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Formica sanguinea

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Gehören für mich zu den Wirbelwinden der einheimischen Ameisen in der Haltung.
Sonnige, warme Stellen in der Anlage und schon mit wenigen Ameisen (ca. 50) ist richtig was los.
            
Unruhige, flinke Ameisen, den in ihrer Anlage nichts entgeht.
Ständig auf der Suche nach Futter und überaus aggressiv bei ungebetenen Gästen.
Eine besondere Verhaltensweise dieser Art, sie überfallen andere Arten und rauben deren Puppen, die sie weiter pflegen.
Gerne berauben sie Formica fusca, die schlüpfenden Arbeiterinnen integrieren sie in ihre Kolonie.
Formica fusca mit Geschlechtstierlarven und Puppen.
     

                 
Zu lesen ist das sich Formica sanguinea Sklaven hält, betrachte ich ihr Zusammenleben
ist für mich nicht klar ob es Sklaven, sind, sie leben wie die sanguinea mit in der Kolonie.
Zwei Ameisenarten zusammen in einer Kolonie eine besondere Herausforderung?
Nein, sie stellen wenig Ansprüche, nicht zu feucht untergebracht sind sie leicht zu halten.
Zur Zeit der Larvenaufzucht sind sie gierig, nehmen fast alles, was es an Insekten gibt.
       

                          

                              
Sanguinea und fusca, sie jagen gemeinsam.

Dazu trinken sie gerne Honig- oder Zuckerwasser.
                          
Meine kleine Kolonie (ca. 300 Ameisen) lebt in zwei Gipsnestern, die an den Außenseiten des Beckens stehen.
Der vordere Nestblock ist flacher, wegen der Sicht, der Hintere höher.
In der Mitte dazwischen Blähton und Kies, gibt einen guten Wassertank um die beiden Nestblöcke leicht zu befeuchten.
Hier kurz ein paar Bilder aus der Bauphase.
                                 

Die beiden Gipsblöcke sind wie fast immer bei mir, zumindest innen dick mit Lehm eingestrichen.
Ist ein kleines Becken, 25 x 15 x 15 cm, für den Anfang reicht es.
Die beiden Nestblöcke haben den praktischen Vorteil, viel Platz im Nestbereich anzubieten.
In der Natur ist bei dieser Art zu beobachten, dass eine Kolonie aus mehreren Zweignestern besteht,
meine Bauweise bietet ihnen dazu die Möglichkeit.

Wie sich später herausstellte, das mit dem Blähton war keine gute Idee,
selbst die kleineren fusca sind kräftig genug um diesen herumzuschleppen.
               

Vorher lebten sie auch schon in einem kleinen Ytongnest, als Auslauf über einen Schlauch angeschlossen eine Plastikbox.

Mit dem Ende der Winterruhe kam eine gute Gelegenheit für den Umzug,
das Gipsnest in das neue Becken gelegt, noch bevor sie richtig munter wurden.
Nach kurzer Erkundung waren sie auch schon umgezogen in den hinteren Nestblock.
Die Wahl war vorherzusehen, geringe Wärme zieht immer.
Für das Becken verwende ich eine 12 Volt Halogenlampe,
das Vorschaltgerät dafür ist an der Glasscheibe des hinteren Nestblockes befestigt,
eine gute Möglichkeit auch die Abwärme zu nutzen.
Die Lampe liefert neben der Beleuchtung auch noch eine punktuelle Beckenheizung.
Anfangs, nach der Winterruhe waren morgens dort Arbeiterinnen beim Wärmetanken zu beobachten.
Gut eine Woche nach der Auswinterung die ersten Eier und dazu überaus hungrige Ameisen.
   
Tatkräftig bei der Arbeit eine Formica fusca.

Fliegen, kleine Heimchen, zerteilte Mehlwurmpuppen, sie konnten alles gebrauchen.
Alles was sie schleppen können wird ins Nest befördert.

Nebenbei noch reger Besuch am Honig- oder Zuckerwasser, wobei sie beides gleich gern trinken.
Noch bevor die ersten Larven schlüpften eine deutliche Zunahme der Eier, welche sie als Pulk lagern.
Die Kolonie besteht zu 70% aus Formica sanguinea Arbeiterinnen, der Rest Formica fusca.
Eine Königin, aus meiner Sicht in der Haltung ausreichend.
Formica fusca sind durch gegebene Puppen in die Kolonie gekommen.
Gegebene Formica cunicularia Puppen wurden auch angenommen und bis zum Schlupf gepflegt,
die jungen Arbeiterinnen gleich getötet und entsorgt.

Passende Haltungsbedingungen und es kommen schnell weitere Arbeiterinnen dazu.

Die Entwicklungszeiten vom Ei bist zur schlüpfenden Ameise können in Abhängigkeit von den Temperaturen kräftig variieren.
Bei meiner warmen Haltungsart konnte ich folgende Entwicklungszeiten beobachten.
Vom Ei bis zum Larvenschlupf  6 - 8 Tage
Larvenzeit 8 - 14 Tage
Puppenzeit 14- 16 Tage
Haltungsparameter bei mir, in der Arena und im Nest, Tag und Nacht 23 - 25°C.
Raumfeuchtigkeit, nur leichte Nestbefeuchtung, Arena immer trocken.
Die Arena eher trocken als zu feucht.
Für die Einrichtung ist zu sagen, diese immer munteren, unruhigen Tiere, ständig herumlaufend,
kramen alles Durcheinander was sie bewegen können.
Um ihren Bewegungsdrang nachzukommen, nebenbei bieten sich für uns Halter dadurch auch Beobachtungsmöglichkeiten,
werden schon früh Erweiterungen nötig.
Diese Art trägt die leeren Puppenhüllen ins Freie auf einen Haufen, so ist auch bei einer Erdhaltung der Zuwachs an Ameisen grob nachzählbar.
                        
Bei guter Futterversorgung ziehen sie viele Larven auf
                         
und vergesst neben den Insekten nicht Honig- oder Zuckerwasser anzubieten, sie bedienen sich reichlich.
Auch Wasser trinken sie, dabei zu beobachten, je trockner die Haltungsbedingungen je mehr Wasser wird genommen.

Zur Auflockerung ein Bild meiner kleinen Anlage.
                     

Hier ein Blick in den größeren, hinteren Nestblock.
                 

Schnell wird klar, warum diese Tiere unermüdlich nach Futter suchen und wo die Proteine (Insekten) geblieben sind.



Brauch nicht darüber zu schreiben, ist ersichtlich, muss bald anbauen.

Hier die Königin und neue Eier.
     

Besonderer Hinweis:
Gehört ihr zu den Ameisenhaltern die die Lebensgewohnheiten dieser Tiere nicht genau kennen,
nicht so begabt seit in der Bestimmung von Ameisenarten, geht nicht los um diese Ameisen in der Natur zu sammeln.
Sie sind sehr schnell zu verwechseln mit unseren seltenen Waldameisen (Formica rufa, polyctena).

01.05.2009                                              
Aus den Eiern sind Larven geschlüpft, wenn die so weiter machen ist davon auszugehen, dass sie in der Haltung auch große
Kolonien zusammen bringen.
                   
Futterinsekten können gar nicht zu groß sein, alles wird eingesammelt und mit Eifer ins Nest gezerrt.
                                           
Hier haben sie leider Pech gehabt, passt nicht durchs Loch.
                
Ein dauerhaftes Problem ist das allerdings auch nicht, dauert nicht lange und das Insekt (Drohnenpuppe) ist zerlegt.

Formica sanguinea
Für mich die interessantesten und lebhaftesten Ameisen unter unseren Einheimischen.
Richtige Wirbelwinde die schon mit wenigen Arbeiterinnen kräftig furagieren.
Eine Art, die ich auch fast als Einsteigerart empfehlen würde?
Die Haltungsbedingungen sind einfach, mit der Abweichung gegenüber den Empfehlungen zu Anfängerarten,
Wo zu lesen ist “Sie verzeihen auch so machen Haltungsfehler”, was auch immer darunter zu verstehen ist?
Freude und gute Entwicklung gibt es bei diesen Ameisen nur,
wenn ihr ihren einfachen Bedürfnissen nachkommt und um da noch eins nachzulegen, ohne Unterbrechungen.
                      

Hier sind sie bei der Arbeit.
24video            

Schwerarbeiterinnen unterwegs.
                        

        

Muss doch passen?
         

Diese hier kommt schon alleine zu Recht.
     

Nach der vielen Arbeit geht’s es erst mal ans Trinken, gut das ist nichts Neues,
gibt es Honig- oder Zuckerwasser sind sie gleich dabei.
                        

Alles, was es so gibt, wird probiert.
                           

Damit sie viele Larven aufziehen, was diese Art auch als kleine Kolonie hinbekommt,
          
brauchen sie reichlich proteinhaltiges Futter, hier sind sie an einer Drohnenpuppe.
                               

Seit dem Ende der Winterruhe hat sich die Anzahl der sanguinea Arbeiterinnen vervielfacht,
die wenigen fusca Arbeiterinnen fallen kaum noch auf.
Ein Paar sind auch gestorben, auch bei den sanguinea gibt es vereinzelt Tote.

Hier trinken sie.
                 
Links Zuckerwasser, rechts Wasser.

Ganz früh morgens sitzen sie gern unter der wärmenden Lampensonne.
          

Schwerarbeiterinnen beim Futtertransport, wo eine alleine nicht reicht, helfen Andere mit.
                

Der Futterbedarf steigt bei dieser Art mit dem Zuwachs an Arbeiterinnen kräftig an.
Das betrifft Insekten und Kohlenhydrate.
Unermüdliche Ameisen, die überaus gerne graben, umstapeln, viel in Bewegung sind.
Wie schon vorab berichtet, an Futter lassen sie nichts liegen.
                      

Hier versuchen sie eine Mehlwurmpuppe ins Nest zu zerren.
        

Nicht nur Puppen auch die Mehlwürmer selber betrachten sie als Beute, gerne genommen solche,
die sich gerade gehäutet haben.
                              

Mehlwurmstücke gehen auch.
                  

Gerne eingetragen, Fliegenmaden.
                              

An kälteren Tagen tragen sie gerne ihre Puppen ins warme Lampenlicht.
    

13.06.2009 
Insekten sind weich, biegsam, das Teil durch das Loch, wird nichts.


Wie ihr es hier mitverfolgt habt, Formica sanguinea ist eine Art die sich gut entwickelt.
            

Die Anzahl der Arbeiterinnen hat sich vervielfacht und mein kleines Becken reicht schon lange nicht mehr.
Heute leben sie hier.
                    

Jetzt wo es gerade etwas kühler ist, jeden Morgen das gleiche Schauspiel.
              
Neben Futter ist ihnen die Wärme genauso wichtig, jeden Morgen sitzen sie unter der wärmenden Halogenlampe.
Hier habe ich den Nachwuchs erwischt.
 

Hier probieren sie Eigelb.
                        
Ob sie es verwerten können, bleibt eine offene Frage?
Eingetragen haben sie es und nichts davon war wiederzusehen.

09.07.2009
Hier untersuchen sie Mehlwurmpuppen, bei der jetzigen Größe der Kolonie brauchen diese nicht mehr zerkleinert werden.
  
Die Mehlwurmpuppen dürfen nicht mehr leben, bei weichem Untergrund besteht die Möglichkeit das sie sich darin verkriechen
und von den Ameisen nicht entdeckt werden.
Mit den später daraus schlüpfenden Käfern gibt es Probleme, die Arbeiterinnen bekommen diese lange Zeit nicht erlegt.
Haben sie Glück, erwischen sie einen frisch geschlüpften, unausgehärteten Käfer.
             

Hier sind sie an einem Fischkochstück interessiert.
     

Daran herumknabbern, lecken oder eintragen ist nicht damit gleichzusetzen das Ameisen solche Futtermittel auch nutzen können.
Wer nur darauf setzt, riskiert das Leben seiner Ameisen.


Die Arbeiterinnenanzahl steigt weiter, sind schätzungsweise mehr als eintausend.
Ein neues Nestbecken ist fast fertiggestellt.
      
Ein 40 x 30 x 20 cm Becken, an beiden Seiten ein Gipsnestblock, dazwischen unten Porenton, grober Kies und als Deckschicht Buchenholzspäne.
Kies und Porenton sind nötig um mit Wasser eine leichte Befeuchtung der Nestblöcke hinzubekommen.
Den Zwischenraum können sie als Arena nutzen.
Nach Fertigstellung erfolgt der Anschluss an die kleineren Becken durch einen Schlauch.

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