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Polyergus rufescens
Polyergus rufescens  


Polyergus rufescens eine bei uns seltene Ameisenart, die es nicht hinbekommt, sich selber zu versorgen.
Nicht nur das ihre Königinnen parasitär gründen, ihre Arbeiterinnen sind selber nicht in der Lage, Nestbau zu betreiben,
Futter herbeizuschaffen oder Nachwuchs zu pflegen, aufzuziehen.

Was sie können, andere Ameisenvölker überfallen und deren Puppen rauben.
Die daraus schlüpfenden Arbeiterinnen müssen ran um die Polyergus rufescens Arbeiterinnen mit Königin zu versorgen
und deren Nachwuchs zu betreuen und aufzuziehen.
Eine merkwürdige, allerdings auch besonders interessante Ameisengemeinschaft.
Eine Ameisenart, die als Raubameise nur überleben kann, indem sie Arten der Gattung Formica überfällt und deren Puppen raubt.
Eine Art die mit kräftigen Mandibeln bestens von der Natur ausgestattet ist, um erfolgreich zu agieren.

Ein Bericht ist für mich auch immer eine Animierung zur Ameisenhaltung.
Diese Art, selten und erhaltenswert, für mich nichts für Möchtegernameisenhalter.

Soll ich oder soll ich nicht?
Bin mir nicht sicher, ob es angebracht ist, ein wenig über diese seltene, ausgefallene Ameisenart zu schreiben?
Selbst ihre Anschaffung war für mich nur möglich mit der Zusicherung, dass die Königin aus einer Nachzucht kommt.
Ob das passt, möglich ist, alles, was ich zu dieser Art nachlesen konnte, schließt eine Nachzucht in der Haltung nicht aus.

Habe sie erhalten mit ca. 40 Formica cunicularia und rufibarbis Arbeiterinnen.
Formica cunicularia/ rufibarbis stehen mir nicht zur Verfügung, schlecht um in Zukunft geeignete Puppen anzubieten.
Was ich anbieten kann, sind Puppen von Formica fusca.
Dabei ergibt sich, abgeleitet aus Beobachtungen, ein nicht zu lösendes Problem.
Formica cunicularia sammeln Formica fusca Puppen ein, genau wie ihre Eigenen.
Betreuen und pflegen diese bis zum Schlupf und das war es dann.
Frisch geschlüpfte Formica fusca Arbeiterinnen werden nicht adoptiert,
immer wieder aus dem Nest getragen, bis sie sterben.

Was machen?
Es ist nachzulesen, das Königinnen dieser Art bevorzugt bei Arten versuchen unterzukommen, von denen sie aufgezogen wurden.
Ist da auch eine andere Art als Sklavenameise möglich, was ist da dran?

Puppen in ausreichender Anzahl über längere Zeit kann ich nur von Formica fusca anbieten.
Kurzerhand die Königinnen entnommen und in ein fusca Volk integriert.
Polyergus
                         

Hört sich schnell und einfach an, eine Königin, die in andere Völker eindringt, sollte doch damit klarkommen?

Ne eine seltene Königin muss überleben und dafür braucht es eine Strategie, die größte Sicherheit bringt,
dass sie auch unbeschadet adoptiert wird.

Was könnte da gehen?
Habt Ihr sicherlich schon gelesen, frisch geschlüpfte Arbeiterinnen werden einfach von der gleichen Art aufgenommen.
Junge Arbeiterinnen, die selber nicht aggressiv sind und so gut in einem neuen Volk unterkommen.
Das müsste doch gehen, solche jungen Arbeiterinnen zur Polyergus Königin.

6 frischgeschlüpfte Formica fusca, noch richtig hell, nicht ausgefärbt zusammen mit der Königin in ein Reagenzglas.
Alle vorhergehenden Sorgen waren unberechtigt, sie vertrugen sich auf Anhieb.
Beflügelt durch diese überaus positive Beobachtung,
gab es nach ein paar Tagen 20 Puppen dazu und später nach deren Schlupf, noch ca. 80.

Ein munterer Haufen ist so zusammengekommen.
Eine umsorgte Königin, umsorgt von dummen Arbeiterinnen, die nicht erkennen können, das sie eine Königin einer anderen Art pflegen.
Keine Aggressionen, ganz so wie in einem Volk mit Königin der gleichen Art.

Munterer Haufen ist übertrieben, gab keine Eier mehr und so ging es nach längerer Vorbereitung mit guter Futterversorgung ab in die Winterruhe.
Eins habe ich noch vergessen, hundert Ameisen Formica fusca in einem normalen Reagenzglas, das passt natürlich nicht,
gab noch einen Umzugstermin in ein Gipsnest.

Winterruhe:
Da mussten sie richtig ran, mein Keller mit 14 - 17°C war nur eine Station.
Viele Tage in der Garage, mit Temperaturen an die 0°C waren mit im Programm.
Was meint Ihr, ist das angebracht für Arten aus unserer Natur?

Gut für mich ja und nach meiner Einschätzung, abgeleitet aus Beobachtungen, durchaus machbar.
Allerdings auch gleich eine Warnung mit auf den Weg, nur gut für die Winterruhe vorbereitete Völker bringen die Voraussetzungen mit,
Temperaturen um die 0°C zu überleben.
Also geht auf Nummer sicher und überwintert euere Ameisen nicht mit Temperaturen unter 0°C, denn das muss absolut nicht sein.

Dann kam, was kommen muss, Auswinterung.
Gibt es, noch was zum Auswintern, was ist, übriggeblieben?
Ist doch klar das ich es mir zwischendurch nicht verkeifen konnte mal nachzugucken.
Und das ist auch gut so und muss sein.
Wenn Ihr jetzt meint, ihr Halter ist ungeduldig und neugierig, dann habt Ihr richtig Recht.
So bin ich nun mal und das Interesse an der Entwicklung eines Ameisenvolkes lässt mich auch im Winter nicht los.
Zudem ist in der Winterruhe immer wieder ein Kontrollblick für das Überleben von Ameisen notwendig.
Feuchtigkeitsverhältnisse ändern sich auch im Winter und eine Grundfeuchtigkeit muss immer vorhanden sein,
sonst ist im Frühjahr nichts mehr da zum Auswintern.

Was ist geworden?
Hungrige Ameisen.
                   

Schon nach kurzer Zeit, erste Eier.
       
               
Später erste Larven.
  

29.03.2011
Heute sieht es so aus.
        

Sind einige Larven zusammengekommen, liebevoll betreut von den F. fusca Arbeiterinnen.
Naja mal gucken, was später schlüpft.
Ist nicht auszuschließen das sie ihren eigenen Nachwuchs (Männchen) betreuen.
Erst mit dem Schlupf wird sich zeigen, ob die Eier von der Polyergus Königin gelegt wurden oder von den fusca Arbeiterinnen.

02.04.2011
Ohne Pause sind fusca Arbeiterinnen damit beschäftigt Futter heranzuschaffen, Fliegen,
kleine Heimchen, selbst kleinere frisch gehäutete Mehlwürmer, alles können sie gebrauchen.
Auch nicht die kleinste Zuckerwasserfütze wird ausgelassen.
Alles für ihren Nachwuchs, sie wissen ja nicht, was sie da aufziehen.
Die gute Versorgung bleibt nicht ohne Folgen, viele pralle Larven, denen es richtig gutzugehen scheint.
Polyergus rufescens Polyergus rufescens Polyergus rufescens Polyergus rufescens Polyergus rufescens        

Genauer betrachtet ist es anderes herum, viele hungrige Larven bringen Arbeiterinnen dazu, das benötigte Futter einzutragen.
Ohne Larven nur schlaffes Furagieren.

07.04.2011
Langsam wird es spannend, erste Larven sind dabei Kokons anzulegen.
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Die feuchteste Kammer wurde ausgesucht.
Unermüdlich tragen fusca Arbeiterinnen feine Partikel an die Larven.
Dazu machen sie sich die Sache einfach und knabbern den Lehmanstrich von den Kammerwänden.

Jetzt muss ich nur noch die Ungeduld ihres Halters in den Griff bekommen.

13.04.2011
Was haben sie sich nur eingebrockt?
Naja so ganz richtig ist es nicht, ihr Halter hat Schuld, jedenfalls haben sie jetzt überreichlich Arbeit.
Ständig neue Eier, ständig Larven in allen Größen, die zudem auch immer hungrig sind.
        
   
Zwischenzeitlich haben es einige Larven hinbekommen sich zu verpuppen.
Gut einen Tag ist eine Larve damit beschäftigt ihren Kokon fertigzustellen.
Jetzt liegen die Dinger rum und sorgen mit dafür,
                       

dass es im Nest langsam eng wird.
                               

Bin mittlerweile davon überzeugt das Polyergus schlüpfen, die Puppen sind dunkler, rotbrauner gefärbt,
nicht so hell, wie ich sie von Formica fusca kenne.

Mache mir langsam Gedanken ob ich nicht mit zu wenigen fusca Arbeiterinnen angefangen habe?
Eier, Larven, Puppen haben einen Umfang angenommen, der für mich nicht mehr zählbar ist und die Eiablage ist weiterhin im Gange.
                

Kann ich nur hoffen, dass Polyergus  Arbeiterinnen nicht zu gefräßig sind.
Wie bekannt, sind diese nicht selber in der Lage sich zu versorgen, das müssen fusca Arbeiterinnen auch noch hinbekommen.

Wie bei Formica fusca sonst auch, gibt es auch hier Nacktpuppen.
                     

21.04.2011
Einer meiner Gedanken, wie kommen die Nacktpuppen bei dieser Art zustande?
Legen die Larven kurz vor der Verpuppung einen Kokon an, und nach der Verpuppung entfernen Arbeiterinnen frühzeitig den Kokon?
Oder machen sie es sich einfach und verpuppen sich ohne Kokon?
                  

Sie machen es sich einfach.
Alle Larven die sich jetzt verpuppen bekommen das hin ohne Kokon.

Neue Eier gibt es jetzt nicht mehr, die letzten Larven sind geschlüpft.
Die Larvenanzahl ist deutlich zurückgegangen und nicht nur die Larven machen es sich einfach,
die Arbeiterinnen stehen da nicht nach, bis auf Puppenpflegen sind sie fast arbeitslos.
Am Tage lässt sich kaum noch eine Arbeiterin in der Arena erwischen, dabei wie sie nur noch ein Ziel ansteuern, Zuckerwasser.
(Für die von Euch die Ihre Ameisen lieber mit Honigwasser füttern, da gehen sie genau so ran.)
Insekten tragen sie jetzt nur noch nachts in geringer Anzahl ein.
Kennt Ihr ja schon, ganz hoch im Kurs, stehen kleinere bis mittlere Fliegen.

Alles scheint jetzt auf den Schlupf der ersten Puppen zu warten.
Aus menschlicher Sicht betrachtet, die Formica fusca Arbeiterinnen werden sich wundern.
Aus Ameisensicht, sie werden es nicht merken.

An dieser Stelle, ein besonderer Dank an die von Euch, die mir Formica cunicularia Arbeiterinnen und später Puppen schicken wollen.
Arbeiterinnen nehmen sie nicht an ohne Kämpfe und Puppen hilft auch nicht.
Soweit von mir beobachtet vertragen sich Formica fusca und cunicularia nicht.
Für den Fortbestand ist es erforderlich, das im Sommer die Hilfsameisen ergänzt werden müssen.
So wie es derzeit aussieht, klappt es mit den Formica fusca Arbeiterinnen.
Genaueres wird sich ergeben mit dem Schlupf der ersten Polyergus rufescens.

03.05.2011
Es ist soweit, letzte Nacht sind die ersten Arbeiterinnen geschlüpft.
Auf die Schnelle gezählt, etwa 10.
Was geschlüpft ist, war seit den ersten Nacktpuppen kein Geheimnis mehr.
            

In den kommenden Tagen werden noch reichlich dazu kommen.
   

Erstes Ergebnis, die Formica fusca Arbeiterinnen sind eifrig behilflich beim Schlupf, intensive Betreuung der Fremden, belecken und füttern.

19.06.2011
Die letzten Polyergus rufescens Arbeiterinnen sind schon länger geschlüpft.
Von der schönen rotbraunen Färbung ihrer Königin ist bei den Arbeiterinnen nur wenig vorhanden.
Bei wenig Licht heben sie sich kaum von den fusca Arbeiterinnen ab.
   

Neue Eier wurden keine gelegt und damit stellte sich ein brutloser Zustand ein.
Dafür gab es Erstaunliches zu beobachten.
An warmen Nachmittagen, rufescens Arbeiterinnen, die aus dem Nest strömten und reichlich unkoordiniert durch die kleine Anlage furagierten.
Keine Ecke ausließen immer hastig auf den Beinen.
Für mich Grund ihnen einige fusca Puppen anzubieten und damit hatte ich auch schon was falsch gemacht.
Aufgescheuchte Polyergus rufescens die panikartig durch die Anlage flitzten und sich dabei fast selber über den Haufen liefen.
Sie konnten gar nicht schnell genug den Nesteingang finden, um darin zu verschwinden.
Nichts mit einem Raubzug oder zumindest Puppen eintragen.
Nachdem alle rufescens das Feld geräumt hatten, nur Ruhe im Schacht.
Die Arbeit machten später, wie immer, die fusca Arbeiterinnen.
Kaum hatte eine die Puppen entdeckt, kam Hektik auf, Unzählige hatten nichts Wichtigeres zu tun, als eiligst Puppen ins Nest zu schleppen.
Bei den wenigen Puppen ist es nicht geblieben, das Nest ist gut gefüllt.
                             

Larven und Puppen von Formica fusca, einige Wenige von Formica cinerea sind auch dazwischen.

Ist eine Lebensgemeinschaft entstanden, die sich ohne Feindseligkeiten verträgt,
die ihrem Halter keine besonderen Haltungsverrenkungen abverlangt.
Doch eine gibt es, muss eine größere Anlage bauen.

Klar habe ich schon angefangen.
              

Das Nest glücklicherweise transportabel, einfach in ein nacktes Becken geklatscht.
Naja ein wenig Einrichtung gibt es schon, einen nackten Gipsboden.
Den Ameisen ist das egal, selbst die Polyergus rufescens mussten schon mal gucken.
     

Naja ein wenig nacharbeiten muss ich wohl noch?
Oder doch nicht, ist gut übersichtlich und lässt sich gut reinigen.

Hilflose Ameisen, die ganz auf die Versorgung durch ihre Wirtsameisen angewiesen sind.
So ganz scheint das nicht zu stimmen?
      

Natürlich gibt es auch noch Andere, die sich von einem Zuckerwassertropfen begeistern lassen.                
               

Eine Gegenüberstellung.
             

23.06.2011
Heute hatten sie richtig "Spaß".
Ist nicht zu glauben was Ameisen für ein Durcheinander anstellen können?
Ein paar der fusca Arbeiterinnen hatten ein warmes Plätzchen unter einer Lampe entdeckt.
Gut geeignete Temperatur um einige ihrer Puppen dort hin zu tragen.
In der Haltung bei dieser Art keine seltene Beobachtung, es stört sie auch nicht das es dort hell ist.

In den Nachmittagstunden schwärmten, wie auch in den Tagen vorher, vereinzelt rufescens aus.
Kaum hatten diese den Puppenhaufen mit den fusca Arbeiterinnen entdeckt kam Schwung in das Ameisenleben.
Aufgeregt furchten sie durch den Puppenhaufen, packten unsanft fusca Arbeiterinnen,
zerrten und schleppten diese herum und ließen sie wieder fallen.
Kaum waren diese wieder frei gerieten auch sie in Aufregung, packten Puppen und liefen ebenfalls wild durcheinander.
Was für eine Hektik hatte mehr als Mühe, die beiden Arten auf die Schnelle zu unterscheiden.
Unglaublich wie schnell rufescens laufen können, eine Puppe gepackt und ab ins Nest.

Was dann kam, ich kann es nicht beschreiben, mein Eindruck,
alle vorhandenen rufescens Arbeiterinnen stürzten aus dem Nestausgang in Richtung Puppenhaufen.
Schleppten fusca Arbeiterinnen herum und jede gefundene Puppe ins Nest.
Damit nicht genug, kaum waren alle Puppen eingesammelt, mussten die fusca Arbeiterinnen herhalten.
Eine nach der Anderen wurde gepackt und ins Nest getragen.

Ja, und dann kam richtig Freude auf bei ihrem Halter, das Spektakel wusste sich noch zu steigern.
Im Nest gerieten jetzt unzählige fusca Arbeiterinnen in Aufruhr und strömten ebenfalls aus dem Nest.
So kam ein Kreislauf in Gang, der erst mit dem Abschalten des Lichtes ein Ende fand.
Fusca Arbeiterinnen gepackt und ins Nest geschleppt, diese aufgeregt wieder raus und so weiter und so weiter.
                

Mit Besorgnis, später mit der Taschenlampe, noch mal in die Arena geguckt um zu Schecken, was an Ameisen auf der Strecke geblieben ist.
Zu meinem Erstaunen konnte ich keine tote Ameise entdecken.
Muss morgen bei normalem Licht noch mal genauer hingucken.

27.07.2011
Unzählige leere Kokons, dazwischen tote Ameisen.
                  

Ihr Nest leer, fast alle Ameisen verschunden.
Keine Polyergus rufescens mehr zu sehen, ein paar wenige Formica fusca.
                

Ohje, was ist nur passiert, ist mir da eine Haltung richtig daneben gegangen?

Nein, geht gut voran, sie sind zwischenzeitlich umgezogen.
Viele der zugegebenen Formica fusca – Puppen sind geschlüpft und der Platz im Nest reichte nicht mehr.
Sie leben jetzt in einem geräumigen Nest mit viel Platz für weiteren Zuwachs.
Ist wieder ein liegendes Gipsnest, hier ein Bild der aus der Bauphase.                
                    

Wie ich solche Nester baue, könnt Ihr hier nachlesen.
Ihr neues Nest ist extern aufgestellt, bei internen, liegenden Nestern ist es ab einer bestimmten Arbeiterinnenanzahl nicht mehr möglich,
die abdunkelnde Abdeckung zu entfernen und Ameisenverlustfrei wieder rauf zubekommen.
Der Umzug war unkompliziert, innerhalb von 2 Tagen haben sie es selber hinbekommen.
Viel zu schnell für mich und dann auch noch überwiegend zu einer Zeit in der ihr Halter schläft.
Ist für mich die Frage unbeantwortet geblieben, ob die Polyergus  selber ins neue Nest gelaufen sind oder getragen wurden?
Auch den Umzug der Königin hätte ich überaus gerne beobachtet.
 
Ein Blick ins neue Nest.
                

Zur Arena geht es in einem ca. 1 m langen Schlauch.
Bis zur Winterruhe bleibt die Arena so wie sie ist, karg und leer.
Im Winter wird was Neues gebaut mit ein wenig Einrichtung.
Schon alleine die fusca Arbeiterinnen sind eine überaus muntere Truppe, wofür es sich lohnt, was zu versuchen.
 
Bin jetzt bemüht noch weitere Formica fusca Puppen aufzutreiben, um das Volk weiter zu verstärken.
Mein späteres Ziel, die Aufzucht von Polyergus Geschlechtstieren.
 
Außer im Frühjahr, wurden keine weiteren Eier von der  Polyergus Königin gelegt, gibt also keinen weiteren eigenen Nachwuchs.
Insekten brauche ich nur ganz selten reichen.
Durstig sind diese Tiere noch, Zuckerwasser, Honigwasser sie lieben das Zeug.
 
Polyergus Arbeiterinnen kommen nicht mehr aus dem Nest, ihre Ausflüge an Nachmittagen sind schon länger nicht mehr zu beobachten.
Ob es daran liegt, dass jetzt viele fusca Arbeiterinnen vorhanden sind oder die Zeit für Raubzüge vorbei ist, kann ich nicht beantworten.
 
23.08.2011
Eine Merkwürdigkeit am Rande.
Polyergus kl     Video p        

Eine Polyergus läuft am Rande des Müllhaufens ohne Ende im Kreis.
Genauer hingekuckt, sie hat nur noch einen Fühler.
                  

Sie muss schon länger mit einem Fühler gelebt haben, gab ja schon lange keinen Nachwuchs oder eher, den Fühler erst jetzt verloren haben.

Scheint eine ernsthaftere Auseinandersetzung zu sein, auch ein paar fusca sind nicht mehr ganz beieinander.
Zudem lagen 2 tote Polyergus auf dem Müll, neben einigen fusca.
Mehr als eine Ursachenvermutung kann ich nicht anbieten, liegt an den fusca Arbeiterinnen, die noch im Puppenstadium dazu gekommen sind.

25.09.2011
Hier ist für dieses Jahr Feierabend.
Leider ist es mir nicht gelungen, noch Formica fusca Puppen aufzutreiben, hätte das Volk gerne noch weiter verstärkt.
Naja muss halt so gehen.
Formica fusca gehören zu den Ameisenarten die überhaupt kein Verständnisse für ihren Halter und dessen Neugierde haben.
Absolut nicht möglich einen Blick in ihr Nest zu werfen, ohne gleich eine Massenpanik auszulösen.
Alles läuft panisch durcheinander und ich gucke auf Dinge, die nicht erkennbar sind.
Ist mir nicht mal möglich die Polyergus Königin zu finden, kann nur hoffen, dass sie noch lebt.

Noch ein letztes Bild vor der Winterruhe.
       

Einige Ameisen haben sich schon zusammengefunden für die Winterruhe.
                       

Sie sind jetzt in der Vorbereitung auf die kommende, kältere Jahreszeit, was bei mir bedeutet, Kellerdasein.

05.04.2012
Es gibt sie noch.
Wünschte ich hätte etwas mehr Zeit um bei meinen Berichten etwas mehr auf dem Laufenden zu bleiben.

Mitte Februar war ihre Winterruhe zu Ende.
Eine durchwachsene Winterruhe mit Temperaturen die auch unter 0°C gingen.
Auch blieb ihre Winterruhe nicht ohne Verluste.
Einige Hundert Arbeiterinnen sind gestorben darunter auch Polyergus rufescens Arbeiterinnen.
              

Aus meiner Sicht nicht gerade geringe Verluste die ich so bei einheimischen Arten nur selten beobachten konnte.

Etwa 10 Tage nach der Auswinterung, die bei mir wie fast immer abrupt erfolgte, waren erste Eier sichtbar.
Heute sieht es schon so aus. (Nur Nestausschnitt)
            
Hunderte von Larven, soweit gewachsen das sie sich bald verpuppen werden.
Könnt Euch sicherlich vorstellen was die weggefuttert haben, ein Halter im Stress, dauernd bemüht genug Futter anzubieten.

In der Zeit der Winterruhe hat der Gipsblock viel Feuchtigkeit aufgenommen die sich jetzt als Wassertropfen an der Abdeckscheibe wiederfindet.
Wir noch etwas Dauern bis sich sommerliche Feuchtigkeit im Nest einstellt.
Vermasselt mir nur ein wenig die Sicht, den Ameisen stören die Tropfen nicht.
Selbst wenn mal einer herunterfällt, der Gipsboden saugt diesen gleich auf.

Dürften noch mehr als Tausend Formica fusca Arbeiterinnen sein, die den Winter überlebt haben.
Für mich die Frage, wird es dieses Jahr schon Polyergus rufescens Geschlechtstiere geben?

14.04.2012
Es geht prima voran, sehr viele Larven und Puppen.
Ein paar Bilder.
                  

             

Soweit wie übersehbar alles nur normale Puppen, wird wohl noch nichts mit Geschlechtstieren.

20.04.2012
Nicht alle Larven haben einen Kokon angelegt.
                 

Gibt sehr viele Nacktpuppen.
                     

Mittlerweile haben die Formica fusca Arbeiterinnen fast alle Larven aufgezogen.
Das liegt darin begründet, das die Polyergus rufescens Königin nur einige Tage sehr viel Eier gelegt hat, danach kaum noch.
Hatte schon gedacht, das war es für dieses Jahr schon wieder und sie warten nur noch auf Formica fusca Puppen.
Das letzte Wort scheint darüber noch nicht gesprochen zu sein.
Aus der Suche nach der Königin auch einige kleinste Larven entdeckt.
                 

30.04.2012
Erste Puppen verfärben sich, gibt bald Nachwuchs.
             

Andere haben noch eine längere Zeit vor sich.
                

04.05.2012
Volle Aufregung in der Kiste, die ersten Polyergus rufescens Arbeiterinnen schlüpfen.
               

          
Na ja die Aufregung ist eher bei ihrem Halter, die Formica fusca Arbeiterinnen verhalten sich so wie immer.
Unter den Nacktpuppen sind ein paar Dunkelgefärbte, könnte Männchen geben.

Weitere Bilder.
            

         

06.05.2012
Wie vermutet, die ersten Männchen sind geschlüpft.
          

Wie zu sehen, es schlüpfen bald noch viele weitere Männchen.
Eine Frage, die ich nicht beantworten kann, könnte dafür Hilfe gebrauchen, sind das Polyergus rufescens - Männchen oder Formica fusca Männchen?

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