gebunkert. Gibt es genug Einlagerungskapazität, es nimmt kein Ende, was sie so heranschleppen. Es sind jetzt so viele Ameisen, das es sich lohnt, sie zu beobachten. Ich umschreibe es einfach mal so, auch die Ameisen beobachten jetzt indirekt ihren Halter. So eine große Kolonie stellt Ansprüche an ihren Halter. Habt Ihr eine Vorstellung wie sich diese Art weiter entwickelt? Denke schon, gehe davon aus, dass es auch euere Vorstellungen sind, eine attraktive, muntere Ameisenart aufzuziehen. Wie es sich weiter entwickeln kann, habt Ihr hier sicherlich schon gelesen. Ein paar Bilder noch.
Als größerer Kolonie sind sie viel an Wasser zu beobachten. Sie trinken ausdauernd und können dennoch nicht viel mitnehmen. Messor barbarus geben direkt kein Futter an andere Arbeiterinnen weiter (betreiben keine Trophallaxis). Was bleibt ihnen dadurch übrig, jede Ameise muss sich selber auf den Weg machen und Flüssigkeiten bis ganz ins Nest tragen.
Eine ereignisreiche Zeit war es bis hier hin. Aus meiner Messor barbarus Haltung, habe ich versucht es darzustellen, was bei der Haltung dieser Art zu erwarten ist. Ihr habt es schon bemerkt, ich habe Vergangenes und Aktuelles verwendet um die Entwicklung einer interessanten Ameise aufzuzeigen, zu dokumentieren, darzustellen, wie es mit dieser Art vorangeht. Wenn Ihr meine Berichterstattung bis hier verfolgt habt, werdet Ihr feststellen, dass es noch besser geht, oder auch nur mit Mühen kriechend langsam voran ist drin. Solange die Kolonie noch eine Königin hat, ist immer die Chance da, dass es noch was wird. Meine Berichterstattung ist, wenn ich es lese, was ich hier auf meiner Homepage über Messor barbarus so geschrieben habe, rückführend zu meinen Anfängen mit dieser Art, wie soll ich es sagen, sehr positiv dargestellt. Es liegt daran, das es heute für mich einfach ist, diese Art zu halten. Dabei gehen schnell die Probleme der Vergangenheit unter die es gab Königinnen, die keine Eier legten. Königinnen, die einfach starben. Königinnen, mit denen es nicht voranging, sie fraßen ihre Larven und Eier immer wieder auf. Gründerkolonien, wo die Arbeiterinnen alle starben. Gründerkolonien wo vorhandene Arbeiterinnen nicht mehr wieder zu finden waren. Gründerkolonienverluste durch Zwangsumsiedelung. Gründerkolonien die ihren Müll so geschickt gestapelt hatten, dass sie nicht mehr aus dem Nest kamen und starben, weil ich es als Aktivitätspause gedeutet hatte. Kolonien, die im Kondenswasser verklebten und nicht überlebten. Schimmel und Gammel im Nest mit entsprechenden Verlusten. Kolonien, die dahindümpelten, sich nicht weiter entwickeln wollten. Fehlschläge mit Nestkonstruktionen. Viel zu feuchte Haltung, auch das Gegenteil ist mir passiert. Ameisensterben durch Handpflegemittel oder verwendete Arenamaterialien. Ameisensterben durch gekaufte Insekten. Gründerkolonien, die sich richtig gut entwickelt hatten und dann einfach starben. Gründerkolonien, die sich richtig gut entwickelt hatten, wo die Königin starb. Wie Ihr seht, es gab für mich reichlich Probelehme, Fehlschläge, wo ich immer wieder neu anfangen musste. Bis hier her stand die Sorge im Vordergrund, sie durchzubringen, jetzt treten immer mehr andere Dinge in den Vordergrund.
Das 3. Jahr
Messor barbarus wie geht es weiter? Messor barbarus eine weitere Winterruhe ist vorbei, Jahr 3 angebrochen und das wird bestimmt nicht langweilig! Eigentlich war schon alles da was es zu Messor barbarus gibt, war es das schon? Königinnensterben, Arbeiterinnen alle gestorben oder es will nicht so richtig vorangehen..........! Unerwartete Entwicklungen, überreichlich Ameisen, das Gebaute schon wieder zu klein! Unterschiedlichsten Haltungserfahrungen! Was kann da noch kommen, oder wie ist so etwas möglich, so unterschiedliche Beobachtungen? Eine Frage, die einfach so nicht zu beantworten ist. Es wird Halter geben, die davon berichten, das Messor barbarus sich nur langsam entwickeln, das sie nur schwer zu halten sind. Es wird Halter geben die berichten, eine unkomplizierte Ameise, die sich ohne Probleme überreichlich vermehrt. Dabei zu beobachten, sie können richtig viele Larven aufziehen.
All diese Erfahrungen sind Realität, nur wie ist so etwas möglich? Nicht alles, was gut gemeint ist, ist auch so wie gedacht umzusetzen. Das Gelesene richtig zu interpretieren, funktioniert auch nicht immer. Manchmal kommt der Faktor Glück/Pech mit ins Spiel. Letztendlich sind es die gesammelten Erfahrungen im Umgang mit Ameisen, die wirklich helfen. Was kommt noch, was ist noch zu erwarten bei der Haltung dieser Art? Oder anders gefragt, was erwartet Ihr jetzt noch von der Haltung dieser interessanten, speziellen Ameisenart. Habt Ihr das Interesse an diesen Ameisen schon verloren, oder sucht Ihr weiter nach Antworten? Hat es sich so entwickelt, wie Ihr es Euch vorgestellt habt, oder gibt es Enttäuschungen? Im Normalfall besteht die Kolonie jetzt aus mehreren Tausend Arbeiterinnen.
Das gibt Anlass zu Überlegungen, wie die Kolonie weiter gehalten werden kann. Dabei steht ganz oben die Frage, wie groß darf die Kolonie noch werden? Jetzt wo die Kolonie gerade ausgewintert wurde, haben sie nur wenig Brut, das ergibt zumindest theoretisch die Möglichkeit, sie mit nur wenig Insekten zu füttern. Über die Eiweißversorgung so eine Art Geburtenkontrolle zu erreichen. Ob das bei dieser Art so funktioniert, kann ich auch nicht sagen, habe es selber nie hinbekommen so eine Maßnahme konsequent durchzuziehen bei den großen Kolonien, die ich gehalten habe. Futterkörner enthalten auch Eiweiß, ist denkbar das ihnen das schon reicht, Insekten nur eine zusätzliche Eiweißquelle sind, die sie auch nutzen können. Kurze Abschweifung zu einem Versuch: Ausgehend von einer Königin, halte ich seit Februar 2007 eine Gründerkolonie ohne Insektenfutter. Es ist denkbar das Ihnen das in den Körnern enthaltene Eiweiß schon reicht. Mir sind keine brauchbaren Beobachtungen bekannt, wie die Futterzusammensetzung in Ihrem natürlichen Lebensraum aussieht. In wieweit Insektengaben in der Haltung erforderlich sind, eventuell sogar zu einer Überentwicklung führen, die in der Natur so nicht gegeben ist? Diese Kolonie entwickelt sich auch, sie zieht nur weniger Nachwuchs auf als eine parallel gehaltene Vergleichskolonie. Diese Beobachtung ist so noch nichts Wert, es kann sich hier auch um eine normale Populationsschwankung handeln. Auch ist es offen wie diese Kolonie den Winter überlebt und sich ab Frühjahr 2008 weiter entwickelt. Nehmt meinen Versuch bitte nicht zum Anlass, eure Kolonien auch ohne Insektenfutter zu halten. Fakt ist, dass sie sich mit dem zusätzlichen Eiweiß der Insekten gut entwickeln. Die Frage, wie groß darf die Kolonie noch werden, habe ich für mich durch eine andere ersetzt. Mir ging es darum herauszufinden, wie groß eine Messor barbarus Kolonie in der Haltung wird und wie das hinzubekommen ist. Welcher Aufwand an Futter und Nest/Arenaerweiterungen nötig wird, gibt es Begleiterscheinungen?
Auch interessierten mich Verhaltensveränderungen der größer werdenden Kolonien. Wie Aggressivität, Ausbruchsverhalten, Aktivitäten, Nachwuchsaufzucht, Zusammensetzung der Arbeiterinnenkasten........... Gut da wird jeder von Euch seine eigenen Vorstellungen und auch Möglichkeiten haben, wohin es mit der Kolonienentwicklung gehen soll. Jetzt nach der 3. Winterruhe geht es so weiter wie in den vergangenen Jahren, nach einer kurzen Umstellungszeit legen sie wieder los. Bei guter Versorgung ist mit einem sprunghaften Anstieg der Arbeiterinnenanzahl zu rechnen. Was jetzt komm, kennt Ihr ja schon, die Ameisen brauchen schnell wieder mehr Platz. Eine Besonderheit dieser Ameisen ist es, das sie Körner einsammeln, bunkern und das mit unermüdlichem akribischen Eifer. Das funktioniert natürlich nur, wenn sie im Nestbereich ausreichend Platz dafür haben. Meine großen Kolonien hatten keine Probleme damit 2-4 kg Körner zu bevorraten. Sie schafften es auch locker an einem Tag, mehr als 0,5 kg davon einzutragen. Körnersammeln ist eine wesentliche Beschäftigung für diese Ameisen. Haben sie zu wenig Möglichkeiten, lungern sie überwiegend träge herum, keine spannende Angelegenheit. Dabei kann für den Beobachter schon mal reichlich Langeweile aufkommen. Die Nestkapazität ist nicht unendlich erweiterbar und ab einer bestimmten Vorratsmenge sind sie mit weiteren Körnern auch nicht mehr so richtig zu locken. Um hier trotzdem die Aktivitäten zu erhalten, habe ich Ihnen gemeinerweise einen Teil der gebunkerten Körner einfach entwendet. Ist bestimmt gut vorstellbar das die Ameisen davon nicht begeistert sind und es nicht ohne Gegenwehr ab geht. Normal ist das bei einer großen Kolonie auch nicht machbar. Wenn das Nest geöffnet wird, strömen explosionsartig sehr viele Ameisen heraus, das ist ohne Einquetschen von Ameisen nicht wieder dicht zubekommen. Die ausgerückten Ameisen einzusammeln, na ja was soll ich sagen, eine besondere Freude! Wenn Ihr diese Ameisen schon länger haltet, dann habt Ihr auch beobachtet wie und wo diese Ameisen Ihre Körner bevorzugt lagern. Sie suchen dafür trockene Bereiche, bei hochkant stehenden Nestern kommt noch dazu das Sie die Körner gerne in den oberen Kammern lagern. Weiter ist noch zu beobachten, dass die Ameisen sich überwiegend an der Oberfläche des Körnerlagers aufhalten. Das brachte mich auf eine Idee, wie ich sie beklauen könnte. Die Nestblöcke sind gegen Ausbruch auch auf der Hinterseite mit einer Plexiglasscheibe verkleidet. Eine der oberen, größeren Kammern im Nestblock geht von vorne bis hinten durch. Weiter hat die Kammer einen nach hinten abfallenden Boden. Quer über den unteren Bereich dieser Kammer (ca. ein Drittel) ist eine Klappe in der rückseitigen Plexiglasscheibe eingebaut, die nach unten hin öffnet. Haben sie die Kammer vollgestapelt, halte ich eine Schale drunter und öffne die Klappe solange, bis die Körner herausgefallen sind. Körner und Ameisen in der Schale kippe ich gleich ins Futterbecken zurück. Ein Kreislauf, der sich ohne Massenausbruch gut handhaben lässt. Diese Ameisen merken es nicht mal das ich sie beklaue, sind gleich eifrig wieder dabei die Körner aus dem Futterbecken zurück in die Futterkammern zu tragen. Leider hat das System einen gravierenden Nachteil, die Ameisen sind einfach zu schnell. Dauert nicht lange und alles liegt wieder in der Kammer. Na ja, ich kann es verschmerzen! 14.10.2010 Meine Ausführungen zu Messor barbarus hier in diesem Bericht sind schon fast schon so alt, wie diese Homepage besteht. Habe sie überarbeitet und mit neueren Informationen und Bildern ergänzt. Ein Vorgang, der nicht abgeschlossen ist und weiter geht. Bin bemüht diesen Bericht mit neuen Bildern und Infos ständig weiter zu gestalten. Schaut einfach mal wieder rein, sind Ameisen, deren Haltung sich lohnt, unkompliziert und die richtig, was bieten.
Wnn Ihr noch weiter lesen mögt, hier ist ein neuerer Bericht nach zu lesen.
Bericht weiter
Messor barbarus, eine Ameisenhaltung die begeistert (Jahre später und ein anderes Volk) Die Gattung Messor gehört für mich zu einer der interessantesten Arten, wenn es darum geht, mit wenig Aufwand, Ameisen zu halten. Sicherlich muss für entsprechende Wärme, zumindest im Nestbereich gesorgt werden. Ansonsten sind sie pflegeleicht und können durchaus über viele Wochen alleine klarkommen. Kein Halter braucht bei dieser Gattung, auf seinen Urlaub zu verzichten. Gut, die Gattung Messor ist zu allgemein, bei den vielen Arten die momentan in den verschieden Shops erworben werden können. Mir geht es hier um Messor barbarus. Gibt auf meiner Homepage ein paar Information über diese Art und schaut in die Foren, diese Art ist richtig in. An Informationen hat sich Vieles getan oder anders geschrieben, es lohnt sich immer, über Messor barbarus zu berichten. In lockerer Folge, von mir geplant, ein paar Bilder, kleine Videos und einfache Geschichten, so wie ein wenig an Informationen hier zu schreiben. Wenn Ihr richtig Aktion bei Messor barbarus beobachten wollt, ruckelt an der Arena, an ihrem Nest. Was auch noch gut kommt, in die Arena pusten. Mit anderen Worten, solches Gebaren von ihrem Halter mögen sie überhaubt nicht. Plötzlicher Lichteinfall in ihrem Nest, ohne jegliches Geruckel stört sie nicht und gibt Einblicke in eine Welt, die sonst im Verborgenem abläuft. Und falls es doch zu Erschütterungen kommt, bei einem Blick in ihr Nest, macht das nichts. Was Ihr dann an Hektik beobachten könnt, gehört bei diesen Ameisen schnell wieder der Vergangenheit an und schadet ihnen nicht. Kein Grund um auch mit der Kamera und hellem Licht ihr heimliches Treiben abzulichten. Den Anfang macht ein kleines Volk, so um die 500 Körnerliebhaberinnen. Einblicke in ihr Nest, hergestellt aus Gips, dick mit einer zähen Lehmmischung eingestrichen. Solche Nester mögen sie besonders gerne, den Lehm knabbern sie teilweise ab, die gute Feuchtigkeitsverteilung, die sich in solchen Nestern anbieten lässt, kommt der Haltung dieser Art überaus entgegen. Ein kleines Nest, von einem Volk, ca. 14 Tage aus der Winterruhe, mit einer typischen Nestaufteilung für diese Art.
Ganz rechts der Wassertank, der nur gelegentlich mit ein wenig Wasser befüllt wird. In der Mitte die Wintertraube, die sich noch nicht ganz aufgelöst hat. Sie hatten einen überaus harten Winter, einige Tage mit knapp unter 0°C. Woraus ich die Frage ableite, könnten diese Ameisen auch bei uns in Norddeutschland überleben? Noch weiter links, weiter entfernt vom Wasserspeicher, ihre Lebensgrundlage.
Ja und dann kommt, was bei dieser Art kommen muss.
Keine Chance diese Schweinerei zu vermeiden, so sind sie nun mal. Eine Kammer benutzen sie um das wieder los zu werden, was sie vorab gefuttert haben.
Falls Ihr Euch wundert, dass es in der Winterruhe unerwartet viele tote Ameisen gibt oder nach der Winterruhe viele Tote herausgetragen werden, ist es möglicherweise deutlich zu trocken gewesen in einigen Zeiten der Winterruhe. Die von Euch angebotenen Überwinterungstemperaturen waren sie passend? Habt Ihr es passend hinbekommen, sie gut zu überwintern, legen sie überraschend schnell wieder los. Ist schon ein deutlicher Vorteil, Larven mit zu überwintern, schnell kann so eine neue Brutaufzucht gestaltet werden.
Was finden diese Ameisen an Futter, wenn sie in ihrer Heimat ihre Winterruhe beenden? Für mich auch die Frage, wo überhaupt liegen die Gründe dafür das sie Ruhephasen durchleben? Kann ich nicht beantworten und muss auf das schauen, was sich in meiner Haltung tut. In meiner Haltung, jedenfalls so wie ich ihre Winterruhe in den letzten Jahren praktiziere, brauchen sie kaum etwas von ihrem Körnervorrat auf. Erst mit wärmeren Temperaturen gehen sie an ihre Vorräte. Ameisenbrot habt Ihr sicherlich gelesen, was ist das überhaupt? Schaut hier.
Insektenfutter für diese Art notwendig, ja oder nein? Für eine Ameisenart, die auch ohne auskommen soll, sind sie reichlich interessiert an Insekten.
Was sie hier aufziehen ist die Zukunft eines Ameisenvolkes (Geschlechtstiere) Na ja jedenfalls in der Natur.
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