Hallo und willkommen bei Ameiseninfos.de Camponotus ligniperda & herculeanus Überaus interessante, große Ameisenarten. Nicht ganz unproblematisch in der Ameisenhaltung. Benötigen eine Winterruhe bei angemessenen Temperaturen.
Wie fast immer bei mir, es geht los mit einer Königin. Empfehlenswert für die Haltung Camponotus ligniperda und Camponotus herculeanus ist der Anfang mit einem möglichst großen Volk. Die Entwicklung dieser Arten kann anfangs recht träge ablaufen. Nicht Jeder, besonders Anfänger haben nicht immer die dafür notwendige Geduld und die Motivierung an der Ameisenhaltung ist schnelldahin.
Eine wirklich beeindruckende Ameise so eine Camponotus herculeanus Königin. Wie zu sehen, sie gründet in einem Reagenzglas. Wie sich ein Reagenzglas für die Ameisenhaltung herrichten lässt, ist hier beschrieben. Einige Zeit später.
Ganz schön fleißig die Dicke und das ganz ohne jegliche Fütterung. Für ein paar Eier hat es auch noch gereicht. Hier nochmals einige Tage später.
Was für eine Freude, die erste Camponotus herculeanus Arbeiterin ist geschlüpft. 5 weitere werden noch dazu kommen. Nicht immer läuft es so gut in der Gründungsphase, vieles muss schon passen. Mitunter gehen aus der Gründung nur 1 – 2 Arbeiterinnen hervor. Mit jeder Arbeiterin weniger verlangsamt sich die Zunahme an Arbeiterinnen in den kommenden Jahren. Resultierend daraus, ist oftmals nachzulesen, dass diese Art nicht in die „Puschen“ kommt, sich anfangs kaum entwickelt, was nicht sein muss. Ein kleines Youtube Video Madam hatte Lust auf einen Ausflug und weil die Gelegenheit schon mal da war, hat sie sich gleich mal am Süßkram vergriffen. Das Ergebnis ist nicht zu übersehen, überpraller Gaster.
Schnell wieder nach haus, bevor es auffällt, sie hat dabei nicht mit mir gerechnet. Da kann ich nur sagen, erwischt, so ist das Ameisenleben halt. Wie ihr seht, in der Ameisenhaltung kann es durchaus vor kommen, das Königinnen kurz nach erfolgter Gründung noch Ausflüge in der Arena unternehmen.
Ebenfalls eine große, schöne Ameisenart wie Camponotus herculeanus, Camponotus ligniperda. Hier einige Bilder aus der Natur.
Habe ich zu viel versprochen? Eine schöne große Ameisenart, die mich immer wieder fasziniert hat, die sich nur langsam entwickelt, eine lange Zeit braucht, bis genügend Ameisen zusammengekommen sind, um eine mittlere Anlage einzusetzen. Gründerköniginnen sind auch nicht immer unproblematisch, konnte immer wieder beobachten das sie Larven aufgezogen haben, die sich zu früh verpuppt haben und am Ende keine lebensfähigen Arbeiterinnen geschlüpft sind. Meistens wurden diese Puppen von der Königin vorher gefressen oder entsorgt. Neueinsteigern kann ich diese Art nicht empfehlen, das liegt weniger an der Schwierigkeit diese Ameisen zu halten, einfach nur daran, das es zu lange dauert bis genügend Ameisen vorhanden sind, die Etwas zum beobachten hergeben. Eine schöne Ameisenart für geduldige Liebhaber. Das Volk, angefangen mit einer Königin, habe ich jetzt 4 Jahre. Leider verlief es nicht so vielversprechend weiter wie es angefangen hat, habe sie bis heute nur auf ca. 200 Ameisen aufgezogen. Sie trinken sehr gerne Zuckerwasser, Honigwasser nehmen sie genau so gern.
Was Insekten angeht, sind sie für so Einiges zu begeistern. Allerdings musste ich dabei die Erfahrung machen, das sie frische, unabgekochte Insekten bevorzugen. Das bringt die Gefahr mit sich, das Milben eingeschleppt werden. Darüber lässt sich diskutieren, für mich gehört zur Haltung einer einheimischen Ameisenart, das sie mit Insekten gefüttert werden, so wie sie diese in der Natur erbeuten.
Nach dem es ein paar Ameisen waren sind sie aus dem Reagenzglas in ein Gipsnest umgezogen.
War viel zu groß, den Ameisen hat das nicht gestört. Heute sieht das so aus.
Hier noch ein Bild von einer jungen Majorarbeiterin.
05.12.2007 Hier ein aktuelle Bilder meiner kleinen herculeanus/ligniperdus Mischkolonie in der Winterruhe.
Die Ameisen bewegen sich kaum und das bei einer Temperatur um die 15°C. Die kleinen Larven entwickeln sich wie erwartet auch nicht weiter. Die herculeanus Königin habe ich im Spätsommer in einem Waldstück gefunden, gut verwüstet durch Waldarbeiten. Ob und wo sie ein Nest hatte, war nicht mehr festzustellen. Die Königin schien unverletzt und so beschloss ich sie mitzunehmen. Fortan war ihr neues zu Hause ein Reagenzglas. Versuchsweise habe ich Ihr eine Kohlehydratlösung angeboten, sie hat sich ausgiebig vollgetrunken. Ausgiebig einen über den Durst zu trinken, diese Eigenart hat sie bis zum Beginn der Winterruhe beibehalten. Hier zum Vergleich eine Camponotus ligniperda Königin.
Gut zu erkennen an den rotbraun eingefärbten Gastersegmenten Sonst tat sich nichts, das Reagenzglas hat sie als Ihr neues Nest akzeptiert, verhielt sich ruhig mit ein paar gelegentlichen Spaziergängen. Eier legte sie keine, ist gut denkbar das Sie aus Ihrem Gründungsnest vertrieben wurde und Ihr Nachwuchs dabei verloren ging. Um sie zu unterstützen, hat sie von meiner ligniperda Kolonie Puppen bekommen, ohne Verzögerung hat Sie diese adoptiert. Nachdem die Ameisen geschlüpft waren, entschloss sich die Königin dazu für eigenen Nachwuchs zu sorgen. Die Ameisen haben die Larven noch schlüpfen lassen, mehr war nicht mehr, seit dem sind sie in der selbst gewählten Winterruhe. 28.02.2008 Hier wohl die letzten Bilder der kleinen Kolonie in Winterruhe.
Auch wenn es bei mir im Keller schon länger um 15°C warm ist, sie ruhen noch. Alle Ameisen haben überlebt, die kleinen Larven auch. Die Winterruhe hat Ihre Spuren hinterlassen, deutlich zu sehen, die Königin ist abgemagert, nichts mehr da vom prallen Gaster, mit dem Sie in die Winterruhe gegangen ist. Rechne auch noch nicht das Sie in den nächsten Tagen die Winterruhe beenden. In der Natur sind diese Ameisen meistens auch später dran. Kommen erst raus, wenn es länger richtig warm ist. Andere Ameisenarten sind da früher unterwegs. 22.03.2008 Das Volk hat die Winterruhe beendet. Die überwinterten Larven sind überraschend schnell gewachsen, zwei haben sich schon verpuppt. Die Puppen sind klein, trotz der Zugabe von 4 Arbeiterinnen im letzten Jahr werden nur Pygmäen schlüpfen, der erste eigene Nachwuchs der Königin. Auch die Königin ist wieder gut genährt und hat an die 20 Eier gelegt.
Die Watte hat sich immer dunkler verfärbt, könnte Schimmel sein. Habe überlegt, ob ich den Ameisen ein neues Reagenzglas anbiete. Es scheint Sie nicht zu stören, Larven und Puppen dicht an der Watte gelagert. Es ist noch genug Platz in der Röhre, wenn Sie wollen, können Sie ausweichen. 04.04.2008 Es geht gut voran, viele neue Eier, Laven und Puppen. Durch die Kokonhüllen sind schon die Augen der Ameisen sichtbar. Die Königin hat es wieder mal richtig übertrieben, richtig gut genährt sieht Sie aus. Ob es noch mehr Eier gibt?
11.04.2008 Richtig Erfreuliches gibt es zu berichten, nach 22 Tagen Puppenzeit sind zwei herculeanus Arbeiterinnen geschlüpft. Wie es sich schon andeutete, auch mit normalen Arbeiterinnen als Pflegepersonal sind die frisch geschlüpften richtig klein( Pygmäen). Die herculeanus Königen hat sich gut vertragen mit den von mir als Notfallhilfe dazugegebenen ligniperdus. Es sind noch weitere Puppen vorhanden viele Eier und Larven. Bin gespannt, wie sich diese Mischkolonie weiter verhält. Das besonders, wo die herculeanus Arbeiterinnen bald in der Überzahl sind?
Schaut Euch die Königin an, das lässt noch auf viele Eier hoffen. 22.04.2008 Es geht gut voran, viele Larven ein paar Puppen, ob Sie bis zum Herbst noch die Hundert schaffen.
26.05.2008
Die Arbeiterinnenanzahl ist angewachsen auf 26, alle geschlüpften Ameisen sind noch Pygmäen. Die 4 ligniperda Arbeiterinnen leben nach wie vor mit in der Kolonie, es gibt keine Feindseligkeiten und die Vier sind die Außenaktivsten. Thema Außenaktivitäten, nicht viel los, kommen sporadisch um Kohlenhydratlösung zu trinken, sieht auf den ersten Blick fast so aus das Sie nur davon leben. Der Eiweißbedarf ist gering, Mal eine Fliege, mehr ist nicht zu beobachten. Weitere Beobachtung, beim Entfernen der Rotfolie des Reagenzglas laufen Sie nicht aufgescheucht durcheinander, verharren bewegungslos, richtig gute Models. Eier, Larven und Puppen sind vorhanden und das nicht gerade wenig. Gut Voraussetzungen das die Kolonie noch deutlich wächst bis zum Herbst. Sie leben immer noch im Reagenzglas, ist schon verwunderlich, da der Durchmesser des Reagenzglases deutlich geringer ist als die Körperlänge der Königin.
Die erwarteten Wendeprobleme in Farmen mit einem Plattenabstand von 12-15 mm sind wohl doch nicht so gravierend oder gar nicht vorhanden? Interessiert beobachte Ich die Akzeptanz der ligniperda Arbeiterinnen in der Kolonie, die herculeanus Ameisen sind jetzt schon deutlich in der Überzahl. Geht die Kolonienentwicklung so weiter, rechne ich noch mit Mediaarbeiterinnen. Gleichgroße Arbeiterinnen, die sich weiter gegenseitig tolerieren und als Gemeinschaft zusammenleben? 07.07.2008 Vollgefutterte Ameisen, reichlich pralle Gaster.
Für Insekten interessieren sie sich kaum noch, hoch im Kurs stehen die Kohlenhydrate. Die Aufzucht der Larven wurde eingestellt, viele kleine Larven, die nicht wachsen. Auch die Königin ist rund und prall.
Es ist wieder so weit. Frühe Auswinterung, gleichbleibende warme Temperaturen, gute Futterversorgung zeigen Wirkung. Diese Ameisen haben Ihr Sommerprogramm durch und beginnen mit der Winterruhe.
32 Arbeiterinnen sind es geworden, eine ligniperda ist gestorben. Eine Zeit lang bleiben sie noch warm stehen, dann kommen sie in den Keller. 18.08.2008 Der Sommer ist für diese Kolonie vorbei. Frühe Auswinterung, gleichbleibende Temperaturen sind nicht ohne Wirkung geblieben. Schneller als in der Natur haben sie den Sommerzyklus durchlaufen. Träge, kaum Aktivitäten, die Larven wachsen nicht mehr, seit Wochen keine Änderung mehr im Verhalten. Habe sie heute in den Keller gestellt wo sie sich bei ca. 17°C auf den Winter vorbereiten können. Kohlenhydrate bekommen sie noch eine Zeit lang weiter, gelegentlich eine Fliege, mehr ist nicht nötig. 14.09.2008 Das war es für dieses Jahr, sie sind in Winterruhe.
Keine Aktivitäten mehr, pralle Gaster, keine Bewegung mehr in der Kolonie. Und sie haben gut vorgesorgt, viele Larven für den Neustart im kommenden Jahr. Die Hoffnung geht jetzt dahin das Sie gut über den Winter kommen, sicher ist das nicht. Aus dem, was ich zu lesen bekomme, ist es nicht selten das Kolonien im Frühjahr nicht mehr leben. Meine stehen weiter im Keller bei zurzeit ca. 15- 17°C. Im Winter, wenn es in der Natur kälter ist, stelle ich sie für ein paar Wochen in die Garage. Alle die diese schönen einheimischen Ameisen halten und auch mir, wünsche ich das Wir im Frühjahr eine weitere Chance bekommen, diese Ameisen bei ihrem Treiben zu beobachten. 19.02.2009 Die Aktivität meiner kleinen Mischkolonie hat deutlich zugenommen, hier die letzten Bilder der Winterruhe 2008/2009. Gab Kellertemperaturen 11- 17 °C und Garagentemperaturen -4 - +8 °C. Überwintert haben sie wie ihr seht im Reagenzglas, Verluste gab es keine. Die prallen Gaster der Arbeiterinnen verschwunden und auch die Königin reichlich abgemagert, sonst alles wohl auf. Angebotenes Honigwasser haben sie gleich begierig eingesogen.
15.03.2009 Geht gut voran, ein Teil der überwinterten Larven ist schon soweit gewachsen das sie sich schon verpuppt haben.
Sind auch größere Larven und Puppen dabei, die Zeit der Pygmäen geht zu Ende.
Gefüttert habe ich diese Ameisen nur mit Fliegen, Mücken, Honig- und Zuckerwasser, wie zu sehen ist, kommt gut an, reichlich Nachwuchsaufzucht. Aber auch sichtbar, mit dem Schlupf der ersten neuen Arbeiterinnen ist es wohl vorbei mit der Unterbringung im Reagenzglas. Rückblickend ist festzustellen, eine Gründung und Haltung einer kleinen Kolonie im Reagenzglas ist durchaus machbar. Selbst die Königin deren Körperlänge mehr beträgt als der Durchmesser des Reagenzglases kommt darin zurecht.
Eine Ableitung daraus, auch kleinere Plattenabstände einer Farm (1,5 - 2 cm) dürften keine Probleme bereiten. 30.03.2009 Nach dem sich fast alle Larven verpuppt haben, gibt es neue Eier, teilweise schon gechlüpft, rechts im Bild.
03.04.2009 Viel Arbeit für diese ruhigen Tiere!
Diese Beurteilung ist auch nur oberflächlich, bei höheren Temperaturen und leerem Gaster sind auch sie emsig am Furagieren. Und langsam sind sie auch nicht, meistens nur von uns erschreckt verharren sie erst mal abwartend um dann bei im geeigneten Moment blitzschnell zu flüchten. Betrachte ich sie in der Natur, sind sie durchaus in der Lage schnell größere Entfernungen zurückzulegen. Der Kreis hat sich geschlossen, die ersten beiden Arbeiterinnen sind nach der Winterruhe geschlüpft, die Ameisen haben sie aufgezogen von den überwinterten Larven.
Links am Rand die Reste eines leeren Kokons.
etzt seit ihr gefordert um die Entwicklungszeiten nachzurechnen. 15.02.2009 Kolonie ausgewintert 07.03.2009 Erste Puppen 03.04.2009 Erste Ameise geschlüpft 22.04.2009 So bereitet Ameisenhaltung Freude.
Königin mitten im Volk und Nachwuchs im Werden. Faste alle überwinterten Larven, haben die Puppenzeit hinter sich.
Die noch hellen Arbeiterinnen sind noch gut nach dem Schlupf zu erkennen. Die Gründungszeit ist vorbei, wie zu sehen ist, gibt die ersten größeren Arbeiterinnen. Ob später auch große Majorarbeiterinnen dabei sind, wie in der Natur zu beobachten? Hängt davon ab, ob ich ihre Haltungsbedingungen hinbekomme. Wenn ihr mögt, könnt ihr euch hier noch Bilder meiner kleinen Camponotus ligniperda Volkes anschauen.
Königin vom letzten Jahr, überwintert mit 2 Arbeiterinnen und ein paar kleinen Larven. Bei der Königin sichtbar, die andere Färbung gegenüber herculeanus, die ersten Gastersegmente rotbraun. Habt ihr sicherlich gesehen, ligniperdus Königinnen legen gelbe Eier, bei herculeanus sind sie weiß.
Die Frage, die sich daraus ergibt, ist die Eierfärbung immer so? 16.05.2009 Habe da ein Problem, sie wollen nicht raus aus dem Reagenzglas.
Bilder aus der Natur
04.08.2009 Durchgehend zu warme Temperaturen und immer ausreichend Futter haben den Sommerzyklus deutlich verkürzt. Meine beiden kleinen Kolonien Camponotus herculeanus und ligniperda sind durch mit der Nachwuchsaufzucht, schon seit gut 3 Wochen entwickeln sich ihre Larven nicht mehr weiter, Eier und Puppen, keine mehr vorhanden. Träge Ameisen, die nur noch selten aus dem Nest kommen. Insekten brauche ich nicht mehr anbieten, Honig- oder Zuckerwasser nur in geringer Menge. Habe sie jetzt in den kühleren Keller gestellt, dort können sie sich langsam auf richtig kalte Jahreszeit einstellen. 02.05.2010 Hier ein anderes Volk im Reagenzglas.
Die Puppen sind entstanden aus den Larven, die mit überwintert haben. Das ganz helle, Durchsichtige, eine Larve, die gerade ihren Kokon anlegt.
Hier der Rest des Volkes, mit neuen Eiern und kleinsten Larven.
Wie zu sehen, ist gibt keinen Wassertank mehr. Nachdem das Wasser alle war haben sie die Watte ausgeräumt. Mit der Suche einer Camponotus ligniperda Königin nach einem Männchen endet mein Bericht, hoffe das er gefallen hat.
Wenn es noch nicht reicht, hier gibt es einen umfangreichen Camponotus ligniperda Bericht, mit vielen tollen Bildern.