Logo 5

Pachycondyla apicalis

Hier möchte Ich Euch ein wenig über eine sehr interessante Ameisenart erzählen.

Eine große Ameisenart aus Mittel-Südamerika mit Arbeiterinnen um die 20 mm,
ihre Königin ist kaum größer und nur schwer zu unterscheiden.
Sie lieben es warm (22-28°C) bei hoher Luftfeuchtigkeit, eine Winterruhe brauchen sie nicht.
Gutes Sehvermögen und ihre gute Beweglichkeit machen sie zu überaus effektiven Jägern.

Hier auf dem Bild ein Männchen, im Gegensatz zu den schwarzen Arbeiterinnen sind sie rotbraun gefärbt.

 

Diese Ameisen kamen im Winter zu mir, die gute Verpackung konnte die frostige Nacht nicht ausgleichen.
In der Transportbox rührte sich nicht mal eine Ameise, alle erfroren mein erster Gedanke.
Vorsichtig stupste ich einige an, nichts, einfach steif.
Als Unterschlupf und zusätzlicher Transportschutz war Küchenpapier in der Box.
Wehmütig schaute ich unter die Papierlagen, um zu ergründen, was ich da bekommen hatte.
Große pechschwarze Ameisen, Larven und Puppen lagen verstreut zwischen dem Papier, sollte das alles dahin sein?
Kann nicht mehr sagen, wie lange ich das Malör betrachtete und bis es mir auffiel,
eine Ameise bewegte sich ganz leicht und gleich noch eine.
Sollte doch noch nicht alles verloren sein?
Die Raumwärme wirkte Wunder, weitere Ameisen wurden munter.
Mein Gedanke, die sich bewegen heraussammeln, musste wie immer erst meine Pinzette suchen.
Zum Heraussammeln bin ich nicht mehr gekommen,
überraschend schnell wurden die Ameisen so beweglich das Sie schon versuchten
aus der Box zu krabbeln.

Kurzerhand stellte die Box in eine kleine vorbereitete Arena.
Zu meiner Freude, eine Ameise nach der anderen kroch aus der Box, es schien gar kein Ende nehmen zu wollen.

 

Schnell wurde mir klar, diese Ameisen sind überaus gut zu Fuß, Glaswände und auch der Deckel,
alles kein Problem, sie kommen da locker hoch.

 

Diese Ameisen leben bevorzugt im Holz,
was mich bewog ihnen eine Mischung aus humusreicher Blumenerde und Holzspänen anzubieten.
Gut durchfeuchtet in einer halb gefüllten Farm, die über ein kurzes Rohr mit der Arena verbunden ist.
Die Ameisen brauchten nicht lange um das von mir als Nest gedachte Behältnis auszukundschaften.
Eine rege Grabtätigkeit setzte ein, ich hatte schon die Befürchtung, sie räumen die ganze Farm leer.
Nach 2 Tagen war es geschafft, neues Nest gegraben und umgezogen, die Transportbox konnte ich entnehmen.
Na gut ganz so einfach ging das nicht, den Ameisen ist das nicht entgangen und es waren gleich welche zur Stelle, um mir zu helfen.
Eine besonders Übereifrige hatte es doch bis in meinen Ärmel geschafft und mir wirkungsvoll demonstriert das diese Ameisen einen
Stachel haben den sie zu gebrauchen wissen.

Eine erste Bilanz, 3 Arbeiterinnen hatten den Transport nicht überlebt.
In den kommenden Tagen zeigten sich weitere Folgen des Käteschockes, alle Larven und Puppen hatten nicht überlebt.
Puppen wurden aus den Kokons gezerrt und alles in der Arena verstreut.
War mühselig und nicht einfach die Leichen aus der Arena zu entfernen, diesen Ameisen entgeht nicht die geringste Bewegung und
blitzschnell waren sie da, um gleich mal die Pinzette zu untersuchen, könnte ja was zu futtern sein.
Habe sie bis heute noch in der kleinen Arena, wollte erst abklären ob ich sie durchbekomme.
Diese Ameisen sind immer hungrig, haben keine Probleme damit ein ausgewachsenes Heimchen zu verfolgen, zu stellen und zu erlegen.
Bekommt eine Ameise alleine das nicht hin, jagen sie gemeinsam,
sie sind dabei so schnell das Sie einem springenden Heimchen hinterher kommen.

  

Neben Heimchen futtern Sie gerne Fliegen. Fliegenpuppen und die später daraus schlüpfenden Fliegen als lebenden Vorrat anzubieten,
klappt bei diesen Ameisen nicht. Sie erkennen die Puppen als Beute und das war es dann mit dem Fliegenleben.
In den letzten Tagen habe ich ihnen Mehlkäferpuppen angeboten, nehmen sie auch.
Was sie bei mir nicht nehmen, sind abgebrühte Insekten, ob sich das ändert, wenn sie keine Lebenden bekommen, kläre ich noch.
Mit überbrühten und zerkleinerten Fliegenmaden hatte ich einen geringen Erfolg.

Die Futtergier blieb nicht ohne Folgen, zu meiner Freude unzählige Eier, schätzungsweise mehr als Hundert.

 

In den Folgewochen entwickelten sich Larven, die sehr urtümlich aussehen und die ersten Puppen.

                                                                                                                         

                                                     

Schien sich doch alles zum Guten wenden zu wollen.
Mit den Eiern nahm es kein Ende, immer mehr.
Meine Suche nach der Königin blieb erfolglos, die Tiefe der Farm, Erde Holzspäne einfach nicht möglich alles einzusehen.
Eines Tages folgende Beobachtung, Arbeiterinnen die ein einzelnes Ei herumtrugen auch in der Arena,
dort verharrten und das Ei nicht ablegten.
Richtig Besorgnis kam auf, wie ich Arbeiterinnen dabei beobachten, konnte das Sie diese Eier selber legten.
Genaugenommen ging ich jetzt davon aus das die Königin nicht überlebt hatte
und die Ameisen selber für männlichen Nachwuchs sorgen.
Weiter war zu sehen, die Ameisen gehen recht sorglos mit Ihrem Nachwuchs um,
öfters liegen größere Larven und Puppen verstreut in der Arena.
Das alles machte mir wenig Hoffnung das die Kolonie überlebt.
Dann kam der Tag, wo ich die ersten leeren Kokons in der Arena fand,
leider konnte ich in der Farm nicht erkennen, was da geschlüpft war.
Auch hatten die Ameisen den Aushub der Farm und die dünne Arenabodenschicht so aufgetürmt
das ein Teil des Nestes auch in der Arena war.
Es war mir so nicht möglich die Arbeiterinnenanzahl halbwegs vernünftig abzuschätzen
um festzustellen ob es mehr geworden waren.
Und dann kam der Tag, spät abends ein Männchen in voller Pracht.

 

Durch seine rotbraune Färbung sofort zu erkennen. In den Tagen darauf wurden es immer mehr, an die 20 konnte ich zählen.
Das war es dann wohl.
Die Anzahl der Eier, Larven und Puppen nahm nicht ab, grob überblickt sind es doppelt so viele wie Arbeiterinnen.
Genauso munter blieben die Ameisen immer auf der Jagd und bedacht Beute zu machen.
Auch kam es mir so vor, das die Anzahl der aktiven Ameisen in der Arena deutlich zugenommen hatte.
Immer mehr leere Kokons in der Arena, ich bildete mir ein, mehr als zählbare Männchen.
Gibt immer einen Streichholz in der Ameisenhaltung an den ich mich gerne klammere.

 

Gut 14 Tage nach den ersten Männchen gab es teilweise Entwarnung, auch Jungköniginnen vorhanden.

Jungkönigin 

Sind nur wenige, die sich auch nur selten in der Arena zeigen und dabei versuchen abzufliegen.

 

Wie es jetzt aussieht, könnte es sich um eine ganz normale Aufzucht von Geschlechtstieren handeln, Vorbereitungen auf die Schwarmzeit.
Zu denken gibt mir das immer noch, worin liegt die Begründung das Arbeiterinnen Eier legen.
Halte es immer noch für möglich das die Königin den Transport doch nicht überlebt hat.
Die Jungköniginnen könnten sie aus Eiern aufgezogen haben, die nicht in der Kälte gestorben sind.

Mal schauen wie es weiter geht?

 

    

Glucoselösungen nehmen Sie nur wenig, die transportieren Sie zwischen den Mandibeln.

 

Ist gar nicht so einfach das Trinken.

Ausschnitt807   

   

Lieber ist Ihnen Frischfleisch, ein Heimchen zu fangen macht Ihnen besondere Freude.

  

Bin immer wieder am staunen, wie es Ihnen möglich ist so flinken Tieren hinterherzukommen und Sie zu erbeuten.
Sieht manchmal fast so aus, als ob Sie Ihrer Beute hinterherspringen.

07.06.2008
Es ist weiterhin offen, wie es mit dieser Kolonie weiter geht?
Mehr als 100 Männchen haben sie aufgezogen.
Die Lebenszeit der Männchen ist gering, ein Beseitigungsproblem dafür gibt es auch nicht, die Toten werden gleich wieder verwertet.
Sporadisch sind weiterhin einige wenige Jungköniginnen in der Arena zu beobachten.

 

Wie Ihr seht, die Geschlechtstiere sind Selbstversorger.

                                          

Ob es immer noch die Selben sind, oder neu Geschlüpfte, konnte ich nicht beobachten.
Muss schon sehr genau hinschauen um Königinnen ohne Flügel von Arbeiterinnen zu unterscheiden,
leider geben sie mir dazu keine Möglichkeit.

     

Das Verhalten der Arbeiterinnen weiterhin normal, keine Rangeleien oder Beißereien, selten eine tote Arbeiterin.

Unbenannt - 5      

Nicht abzusehen, ob die Kolonie stirbt oder es nur der normale Akt der Vermehrung ist.
Die letzten Puppen sind bald geschlüpft, Larven ziehen sie zurzeit keine mehr auf.
Es gibt richtig viele Eier, die nicht schlüpfen

28.06.2008
Eines der letzten Männchen, sind sie erst mal so weit das sie versuchen abzufliegen, leben sie nur noch wenige Tage.

  

Lange Fühler, die sie brauchen, um die Pheromone der Weibchen zu orten,
nur so ist es ihnen möglich diese auch über weite Entfernungen zu finden.

Sind über 100 Männchen gewesen die aufgezogen wurden.

 

Selten, aber ein wenig Zucker- oder Honigwasser nehmen sie.

       

    

                              

Dabei gibt es Probleme, da diese Ameisen keinen sozialen Magen haben, musste die Natur sich was anderes einfallen lassen.



Sie transportieren Flüssigkeiten zwischen den Mandibeln.

Aktueller Stand.
Alle Puppen sind geschlüpft, soweit ich es beobachten konnte, nur Männchen.
Aus einigen der vorhandenen Eier sind Larven geschlüpft, mal sehen, was am Ende wird.
 
Sie haben immer noch die kleine Arena als Auslauf.
Solange das Überleben dieser Ameisen nicht geklärt ist, bleibt das so.
Im Laufe der Zeit hat sich reichlich Müll angesammelt und viele Puppenhüllen.
Es war mir nicht möglich diesen Unrat zu entfernen.
Einerseits zu viel Müll und anderseits überaus neugierige Ameisen, deshalb habe Ich die ganze Arena ausgetauscht.
Das war ein Spaß, alte Arena in eine Wanne mit Wasser gesetzt, damit die Ameisen nicht entwischen.
Hatte Ich für eine gute Idee gehalten, die Ameisen waren da anderer Meinung, kein Problem,
mit schwimmenden Laufbewegungen schien es ihnen nichts auszumachen mal eben einen Wassergraben zu überwinden.
Keine Zeit für mich nur den geringsten Gedanken daran zu verschwenden, ein Foto zu machen.
Neugierig sind sie nun mal und so ist es mir gelungen die 2 die mir entwischt waren auch noch einzufangen.
Das Umsetzen war richtig mühsam, mit einem Papierstück konnte ich Ameise für Ameise umsetzen.
Dabei sind mir einige diese flinken Tiere über die Hände gelaufen und Einzelne bis in den Ärmel.
Agresiv scheinen sie nicht zu sein, kein Stich abbekommen.

Aufmerksame, flinke, kräftige Jäger.
    

Was haltet Ihr von ein wenig Akrobatik?

Unbenannt - 7                                    

Gehört zu Ihren Lieblingsbeschäftigen, irgendwo hängen und Körperpflege betreiben.

17.07.2008
In der Zwischenzeit haben sich die ersten Larven verpuppt.
                                                                                                               
Leider gab es auch wieder Arbeiterinnen, die Ich beim Eierlegen beobachten konnte.
Schlüpfen jetzt weiterhin nur Männchen geht es bald zu Ende mit diesen schönen Tieren.

Hier versuchen sie sich an einer Drohnenpuppe die Ich hochgehängt habe, um sie zu beschäftigen.
Ausschitt3317                  

     

                                                          Wollt Ihr mehr lesen, dann  klickt hier.